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Lokalsport Suhl

Und der Oscar geht an ...

... Das darf an dieser Stelle noch nicht verraten werden. Was man jedoch aus der Jurysitzung des Vereinswettbewerbs "Sterne des Sports" lernen kann: Selbst totgeglaubte Vereinen haben eine Chance auf ein neues Leben.



Die Jury hat getagt: Schirmherrin Dajana Eitberger (Mitte) und die Vorstände der vr-Bank Südthüringen, Peter Neuhaus und Martina Kopietz, sowie die übrigen Mitglieder der "Sterne des Sports"-Jury haben ihre Punkte vergeben. Der Sieger wird am 3. September verraten.	Foto: frankphoto.de
Die Jury hat getagt: Schirmherrin Dajana Eitberger (Mitte) und die Vorstände der vr-Bank Südthüringen, Peter Neuhaus und Martina Kopietz, sowie die übrigen Mitglieder der "Sterne des Sports"-Jury haben ihre Punkte vergeben. Der Sieger wird am 3. September verraten. Foto: frankphoto.de  

Suhl - Rentner, die eine Skisprungschanze renovieren, Menschen, die ihren Verein buchstäblich aus Ruinen wieder auferstehen lassen und Wasserfreunde, die Kindern das Schwimmen beibringen, an die sonst niemand denkt: So mancher Verein in Südthüringen lässt sich eine ganze Menge einfallen, um den Laden am laufen zu halten oder ihn gleich ein ganzes Stück besser zu machen. Was sonst oft unbemerkt untergeht, kam jetzt ausführlich auf den Tisch: Bei der Jurysitzung zum Vereinswettbewerb "Sterne des Sports", gerne auch als Oscar des Sports betitelt.

Feiern und Absahnen

Die Preisverleihung der "Sterne des Sports" in Bronze findet am Dienstag, 3. September, im Ringberg Hotel in Suhl (Herbert-Roth-Saal) statt. Dem Gewinner des regionalen Vorentscheids winkt nicht nur ein Preisgeld in Höhe von 1500 Euro, sondern auch die Teilnahme am Thüringer Landesausscheid. Für Platz zwei vergibt die vr-Bank 1000 Euro, der Dritte erhält 750 Euro, die Plätze vier bis sechs jeweils 500 Euro.

 

350 Vereine aus der Region hat die vr-Bank Südthüringen im Frühjahr angeschrieben. 39 Bewerbungen aus den Gebieten der Kreissportbünde Hildburghausen, Ilm-Kreis und Schmalkalden-Meiningen sowie des Suhler Sportbundes sind bei der Bank mit Sitz in Suhl eingegangen - so viele wie noch nie, seitdem das Bewerbungsverfahren ausschließlich online möglich ist.

 

Vor einem Jahr zählte man noch elf Vereine weniger. Warum es 2019 plötzlich einen deutlichen Zuwachs gibt, kann sich Lutz Hengelhaupt nicht erklären. Der Leiter des Vertriebsservice der vr-Bank und seine Kollegin Ariane Grimm, die den Sterne-des-Sports-Wettbewerb in der Region koordiniert, hatten sich eigentlich schon auf eine entspannte Preisvergabe in kleiner Runde eingestellt. Aber an den beiden letzten Tagen vor Abgabeschluss wurde es noch mal hektisch im elektronischen Posteingang. Mancher Verein sandte die Bewerbungsunterlagen mitten in der Nacht noch eilig an die Bank.

"Klinisch tot"

Die meisten Einsendungen kamen wie fast immer aus dem Landkreis Hildburghausen. 25 an der Zahl. Etwa die des TSV Eintracht 04 aus dem Römhilder Ortsteil Roth. "Dieser Verein war klinisch tot", weiß Juror Ulrich Hofmann nur zu gut. Der Geschäftsführer des Kreissportbundes (KSB) Hildburghausen kommt selbst aus Römhild. "Aber es bewegt sich wieder was", sagt Hofmann. Nachdem in den zurückliegenden zehn Jahren die Vereinsarbeit faktisch brach lag, geht es mit neu gewähltem Vorstand und neu geworbenen Mitgliedern wieder aufwärts. KSB-Chef Hofmann belohnt das Engagement und befördert Eintracht Roth auf sein persönliches Siegertreppchen.

Die Wahl auf der ersten, der regionalen Ebene will in diesem Jahr gut überlegt sein, denn aufgrund der Menge der Zusendungen hat die vr-Bank das Auswahlverfahren abgeändert. Statt wie bisher alle Bewerbungen in der Jurysitzung einzeln durchzugehen, sollten die Juroren bereits zu Hause eine Vorauswahl treffen und ihre drei Favoriten anschließend ins Rennen schicken.

So fielen die Punktabstände auf dem finalen Siegertreppchen deutlich größer aus als noch vor einem Jahr. Bei der 15. Auflage von "Sterne des Sports" im Jahr 2018 gab es einen Zella-Mehliser Doppelsieg. Der Rennrodelclub (RRC) Zella-Mehlis, der vergangenes Jahr seinen 50. Geburtstag feierte, überzeugte die zwölfköpfige Jury um Schirmherr und Rennrodler Sascha Benecken am meisten. Zweiter wurde mit nur einem Punkt Rückstand der SC Motor Zella-Mehlis, Dritter mit einer ebenfalls nur einen Punkt großen Lücke die Fußballer von Eintracht Hildburghausen.

Alle drei vom 2018er-Podium sind auch 2019 im Rennen, was manches Jurymitglieder überraschte. So hatten sich die Kicker aus Hildburghausen bereits im Vorjahr mit ihrem Anti-Rassismus-Projekt "No Chance for Racism" beworben. vr-Bank-Vorständin Martina Kopietz findet trotzdem lobende Worte, eben weil die Aktion keine Eintagsfliege war, sondern konsequent fortgeführt wird.

Nicht alle Vereine erfüllen die Vorgaben des Wettbewerbs mit solch konkreten Ideen. Auch 2019 fallen wieder etliche Vereine durchs Raster der Juroren, weil sie in ihrem Anschreiben "nur" mit ihrer ganz alltäglichen Vereinsarbeit zu überzeugen versuchen. "Keine Frage", zeigt sich Schirmherrin Dajana Eitberger verständnisvoll, "alles, was ein Verein leistet, ist hoch anzuerkennen." Trotzdem hätte sich auch die Rennrodlerin vom RC Ilmenau mehr spezifische Projekte gewünscht, die man auch auf Anhieb gleich als solche erkennen kann.

Hochleistungs-Rentner

Damit gab es beim SC Motor Zella-Mehlis keine Probleme. Der Vorjahreszweite hat vor gut einem Jahr die Sanierung des ramponierten Anlaufs der K 17-Schanze am Stachelsrain einfach selbst in die Hand genommen. Die Umsetzung gelingt, weil es sich die Rentner im 300 Mitglieder starken SC Motor nicht nehmen lassen, dem Nachwuchs wieder Top-Bedingungen zu bieten. So wurden ehemalige Lehrer, Verwaltungsangestellte und Diplomverwaltungswirte zu Eisenflechtern, Fundamentbauern und Betonmischern. Mehr als 450 Arbeitsstunden investieren die Herren zwischen 65 und 80 in die Zukunft ihres Vereins und ersparen ihm so nach eigener Rechnung Kosten in Höhe von rund 20.000 Euro.

Auch andere legen beeindruckende Zahlen vor, der SV 1919 Reurieth zum Beispiel. Zwölf Mitglieder hatte der heute 100-jährige Verein 2012 noch. Sieben Jahre später sind es 145. Die Zahlen des Meininger Schwimmvereins Wasserfreunde sind deutlich kleiner, aber nicht weniger beeindruckend: Zwei Kindern mit Behinderung konnte in Einzelstunden das Schwimmen beigebracht werden, ohne dass den Eltern dadurch Zusatzkosten entstanden sind.

Welche der 39 Zukunftsinvestitionen die Mitarbeiter der vr-Bank Südthüringen und den Rest der Jury am meisten überzeugt hat, ist noch geheim. Das Bankgeheimnis wird erst Anfang September bei der großen Verleihungsfeier in Suhl gelüftet.

Autor

Karsten Tischer
Kontakt zum Autor

Veröffentlicht am:
16. 08. 2019
19:44 Uhr

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Autor

Karsten Tischer

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Veröffentlicht am:
16. 08. 2019
19:44 Uhr



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