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Der erste Rekord ist schon gebrochen

Senioren sind sehr ehrgeizig: Wer wüsste das besser als die Leichtathleten des TSV Zella-Mehlis. Noch bevor die Deutschen Senioren-Meisterschaften Wurf-Mehrkampf und Langstaffeln begonnen haben, gibt es einen Rekord.



Heiß begehrt: TSV Zella-Mehlis-Präsident Wolfgang Schlegelmilch und Leichtathletik-Abteilungsleiter Günter Karl zeigen das, was am Wochenende alle haben wollen.
Heiß begehrt: TSV Zella-Mehlis-Präsident Wolfgang Schlegelmilch und Leichtathletik-Abteilungsleiter Günter Karl zeigen das, was am Wochenende alle haben wollen.   » zu den Bildern

Zella-Mehlis - Eigentlich ist alles wie jedes Jahr: Die Ablaufpläne stehen, die Vorbereitungen sind routiniert und die fast 100 Medaillensätze sind auch schon lange da. Der TSV Zella-Mehlis ist mittlerweile erprobt im Ausrichten von Deutschen Leichtathletik-Meisterschaften für Senioren. Zum sechsten Mal in Folge trifft sich die deutsche Leichtathletik-Elite über 35 in der Arena "Schöne Aussicht" in Zella-Mehlis.

Zeitplan

Samstag, 8.30 bis 17.30 Uhr: Werfer-Fünfkampf, Wettkampfklassen M50 bis M90; 10.30 bis 15.10 Uhr: Langstaffeln M/W 35 bis 70;

19.30 Uhr: Zella-Mehliser Traditionsabend und Sportlertreff

Sonntag, 8.30 bis 16.30 Uhr: Werfer-Fünfkampf M/W 35 bis 85

 

Alle Veranstaltungen finden in der Arena "Schöne Aussicht" statt.

 

Und doch wird das anstehende Augustwochenende in die Geschichtsbücher des Vereins eingehen. Der TSV erwartet 464 Teilnehmer aus 161 Vereinen aus allen deutschen Landesverbänden. "Das ist ein neuer Teilnehmerrekord", sagt Gesamtleiter und Leichtathletik-Abteilungsleiter, Günter Karl. 214 Frauen und Männer werden im Wurf-Mehrkampf um Titel- und Medaillenehren kämpfen. 74 Staffeln mit 250 Läufern wetteifern im Rahmen der Deutschen Werfer-Fünfkampf-Meisterschaft über 4 x 400, 3 x 800 und 3 x 1000 Meter miteinander.

 

Vom Winde verweht

Wie ehrgeizig Senioren jenseits der 35 sein können, weiß Günter Karl nur zu gut. Es ist erst ein paar Jahre her, erzählt der Cheforganisator, als eine Athletin aus Hessen direkt vom Zella-Mehliser Siegerpodest zum Dopingtest geholt wurde. Die anschließende Probe war positiv. Speziell der Wurfbereich, also da, wo es um viel Muskelaufbau geht, stehe momentan im Fokus. Zwei Jahre wurde die hessische Athletin seinerzeit gesperrt. 2019 soll sie, so Karl, wieder in Zella-Mehlis an den Start gehen. Ein Dopingraum ist auch in diesem Jahr Pflicht. "Ob die Kontrolleure dann tatsächlich auch kommen, wissen wir jedoch nicht", sagt Karl.

Aber es sind nicht immer illegale Substanzen, die einem einen Strich durch die Rechnung machen. Erst vor wenigen Wochen, Mitte Juni, stellte der 90-jährige Karlheinz Teufert in Zella-Mehlis einen neuen Europarekord im Fünfkampf auf. Doch die Jury erkannte ihn nicht an, weil der Wind beim Weitsprung zu stark geblasen hatte.

So oder so, eines ist klar: Der Hunger auf Rekorde bleibt auch im Alter ungebrochen. Genau wie die Zufriedenheit mit dem Ausrichtungsort in Südthüringen. Das Image als leichtathletisches Mekka des deutschen Seniorensports hat Zella-Mehlis schon lange weg. Den Beweis hört TSV-Präsident Wolfgang Schlegelmilch, der bei den Siegerehrungen Medaillen und Urkunden mit übergibt, alle Jahre wieder: "Vielen Dank und bis nächstes Jahr!", sagen die Sportler - wohl wissentlich, dass Zella-Mehlis mit ziemlicher Sicherheit wieder den Zuschlag für die nächste Austragung bekommen wird.

Wirft man einen Blick in die Statistik des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV), wird ersichtlich, dass sich der wettkampfmäßige Seniorensport verschiedener Meisterschaften eines immer größeren Zulaufs erfreut. Diesem Trend hat sich der Thüringer Leichtathletik-Verband (TLV) nun schon seit fast drei Jahrzehnten mit der Ausrichtung deutscher Senioren-Meisterschaften in der Halle, im Cross, Berglauf und auf der Bahn gestellt.

Ein Grund, dass die Wahl immer wieder auf Zella-Mehlis fällt: die enorme materielle Verbesserung der leichtathletischen Anlagen in der Arena "Schöne Aussicht". Beispiel Weitenmessung: Die erfolgt in den Wurfdisziplinen Hammer, Speer und Diskus elektronisch - also genauso, wie es auch bei großen internationalen Wettkämpfen gang und gäbe ist. Die Zeitmessanlage für die Laufwettkämpfe wird vom TLV gemietet, die Sportanlagen bekommt der TSV von der Stadt kostenlos zur Verfügung gestellt. Trotzdem bleibt so eine Deutsche Meisterschaft ein kostenintensives Sportvergnügen. "Die schwarze Null ist das Ziel", wirft Wolfgang Schlegelmilch ein. Aber die habe man bislang immer erreicht.

Weltrekordler kommt

Fast 100 Medaillensätze stehen am Wochenende bereit zur Abholung. Favoriten gibt es einige, immerhin besuchen auch etliche Welt- und Europameister im Seniorenbereich die Ruppbergstadt. Welch enorme Leistungen die Senioren noch abrufen können, stellte im vergangenen Jahr Norbert Demmel (TSV Unterhaching) mit einem neuen Weltrekord im Werfer-Fünfkampf (4938 Punkte) der M55 unter Beweis. Der damals 55-Jährige schleuderte den Diskus auf die Weltklasseweite von 50,62 Meter, den Speer auf 51,58 und den Hammer auf 46,31 Meter. Der Bayer Demmel wird auch 2019 an den Start gehen, um sich den Titel gegen den zweitplatzierten Wolfgang Baum (LG Bernkastel/Wittlich) und den Dritten, Andreas Bauer (TV Burglengenfeld), erneut zu sichern.

Ein Blick in die Starterliste verrät, dass in fast allen Altersklassen die Titelverteidiger und Platzierten gemeldet haben. Die Hoffnungen der Thüringer liegen bei Susann Schmieder (LAV Elstertal Bad Köstritz) in der W45, Stefan Salge (PSV Erfurt) in der M55, Ines Jaensch (TSV Zella-Mehlis), Vorjahrssechste in der W45, Hans-Jürgen Lange (TSV Zella-Mehlis), Vorjahrsfünfter der M65, sowie auf Wigbert Kohl, Manfred Löhn (ASV Erfurt) und Harald Albert (LC Jena) in der M75. Ältester Teilnehmer ist der mehrfache Weltrekordler Richard Rzehak (SC Preußen Erlangen). Rzehak ist 90 Jahre alt. Der sportliche Ehrgeiz ist aber freilich jung geblieben.

Autor

Theo Schwabe, Karsten Tischer
Kontakt zum Autor

Veröffentlicht am:
08. 08. 2019
21:44 Uhr

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Autor

Theo Schwabe, Karsten Tischer

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Veröffentlicht am:
08. 08. 2019
21:44 Uhr



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