23 Tage pro Jahr krank Gestiegener Krankenstand im Ilm-Kreis

Die Menschen im Ilm-Kreis sind besonders häufig beziehungsweise lange krank. Foto: picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild/Jens Büttner

Die Krankentage der Beschäftigten im Ilm-Kreis haben zugenommen. Der häufigste Grund für Krankschreibungen seien Rückenleiden.

Arbeitnehmer aus dem Ilm-Kreis sind vergangenes Jahr im Schnitt 23,2 Tage krankgeschrieben gewesen. Damit liegt der Landkreis sowohl über dem landesweiten Mittelwert von 22,4 Tagen als auch deutlich über dem bundesweiten Schnitt von 17,5 Tagen, wie aus Daten der Krankenkasse Barmer hervorgeht. „Der Trend bei den Krankmeldungen zeigt leider in keine gute Richtung“, sagt Melanie Schmerbach, Geschäftsführerin der Barmer im Ilm-Kreis. Noch im Jahr zuvor habe die Zahl der Fehltage 21,4 betragen. Statistisch gesehen seien voriges Jahr jeden Tag 6,4 von 100 Beschäftigten krankheitsbedingt in den Unternehmen der Region ausgefallen.

Rückenbeschwerden seien laut Krankenkasse im Ilm-Kreis mit Abstand die häufigste Ursache für Krankschreibungen. Durchschnittlich 5,3 Tage fehlten Beschäftigte deswegen im Beruf. Der thüringenweite Mittelwert liege leicht darunter bei fünf Tagen, so die Auswertungen. Psychische Leiden sind mit 4,3 Tagen der zweithäufigste Grund für Arbeitsunfähigkeiten im Ilm-Kreis; gefolgt von Atemwegsinfekten, die mit durchschnittlich 3,3 Tagen zu Buche schlagen.

„Die Zahl der krankheitsbedingten Fehltage im Ilm-Kreis liegt mehr als 30 Prozent über dem bundesweiten Schnitt. Das ist alarmierend und eine riesige Herausforderung für die Arbeitgeber“, so Melanie Schmerbach weiter. Gesunde Beschäftigte seien ihrer Meinung nach die Basis für wirtschaftlichen Erfolg. Dessen seien sich die Firmen in der Region durchaus bewusst, allerdings gebe es bei den Themen Gesundheitsförderung und betriebliches Gesundheitsmanagement durchaus noch Nachholbedarf. „Vor allem in den kleineren Betrieben ist die Mitarbeitergesundheit noch nicht allzu sehr im Bewusstsein. Dabei gibt es auch hier individuelle Möglichkeiten. Nicht zuletzt geht es hierbei ja auch um Fachkräftesicherung und Fachkräftegewinnung“, sagt die Geschäftsführerin. Hinsichtlich dieser Aspekte spielten Gesundheitsangebote und flexible Arbeitszeitmodelle eine immer wichtigere Rolle. Auch bei der betriebsmedizinischen Anbindung gebe es Verbesserungsbedarfe in den Unternehmen. Für Beratung und Unterstützung stünden Melanie Schmerbach und ihr Team den Arbeitgebern zur Seite.

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