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Thüringen

Immer mehr Menschen mit Migrationshintergrund finden einen Job

Seit 2011 hat sich der Anteil der Menschen mit Migrationshintergrund in Thüringen nahezu verdoppelt. In den vergangenen Jahren fanden stieg die Zahl derjenigen unter ihnen, die Arbeit fanden. Integrationsminister Lauinger sagt, der Freistaat brauche die Zuwanderung.



Immer mehr Menschen aus dem Ausland finden in Thüringen einen Job. Das geht aus dem Integrations- und Zuwanderungsbericht hervor, den Migrationsminister Dieter Lauinger (Grüne) am Dienstag in Erfurt vorstellte. Demnach stieg die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten mit Migrationshintergrund in den vergangenen Jahren kontinuierlich an - von unter 10 000 im Jahr 2010 auf mehr als 40 000 Ende vergangenen Jahres. Zugleich ging die Arbeitslosigkeit unter den Zuwanderern zurück.

Während die Arbeitslosenquote dieser Gruppe im ersten Quartal 2010 noch bei rund 12 Prozent lag, ging sie bis zum letzten Quartal 2018 auf rund 5 Prozent herunter. Lauinger betonte, dass in den nächsten Jahren in Thüringen viele Menschen in den Ruhestand gehen werden. «Thüringen braucht Zuwanderung», sagte der Minister. Nach den Daten des Zuwanderungsberichts sind Menschen aus dem Ausland vor allem im unteren Lohnsegment beschäftigt und verdienen im Mittel (Medianwert) deutlich weniger als Deutsche.

Lauinger sagte, dass in Thüringen derzeit rund 132 000 Menschen mit Migrationshintergrund leben. Dies entspricht einem Bevölkerungsanteil von sechs Prozent. «Wir sind damit noch weit, weit entfernt von Zahlen anderer Bundesländer», sagte Lauinger. Dennoch hat sich ihr Anteil an der Bevölkerung dem Bericht zufolge seit 2011 nahezu verdoppelt. Gut 100 000 Menschen in Thüringen haben keine deutsche Staatsbürgerschaft.

Die Statistik zeige, dass die Menschen mit Migrationshintergrund relativ gleichmäßig auf die Landkreise verteilt lebten, sagte Lauinger. In der Landeshauptstadt Erfurt lebten dem Bericht zufolge im Jahr 2017 die meisten Zuwanderer - nämlich 15 853. Danach folgten Jena, Gotha, Ilm-kreis, Gera und Weimar. Im Landkreis Hildburghausen und im Kreis Sömmerda lebten die wenigsten.

Lauinger sprach sich dafür aus, nach der Wahl ein Integrationsgesetz auf den Weg zu bringen. Ob die bisherige Koalition aus Linke, SPD und Grüne bei der Wahl am 27. Oktober erneut eine Mehrheit zusammenbringt, ist den bisherigen Umfragen zufolge jedoch ungewiss. Lauinger sagte, dass die Träger der bisherigen Projekte zur Integration von Migranten sich wünschten, dass ihre Projekte einen gesetzlichen Rahmen bekommen.

«Das sind die Integrationsmanager, die wir in den Landkreisen eingeführt haben, das sind Koordinatoren, das sind Strukturen, die wir in der Asyl- und Migrationsberatung aufgebaut haben», zählte Lauinger als Beispiele auf. In dieser Legislatur hatte die Thüringer CDU ein einen Entwurf für ein Integrationsgesetz in den Landtag eingebracht, dessen zweite Beratung zuletzt aber immer wieder von der Tagesordnung genommen wurde. CDU-Spitzenkandidat Mike Mohring hatte Rot-Rot-Grün dafür scharf kritisiert. dpa

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Veröffentlicht am:
08. 10. 2019
16:44 Uhr

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