Energiekosten Bis zu 45 Euro mehr Heizkosten durch Homeoffice

Die Heizkosten können durch die Arbeit im Homeoffice steigen. Foto: dpa/Sina Schuldt

Homeoffice kann für die betroffenen Arbeitnehmer teer werden. Allein fürs Heizen können pro Jahr bis zu 45 Euro mehr anfallen. Die Politik verspricht nun Entlastung. Fünf Euro pro Homeoffice-Tag sollen Arbeitnehmer bei der Steuererklärung ansetzen dürfen.

Berlin/Heidelberg - Arbeit im Homeoffice kann die private Heizkostenrechnung nach oben treiben. Wer in den Wintermonaten statt ins Büro zu fahren komplett von zu Hause aus arbeitet, muss nach Berechnungen des Vergleichsportals Verivox mit einem um rund vier Prozent höheren Heizbedarf rechnen. Je nach Heizsystem könnten dadurch Mehrkosten von bis zu 45 Euro anfallen. Verivox macht für sein Beispiel folgende Rechnung auf: Bleibe ein Arbeitnehmer von Oktober bis einschließlich März durchgehend im Homeoffice, müsse er an etwa 120 Tagen mehr heizen als üblich. Werde die Wohnung bei einem achtstündigen Arbeitstag drei Grad wärmer beheizt als während der Außer-Haus-Tätigkeit, ergebe sich unter dem Strich ein Heizmehrbedarf von vier Prozent.

Beim Heizen mit Gas mache das bei einen Durchschnittsverbrauch Mehrkosten von 45 Euro aus. Bei einer Ölheizung müsse eine Steigerung in Höhe von rund 33 Euro eingeplant werden. Die Berechnungen beruhen auf den durchschnittlichen Energiepreisen im Oktober 2020. „Verbraucher müssen sich im kommenden Jahr auf deutlich höhere Heizkosten einstellen. Wer von zu Hause arbeitet sogar in doppelter Hinsicht“, sagte Thorsten Storck von Verivox.

Auch wegen solcher Belastungen haben sich die Finanzpolitiker der Koalitionsfraktionen nach Angaben des finanzpolitischen Sprechers der SPD-Fraktion, Lothar Binding, auf vorübergehende steuerliche Entlastungen für Arbeitnehmer im Homeoffice verständigt. Man wolle die Möglichkeit eines pauschalen Abzugsbetrags von 5 Euro pro Tag für Steuerpflichtige im Homeoffice schaffen, sagte er. Die Regelung sei auf zwei Jahre begrenzt sein.

Der Südthüringer FDP-Bundestagsabgeordnete Gerald Ullrich erklärte, die Entlastung gehe in die richtige Richtung. Der Schmalkalder hatte schon im Sommer gefordert, dass Arbeitnehmer im Homeoffice 20 Prozent ihrer Warmmiete bei der Einkommenssteuer ansetzen können sollten. Ein entsprechender Antrag der FDP war damals im Bundestag allerdings abgelehnt worden.

Autor

 

Bilder