Biathlon-Weltcup DSV: Weltcups sind unsere Versicherung

„Wenn wir die Weltcups nicht durchführen können, müssten wir den Laden praktisch zu machen“: Das sagt DSV-Geschäftsführer Stefan Schwarzbach. Foto: Gerhard König/Gerhard König

Viel wird gestritten, ob Wintersport-Großereignisse mitten in der Corona-Pandemie sinnvoll sind. Der Deutsche Skiverband findet, sie seien überlebenswichtig.

Oberhof - Für den Deutschen Skiverband sind die Winter-Weltcups elementar um zu überleben. „Wir haben mit Beginn der Vierschanzentournee ein absolutes Hoch in Deutschland mit 34 Weltcuptagen. Das ist unsere Lebensversicherung, damit können wir unsere Strukturen aufrechterhalten“, sagte DSV-Präsident Franz Steinle am Rande des Biathlon-Weltcups in Oberhof. DSV-Geschäftsführer Stefan Schwarzbach erklärte auf Nachfrage, dass sich der Verband zu zwei Dritteln aus den Weltcup-Geldern finanziere: Aus den nationalen und internationalen TV-Einnahmen sowie aus Sponsorengeldern.

„Wenn wir die Weltcups nicht durchführen können, müssten wir den Laden praktisch zu machen“, verdeutlichte Schwarzbach die hohe Priorität der Veranstaltungen in der Corona-Pandemie. Die Auswirkungen würden nicht nur die DSV-Zentrale in München treffen, sondern auch die Landesverbände.

Neben dem finanziellen Aspekt nannte Verbandsboss Steinle einen weiteren Aspekt aus Verbandssicht, der für die Austragung der Wettkämpfe spricht: „Die Großveranstaltungen sind auch ein Schaufenster für unsere Disziplinen und haben eine Vorbild- und Sogwirkung für den Nachwuchs.“ Die Kinder und Jugendlichen im DSV betrachtet Steinle angesichts des Dauer-Lockdowns in diesem Winter als „einen Teil der Verlierer der Pandemie“.

Die DSV-Funktionäre lobten außerdem die gute Zusammenarbeit mit der Thüringer Landesregierung um Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) sowie das Wirken des Oberhof-Beauftragten Hartmut Schubert. „Wir sind froh, mit Herrn Schubert einen direkten Ansprechpartner vor Ort mit Blick auf die WM 2023 zu haben. Er macht einen klasse Job“, sagte Schwarzbach. Präsident Steinle ergänzte: „Wir haben ein gutes, lösungsinteressiertes Verhältnis mit der Landesregierung in Thüringen.“

Mit Blick auf die Weltmeisterschaften in zwei Jahren wird das Biathlon-Stadion für rund 25 Millionen Euro saniert. Der erste Teil der umfangreichen Umbauarbeiten wurden planmäßig zwischen April und November 2020 realisiert. ts

 

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