Lade Login-Box.
Topthemen: Südthüringen kocht 2020Freies Wort hilftFolgen Sie uns auf InstagramSport-Tabellen

Suhl/ Zella-Mehlis

Bunte Straßenkunst statt illegaler Schmierereien

Keine Frage: So manches Graffito ist bloße Schmiererei. Aber es gibt auch Sprayer, die mit Sprühdose regelrecht zaubern können. Für all jene, die gerne üben würden, wird nun in Suhl ein Standort gesucht.



Alles andere als schön sind Hinterlassenschaften wie in der Graffiti in der Straße Am Bahnhof in Suhl.
Alles andere als schön sind Hinterlassenschaften wie in der Graffiti in der Straße Am Bahnhof in Suhl.   Foto: frankphoto.de

Suhl - Vorzugsweise eine Mauer oder aber Ständerwände aus Beton, das wären die idealen Vorstellungen dessen, was sich der Jugendhilfeausschuss Suhl für junge Leute vorstellt, die sich gerne künstlerisch ausprobieren wollen. Ohne solch eine Möglichkeit gäbe es keine Entwicklung von legalem Graffiti in Suhl, rührt auch Grafikerin Annette Wiedemann die Werbetrommeln für diese Art der Kunst.

Damit liegt sie goldrichtig. Das zeigt eine derzeit laufende Onlineumfrage, an der sich Jugendliche beteiligen. "Rund 60 Teilnehmer haben Ja gesagt zu einer Wand, die besprüht werden darf", erklärt Sabine Schmidt, Sachgebietsleiterin Kinder- und Jugendförderung. "Am sinnvollsten wäre es, so eine Wand in der Nähe einer Jugendeinrichtung anzubieten - wo auch Sozialarbeiter ein Auge drauf haben". Diese sollte aber andererseits für jedermann frei zugänglich sein.

Insgesamt sei Graffiti ein großes Ding in Suhl, berichtet Kristin Kurth vom Jugendhilfeverein Fähre. Ihre Einrichtung habe sich daher das Thema auf den Tisch gezogen, um "Legalität in die Szene zu kriegen. Erste Ideen hat sie auch gleich mitgebracht. Sie kann sich vorstellen, Abrisshäuser für solche Zwecke zu nutzen. Oder aber mit der Handwerkskammer zu reden, ob Lehrlinge im Rahmen ihrer Ausbildung eine Mauer errichten könnten. Sabine Schmidt kann sich auch für Ständerwände erwärmen. Möglicherweise gibt es für genau diesen Vorschlag sogar ein Unternehmen, dass das Sponsoring übernehmen könnte.

Wie wichtig so eine Möglichkeit wäre, das bringt Nico Metzger, der die Kunst des Sprayens genial beherrscht, auf den Punkt: "So eine Wand wäre wichtig, um den ganzen Schmierereien vorzubeugen. Man könnte doch zum Beispiel Turnhallen-Wände nutzen, um Kunst ran zu bringen. Außerdem ist so ein Projekt auch wie eine Begegnungsstätte, wo man etwas voneinander lernen kann". In Suhl selbst, so sagt er, fehle es derzeit an Nachwuchs unter den Graffiti-Künstlern. Die, die den Umgang mit der Spraydose beherrschen, sind aus der Stadt weggezogen. Aber das Interesse, einfach mal mit der Spraydose loszulegen, das sei in jedem Fall vorhanden.

Für den Ausschussvorsitzenden Philipp Weltzien ist klar, dass trotz einer Übungswand wilde Signaturen auch weiterhin im Stadtbild zu sehen sein werden. "Aber wir kriegen viele Sprayer aus der Illegalität raus. Die Möglichkeiten, sich auszuprobieren, bestehen im Moment nun mal nur im illegalen Rahmen".

Steht die Frage, wohin mit so einem Objekt. Vorstellbar wäre für den Jugendhilfeausschuss die Grünfläche an der Jugendschmiede. Dazu jedoch muss erst einmal der Vermieter befragt werden, ob er sein Einverständnis gibt. Zudem wird der Ball an die Jugendlichen zurückgespielt. Sprich: Sie selbst sollen sich in den nächsten Tagen Gedanken darüber machen, wo sie weitere Möglichkeiten für ihr Projekt sehen.

Autor

Doreen Fischer
Kontakt zum Autor

Veröffentlicht am:
06. 12. 2019
07:22 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Begegnungsstätten Graffiti Grafiker Jugendorganisationen und Jugendeinrichtungen Kinder und Jugendliche Künstlerinnen und Künstler Sabine Schmidt Sozialarbeiter Standorte Unternehmen Vermieter
Suhl
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Tom Senft hat als Auszubildender in der Explorata angefangen. Er ist einer der ersten, der die neuen Exponate, hier die Messlatte, ausprobieren darf. Foto: mb

21.01.2020

Neugierige staunen künftig auf 1300 Quadratmetern

Die Minigolf-Anlage ist verschwunden. Sie macht Platz für weitere kleine und große Exponate, an denen die Explorata-Besucher Erstaunliches erleben werden. 26 300 Neugierige schauten 2019 vorbei. » mehr

Maren Simon hat zum Grafiker Horst Janssen einen besonderen Zugang und widmet ihm eine Porträtplastik, die in der CCS-Galerie zu sehen ist. Daneben stellt sie Malerei aus, die durch deren herbstliche Stimmung und durch die Schönheit der Frauen abseits des Schönheitsideals fasziniert. Fotos (2): frankphoto.de

11.10.2019

Scherben, Blumen und die Gesichter der Schönheit

Die neue Schau in der CCS-Galerie überrascht und fasziniert. Maren Simon zeigt unter dem Titel "Geerdet aufstrebend" Keramik sowie Malerei und entfacht dazwischen ein Zwiegespräch. » mehr

Dicht bebaut präsentierte sich das Wohngebiet Suhl-Nord im Jahr 1989 (Bild links). 25 Jahre später ist der Großteil der Wohngebäude zurückgebaut. Dabei soll es aber nicht bleiben. Fotos: Gewo

04.11.2019

Gewo-Sanierung hat sich zur Erfolgsstory gemausert

Im Jahr 2008 stand die Gewo vor dem Aus. Damals hatte die Stadt Suhl sich zu der Wohnungsgesellschaft bekannt und ihr mit 21,4 Millionen Euro unter die Arme gegriffen. Jetzt steht das Unternehmen auf gesunden Beinen. » mehr

Stefan Rebling aus Chemnitz arbeitet als Furrie-Grafiker. Fotos(2): frankphoto.de

28.07.2019

Internationale Aufträge aus der Furrie-Welt

Erst kommt das Papier, dann das Plüschfell. Zur Convention der Furries auf dem Ringberg gibt es auch Zeichen-Workshops, bei denen manches Kostüm seinen Anfang nimmt. » mehr

Solche Ansichten sollen in Zukunft in Suhl Geschichte sein. Foto: frankphoto.de

12.01.2020

Wilde Schmierereien haben keine Chance

Die Suhler haben es satt, dass sich immer wieder Schmierfinken an Hauswänden ausprobieren. Das ein Spezialunternehmen die Hinterlassenschaften beseitigt, haben sie mit Genugtuung aufgenommen. » mehr

Die Theatergruppe Improsant setzte einen Dialog über Wlan an Schulen nicht nur in Worten um, sondern auch in Pantomime. Johanna Hitzek, Willi Seibt und Steffen Wilhelm (von links) gestalteten den Auftakt zur Demokratiekonferenz.

10.09.2019

Viele Wege führen zu mehr Jugendbeteiligung

Mit einer zweiten Demokratiekonferenz sollten Möglichkeiten und Ideen für die Beteiligung von jungen Menschen am politischen Geschehen in der Stadt ausgelotet werden. » mehr

Autor

Doreen Fischer

Kontakt zum Autor

Veröffentlicht am:
06. 12. 2019
07:22 Uhr



^