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Hildburghausen

Protest: Bauern entzünden Mahnfeuer

Die Bauernproteste gehen weiter. Am 7. Dezember werden deutschlandweit Mahnfeuer entzündet. Auch Landwirte aus dem Landkreis machen mit.



Katja Kieslich und andere Bauern entzündeten am 26. November ein Feuer in Gellershausen.	Foto: frankphoto.de
Katja Kieslich und andere Bauern entzündeten am 26. November ein Feuer in Gellershausen. Foto: frankphoto.de   Foto: frankphoto.de

Hildburghausen - "Die Probleme sind nicht vom Tisch, wir wollen weiter Gehör finden", sagt Johannes Schmidt, der Chef der Agrargesellschaft Herpf. Vor allem aber will man mit den Leuten ins Gespräch kommen. "Es ist an der Zeit, dass sie mit uns und nicht mehr länger über uns reden." Gelegenheit dazu ist am kommenden Samstag. Miteinander zu reden wird auch seit Monaten von der Politik eingefordert, "die ein Agrarpaket geschnürt hat - ohne mit den Betroffenen an einem Tisch zu sitzen und über die Folgen zu sprechen." Heimische Bauern sehen so ihre Arbeit noch mehr als bislang erschwert. "Wir tun schon viel für die Umwelt, sind aber dennoch immer mehr Anfeindungen ausgesetzt", sagt Schmidt, der zudem einer der drei Vorsitzenden des Regionalbauernverbandes Südthüringen ist. Bauern sollten immer mehr Auflagen einhalten, aber stets noch billiger produzieren. "Das geht nicht auf." Endlich müsse mal klar gesagt werden, dass mit dem Sterben der hiesigen Landwirtschaftsbetriebe auch die regionalen Produkte schwinden. "Das heißt, wir werden noch mehr Lebensmittel aus dem Ausland auf den Tisch bekommen, die anderswo produziert werden, wo weitaus niedrigere Umweltstandards als hier gelten - und wir fragen uns, ob Politik und Gesellschaft das wirklich forcieren wollen oder ob sie so weit noch nicht gedacht haben." Gelegenheit, mit den Verbrauchern darüber zu reden, wird es also am 7. Dezember geben.

Verschiedene Orte

Die Landwirte des Herpfer Betriebes werden kein eigenes Feuer entzünden, sondern sich zusammenschließen mit Berufskollegen wie Landwirt Michael Zitzmann aus Walldorf , der auf sein Gelände an der B 19 einlädt. Dort soll also ab 18 Uhr das Mahnfeuer lodern. Die Landwirtschaftliche Erzeugung und Vermarktung (LEV) "Zu den Gleichbergen" Römhild will auf der Wiese gegenüber der Schweinemastanlage aus Richtung Waldhaus kommend ein Zeichen setzen - los geht es um 17.30 Uhr. Die Wildfarm Auengrund und die Milch-Land GmbH Veilsdorf sind ebenso mit im Boot und werden auf dem Einfirst (Panoramahügel) bei Schleusingen das Mahnfeuer entfachen. Auch die Agrargenossenschaft Helmershausen wird beispielsweise mit dabei sein und hat sogar Bratwürste und warme Getränke vorbereitet, um am Feuer am Ortsausgang in Richtung Wohlmuthausen ab 17 Uhr mit den Leuten der Region ins Gespräch zu kommen. "Lasst uns gemeinsam diskutieren und euch unsere Situation erklären", sagt auch Kathleen Franke, die in Schafhausen in der Rhön einen Familienbetrieb leitet. "Kommt zum Mahnfeuer an unsere Stallanlage" - so ihre Botschaft. Start ist hier um 19 Uhr. Viele Berufskollegen werden sich einklinken und sich den Aktionen der anderen Betriebe anschließen - so auch die Landwirte der Werragrund Agrar GmbH Breitungen.

Die Initiative für die Mahnfeuer geht von der deutschlandweiten Basisbewegung "Land schafft Verbindung" aus, die sich vor allem über Whatsapp-Gruppen und Facebook organisiert. Johannes Schmidt zufolge sind auf diese Weise alleine in Südthüringen rund 1000 Landwirte organisiert. "Weil nicht alle mit zu den Demos nach Erfurt oder Berlin fahren konnten, engagieren sie sich auf diese Weise nun vor Ort und planen eben auch diese Mahnfeuer." Er ist überzeugt, dass die Aktionen und Proteste weitergehen müssen - auch nach dem Agrargipfel mit Bundeskanzlerin Angela Merkel am Montag in Berlin. "Das hat nichts gebracht, aber das wussten wir vorher", sagt er. Dutzende Verbände seien hier eingeladen gewesen. "Bei jeweils zwei Minuten Redezeit kann nichts Konstruktives rauskommen - das war mehr eine Beruhigungspille. Die Probleme soll eine Zukunftskommission lösen und somit wird alles mal wieder auf die lange Bank geschoben." Die Proteste der Landwirte gehen also weiter.

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Birgitt Schunk
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Veröffentlicht am:
05. 12. 2019
17:36 Uhr

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Birgitt Schunk

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Veröffentlicht am:
05. 12. 2019
17:36 Uhr



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