Schleusingen Ermittlung nach Anschlag auf Kirche

Nach dem Anschlag auf die Kreuzkirche in Schleusingen (Kreis Hildburghausen) wird die Flüssigkeit untersucht. Dazu wurden laut Polizei Proben entnommen.

Schleusingen - Mit großer Wahrscheinlichkeit handele es sich um Buttersäure. Die Polizei ermittelt wegen Sachbeschädigung und bittet mögliche Zeugen um Hinweise. In der Nacht zum Sonntag haben Unbekannte eine übel riechende Flüssigkeit auf einer Sandsteinplatte vor dem Eingang der Schleusinger Kreuzkirche verschüttet. Flüssigkeit und Gestank verbreiteten sich ins Innere des Gotteshauses. Zuvor hatte es vor Kirche ein Friedensgebet gegen eine parallel verlaufende Nazi-Demonstration gegeben. Ob es einen Zusammenhang gibt, ist noch unklar. Die Polizei ermittelt wegen Sachbeschädigung.

CDU-Fraktionschef Mario Voigt verurteilte den Anschlag. Dies sei ein Angriff auf christliche Symbole und die Religionsfreiheit. Voigt sprach am Montag im Kurznachrichtendienst Twitter von einer schweren Straftat, die hart bestraft werden müsse. 

Die evangelische Kirchengemeinde hatte am Samstagabend aus Protest gegen einen rechtsextremen Aufzug zu einem Friedensgebet und anschließendem stillen Protest aufgerufen, dem folgten knapp 40 Menschen. An dem Aufzug des rechtsextremen Spektrums im Vorfeld des Volkstrauertags am Sonntag hatten sich laut Polizei rund 70 Menschen beteiligt. Ein Zusammenhang zu dem Vorfall an der Kirche werde geprüft, sagte eine Polizeisprecherin am Montag. Ermittelt werde in alle Richtungen. Als Zeitraum, in dem die Unbekannten die Flüssigkeit verschütteten, kommen laut Polizei die Stunden zwischen dem Abschluss des Friedensgebets und Sonntagvormittag in Betracht.

Nach Angaben der Schleusinger Kirchgemeinde gab es im Jahr 2020 einen ähnlichen Anschlag. Damals hatten die Täter das Fenster zur Sakristei eingeschlagen und dort die Flüssigkeit verteilt. Die Kirche war monatelang nicht nutzbar. Ähnliches fürchtet die Gemeinde auch dieses Mal. Auch der Gang zum Friedhof ist beeinträchtigt. Das sei respektlos gegenüber den Trauernden, hieß es.

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