SOS-Festival 70 Jahre Freies Wort: Es ist angerichtet

Drei tolle Tage liegen vor den Suhler und Gästen der Stadt: Mit einem großen Stadtfest werden im Rahmen des SOS-Festivals 70 Jahre „Freies Wort“ gefeiert. Am Donnerstag wurde letzte Hand bei Vorbereitungen angelegt. Am Freitag 15 Uhr geht’s los.

Die Hochseile, die sich über den Platz der Deutschen Einheit und den Herrenteich spannen und schließlich in luftiger Höhe an einem riesigen Mast am Parkhaus enden, künden von etwas richtig Großem, das am Wochenende in Suhl erleben ist. Die Weisheits, die bekannte und beliebte Hochseiltruppe aus Gotha, die einst schon beim legendären Pressefest Massen begeisterte, haben hoch oben auf den Podesten ihre Motorräder in Stellung gebracht und Ausrüstung installiert. Schließlich sollen hier von Freitag bis Sonntag gleich mehrere spektakuläre Shows über die Bühne – oder besser gesagt – die Seile – gehen. „Wir haben schon am Montag und Dienstag aufgebaut, um Luft zu haben, falls etwas nicht so funktionieren sollte, wie geplant“, sagt Peter-Mario Weisheit. Denn der Aufbau mitten auf dem Platz und über den Herrenteich sei nicht so einfach. „Ungefähr genauso spektakulär, wie es jetzt aussieht.“ Mehrere Treffen mit den Verantwortlichen der Stadt und unserer Zeitung gab es im Vorfeld, um alles genau zu planen. „Es hat alles funktioniert“, freut sich Weisheit mit Blick auf die beeindruckende Anlage, die sich in den blauen Himmel über Suhl reckt und der Dinge harrt, die da kommen.

Lampenfieber ist dabei

Auf jeden Fall feines Sommerwetter. „Das passt“, sagt Weisheit. Mit Hitze könne man seit einer Tournee vor einigen Jahren durch Thailand ganz gut umgehen. Der Idealzustand? „22 Grad und Sonnenschein.“ Aber auch bei leichtem Regen könne man auftreten, auch wenn das freilich nicht besonders schön für Artisten und Zuschauer sei. „Wir freuen uns jedenfalls sehr, wieder in Suhl zu sein“, betont er.

Mit ihren Wohnwagen hat die 14-köpfige Truppe Quartier am Sportplatz im Haseltal bezogen. „Wir haben die freie Zeit in Suhl schon zu ein paar schönen Wanderungen in die Umgebung, beispielsweise ins Vessertal, genutzt.“ Groß proben müsse man für die in Suhl anstehenden Shows nicht, nur ein paar Tests sind nötig. „Das Programm sitzt. Jeder beherrscht seinen Part aus dem Effeff“, sagt Weisheit. Suhl ist der vierte Gastspielort, seit es nach der Pandemie wieder losging. „Danach geht es Schlag auf Schlag, jedes Wochenende, bis zum 3. Oktober.“ Ein bisschen Lampenfieber sei immer noch dabei, bekennt der Vollblut-Hochseilartist, der einst schon beim Pressefest in Suhl auf dem Seil stand. So fiebert auch er der ersten Hochseil-Artistikshow am Freitag um 15.30 Uhr entgegen, eine zweite Show beginnt um 21 Uhr. Am Samstag kommen dann um 10.30 Uhr und um 22 Uhr – dann besonders stimmungsvoll in buntes Licht getaucht – die Motorräder auf dem Hochseil zum Einsatz, um 12.30 Uhr ist eine weitere Artistikshow zu erleben und um 17 Uhr eine spezielle Show mit Hochseilartistik anno dazumal auf dem Mühlplatz. Und auch Sonntag beim Tag der Vereine werden noch einmal zwei Shows geboten.

Auf dem Mühlplatz, nur einen Steinwurf von der beeindruckenden Hochseilanlage entfernt, entsteht am Donnerstag ein Parcours für Allrad-Pkw und SUVs. Aus einer Vielzahl von Metallelementen bauen Mitarbeiter der Firma Wangler-Automobil-Events Hindernisse auf, bei deren Bewältigung die Technik moderner Allradfahrzeuge in Aktion erlebt werden kann, wie Inhaberin Angelika Wangler sagt. Hier können Interessierte an allen drei Fest-Tagen bei Mitfahrten in Allradfahrzeugen des Autohauses Ehrhardt extreme Fahrsituationen erleben und die Technik in Grenzbereichen, wie etwa bei einer Schrägfahrt, auf einer Wippe oder auf einer Verschränkungspassage, testen. Highlight ist die Brücke mit 60 Prozent Steigung und 60 Prozent Gefälle. „So was gibt es auf normalen Straßen nicht“, sagt Angelika Wangler, die mit den von ihrem Mann entwickelten mobilen Parcours bundesweit unterwegs ist – nun erstmals auch in Suhl.

Es ist also angerichtet für ein im wahrsten Wortsinn heißes Festwochenende, dass mit seiner Vielzahl von Angeboten – bei freiem Eintritt übrigens – kaum Wünsche offen lässt und Erinnerungen an die große Tradition der Pressefeste unserer Zeitung weckt.

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