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Ilmenau

Polizeiarbeit: Zeugenhinweise sind immer wichtig

Bei der Aufklärung von Straftaten ist die Polizei stark auf die Mithilfe der Bevölkerung angewiesen. Zudem soll es wieder mehr Polizeipräsenz im Stadtbild geben, fordert ein Stadtrat.



Ilmenau - Bei Aufklärung von Straftaten sei die Polizei mehr denn je nicht nur auf Anzeigen, sondern auch auf Hinweise und Zeugenaussagen aus der Bevölkerung angewiesen. Polizeioberrat Jörg Bürger, der Leiter der Inspektion Arnstadt-Ilmenau, erklärte am Donnerstag im Ilmenauer Stadtrat, dass Hinweise aus der Bevölkerung sehr wichtig seien. Das betreffe zum Beispiel bei Einbrüchen oder Diebstählen nicht nur Beobachtungen zum Tathergang, sondern auch spätere Zusammenhänge. So sei es auch sehr wichtig zu erfahren: Wo und wem wird (mögliches) Diebesgut angeboten?

In schweren Fällen wertet die Polizei-Inspektion zusammen mit der Kripo viele Spuren aus, die zur Aufklärung von Straftaten führen. Dazu müssten er und seine Beamten aber in Ruhe Schritt für Schritt arbeiten können, um dem Ermittlungserfolg näherzukommen, erklärte Bürger. Gerade nach den vermehrten Baustellen-Diebstählen in den vergangenen Tagen in und um Ilmenau (Freies Wort berichtete) ermittelt die Polizei auf Hochtouren und hat offenbar auch eine Spur. Dennoch sei man dankbar für weitere Zeugenhinweise.

Von den Stadträten wurde Jörg Bürger auch befragt, ob es zunehmende Drogendelikte in Ilmenau gäbe. Die Stadt Ilmenau sei nur die Spitze eines allgemeinen gesellschaftlichen Eisbergs, sagte Bürger sinngemäß: "Drogen sind allgemein ein Problem in unserer Gesellschaft geworden." Aktuell seien Drogen wie Christal Meth auf dem Vormarsch und sehr gefährlich, weil man Abhängigen ihre Sucht nicht sofort ansehen würde (im Gegensatz zu Drogen wie Kokain oder Heroin, die vor einigen Jahren gefragter waren).

Einen direkten "Drogenumschlagplatz" könne man in Ilmenau nicht ausmachen, hatte Bürger auf die Nachfrage zum Beispiel nach dem Stollen-Spielplatz gesagt - dort gäbe es durch verstärkte Kontrollen kaum noch Delikte. Ein Problem sieht Bürger eher an Schulen, weil dort "keiner etwas sagt: Wenn bei einem Schüler mal eine kleine Menge Haschisch gefunden wird, erfährt das die Polizei meistens gar nicht."

Anonymität nützt wenig

Bürger bedauert, dass sich Leute, die anonyme Hinweise etwa auf mögliche Drogendealer geben (welche etwa aus dem Auto heraus Drogen an Schulen verkaufen), nicht als Zeugen zur Verfügung stellen. Allerdings sei eine Zunahme von Drogenkriminalität etwa an Schulen statistisch nicht belegt, ergänzte Bürger - und verwies gleichzeitig auf die schulische Präventions- und Aufklärungsarbeit der Polizei.

Ebensowenig gibt es in Ilmenau eine Zunahme von Graffiti. Die Mutmaßung von Stadtrat Jens Dietrich (AfD), dem "eine massive Zunahme an Graffiti aufgefallen" sei, wies Bürgers Polizei-Kollege Norman Stagnelle zurück: Die Schmierereien an privaten und öffentlichen Bauten seien eher zurückgegangen.

Ein Thema waren auch die PolizeiStreifengänge im Stadtgebiet, die nach Meinung von Stadtrat Bernd Rocktäschel (Ilmenau Direkt) in diesem Jahr nicht mehr stattgefunden hätten - zumindest habe er keine einzige Streife gesehen. Jörg Bürger erklärte, dass er erst seit vergangenem Jahr Polizeistellenleiter ist und manche Dinge ihre Zeit bräuchten. Immerhin habe er bisher in Arnstadt mehr Probleme zu lösen gehabt als in Ilmenau. Dennoch soll die Struktur der Kontaktbereichsbeamten (KoB) vor Ort geändert werden, der Bevölkerung sollen mehr Ansprechpartner zur Verfügung stehen. Bürger meinte, man wolle nicht nur regelmäßige Sicherheitsberatungen mit der Stadt machen, sondern die Kriminalstatistik auch jährlich im Stadtrat vorstellen, wie es in Arnstadt bereits Usus sei - das Angebot habe er dem Oberbürgermeister bereits unterbreitet.

Autor

Uwe Appelfeller
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Veröffentlicht am:
08. 11. 2019
16:20 Uhr

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Autor

Uwe Appelfeller

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Veröffentlicht am:
08. 11. 2019
16:20 Uhr



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