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Ilmenau

Unbekannte legen Nagelfallen im Wald

Gefährliche Nagelfallen sind im Wald bei Elgersburg (Ilm-Kreis) entdeckt worden. Offenbar sollen sie Mountainbiker gefährden - die haben bei der Polizei Anzeige erstattet.



Solche Nagelfallen wurden am Rumpelsberg bei Elgersburg gefunden: Nägel wurden in Baumwurzeln eingeschlagen, dann die Köpfe abgezwickt. Das gefährdet Mountainbiker ebenso wie Wanderer und Tiere. Foto: ILRC
Solche Nagelfallen wurden am Rumpelsberg bei Elgersburg gefunden: Nägel wurden in Baumwurzeln eingeschlagen, dann die Köpfe abgezwickt. Das gefährdet Mountainbiker ebenso wie Wanderer und Tiere. Foto: ILRC   Foto: ILRC

Ilmenau/Elgersburg - Der Ilmenauer Radsportclub ILRC teilt Ende der vergangenen Woche mit, dass in der Nähe von Elgersburg sogenannte Nagelfallen entdeckt wurden. Dabei handelt es sich um eine Reihe Nägel, die in eine Wurzel geschlagen und denen dann die Köpfe abgeknipst wurden. Die Falle befindet sich offenbar an einem Weg oder Pfad am Rumpelsberg, einem Berg nahe der Hohen Warte zwischen Elgersburg, Manebach und Ilmenau-Roda. Der Weg wird von Radfahrern und/oder Wanderen benutzt.

 

Auf seiner Internetseite teilt der ILRC dazu mit: "Wenig Freude bereitet es uns, diesen Beitrag hier zu verfassen. Nachdem der ILRC zuletzt 2015 mit dem Problem der Nagelfallen am Ilmenauer Hangeberg zu tun hatte, wurden wir ... über eine weitere gefundene Falle informiert." Bereits 2015 hatte es einen solchen Vorfall, damals mit Dachpappenägeln, gegeben. Auch in anderen Bundesländern sind in den vergangenen Jahren Berichte über derartige Nagelfallen bekannt geworden.

 

Karsten Neumann und Jens Hruschka vom ILRC-Vorstand betonen, dass es sich hierbei um einen Straftatbestand handelt. Und zwar nicht nur wegen Sachbeschädigung an dem Baum, sondern mindestens auch um versuchte Körperverletzung: "Von solchen Fallen geht nicht nur eine Gefahr für Radfahrer aus, sondern auch für alle anderen Waldnutzer und Tiere." Daher müsste der ILRC nun eine generelle Warnung aussprechen, dass im Bereich Elgersburg offenbar mit solchen Gefahrenquellen gerechnet werden muss: "Dass diese Fallen vorrangig gegen Mountainbiker gerichtet sind, muss man sicher auch nicht in Abrede stellen. Aber diese Maßnahme, durch welche Frustration auch immer motiviert, ist ganz klar kein Kavaliersdelikt, sondern eine Straftat, die je nach Schwere der Folgen auch zu Gefängnisstrafen führen kann. Daher auch von uns ergänzend der Aufruf: Wenn jemand eine solche Falle entdeckt, vielleicht sogar die verantwortliche Person in flagranti ertappt, unbedingt bei der Polizei melden."

Ähnlich äußerst sich auch Hagen Dargel, Leiter des zuständigen Forstamts Frauenwald. "Solche Aktionen mögen sich zwar gegen illegale Trails im Wald richten, aber sie sind unter keinen Umständen zu rechtfertigen", sagt er. Wie auch der ILRC rät er dazu, derartige Fälle der Polizei zu melden. Außerdem sei es ratsam, das zuständige Forstamt zu informieren. "Unsere Mitarbeiter sind viel und oft im Wald unterwegs und können bei zeitnaher Meldung vielleicht feststellen, wer es gewesen sein könnte", so Dargel.

Die Gefahrenstelle sollte als Beweis fotografiert und schließlich, wenn möglich, selbst beseitigt werden, um keinen Schaden mehr verursachen zu können. So hat es auch der ILRC gemacht. Die erste Gefahrenstelle sei sofort von den Findern beseitigt und die Nägel gezogen worden, teilte Karsten Neumann mit. Die Finder hätten dann eine zweite Falle entdeckt und sich entschlossen, den Fall der Polizei zu melden. Gemeinsam mit den Beamten sei vor Ort am Rumpelsberg die zweite Falle entschärft worden. Nun ermitteln die Beamten wegen gefährlicher Körperverletzung gegen unbekannt.

Auch aus anderen Regionen gab es in den vergangenen Jahren bereits Berichte, wonach Radfahrer oder Wanderer durch Nagelfallen schwer verletzt wurden. Neumann meint dazu: "Wer auch immer diese Fallen errichtet hat, ist sich offenbar der Schwere dieser Tat nicht bewusst. Glücklicherweise ist, zumindest unserer Kenntnis nach, bisher kein ernster Schaden entstanden. Aber jeder kann sich sicher ausmalen, was passieren kann, wenn jemand beispielsweise bei Schnee ausrutscht und in diese Falle stürzt, unabhängig davon, ob er auf dem Rad oder zu Fuß im Wald unterwegs ist."

Autor

Uwe Appelfeller, Danny-Scheler Stöhr
Kontakt zum Autor

Veröffentlicht am:
11. 12. 2019
08:06 Uhr

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Autor

Uwe Appelfeller, Danny-Scheler Stöhr

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Veröffentlicht am:
11. 12. 2019
08:06 Uhr



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