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Hildburghausen

Nach dem Großbrand in Milz: "Ich sehe nicht schwarz!"

Silvio Supp und seine Familie verlieren bei einem Großbrand in Milz am Silvesterabend ihr Eigenheim. "Freies Wort hilft" ruft zu Spenden für die Betroffenen auf. Das Familienoberhaupt ist trotz des Unglücks optimistisch.



Mittendrin in den Überresten der Brandkatastrophe: Silvio Supp und seine Frau Stefanie.
Mittendrin in den Überresten der Brandkatastrophe: Silvio Supp und seine Frau Stefanie.   Foto: frankphoto.de » zu den Bildern

Milz - Die Betroffenen sind auch zwei Tage nach dem Unglück nicht allein. Das wird bei der Besichtigung des Hauses im Steinweg des Römhilder Ortsteils Milz am Mittwoch deutlich. Auf der Tagesordnung stehen Umarmungen, Schulterklopfen, Daumendrücken und viele warme Worte des Zuspruchs in den schweren Stunden für Vater Silvio Supp und seine Familie. Sie haben am Silvesterabend eine Katastrophe erlebt, bei der die zwei Etagen und der Dachboden ihres zweistöckigen Wohnhauses komplett ausbrannten. "Wir erfahren große Solidarität", sagt der 55-jährige Supp, der das Haus mit Frau Stefanie und Tochter Laura bewohnt hat. "Feuerwehr, Bürgermeister, Verwandten, Freunden, allen, die geholfen und uns unterstützt haben, sage ich großen Dank."

Als er diesen Dank ausspricht, steht Silvio Supp auf verkohlten Holzresten hinter dem Eingangsbereich des fast komplett abgedeckten Hauses, in dem es nach wie vor verbrannt riecht. Erst hier drin und im Hof mit Blick auf die rechte Seitenwand und die Rückseite des Hauses wird richtig deutlich, wie enorm die Flammen gewütet haben. "Fast alles, was wir hier hatten, ist verbrannt, vom Haus über die Einrichtung, persönliche Dokumente, Urkunden bis zu Versicherungsscheinen", sagt Supp. Er brachte zwei Autos, die im Hof geparkt waren, gerade noch in Sicherheit. Als er noch mal ins Haus wollte, um weitere Habseligkeiten zu retten, hinderte ihn die Feuerwehr wegen der großen Gefahr zu recht daran. Supp hatte sich bereits am Kopf und an der linken Hand verletzt, seine Jacke hatte gebrannt.

31.12.2018 - Haus brennt in Silvesternacht ab - Foto: Steffen Ittig

Wohnhausbrand Milz Römhild
Wohnhausbrand Milz Römhild
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Wohnhausbrand in Milz in Silvesternacht Römhild
Wohnhausbrand in Milz in Silvesternacht Römhild
Wohnhausbrand in Milz in Silvesternacht Römhild
Wohnhausbrand in Milz in Silvesternacht Römhild
Wohnhausbrand in Milz in Silvesternacht Römhild
Wohnhausbrand in Milz in Silvesternacht Römhild
Wohnhausbrand in Milz in Silvesternacht Römhild

Die Supps erlebten einen Silvesterabend, wie sie ihn nie erleben wollten. Statt einer feuchtfröhlichen Feierlichkeit mit Feuerwerk um Mitternacht brannten die eigenen vier Wände lichterloh. Den Großbrand hat nach ersten Angaben der Polizei die Explosion eines Gasofens auf der Terrasse ausgelöst. Von dort aus sollen die Flammen schnell auf den Wintergarten und das Wohnhaus übergegriffen haben. "Viel Holz, das hat gebrannt wie Zunder, zumal der Wind von Norden kam und das Feuer in das Haus hineingeweht hat", sagt Silvio Supp, der den Tatsachen ins Auge blickt und sich trotz der Katastrophe, die Frau und Tochter psychisch sehr mitgenommen hat, bereits wieder optimistisch gibt. "Er bleibt trotz des Brandes eine karnevalistische Frohnatur", merkt Torsten Göhring an, der wie Supp Präsident des Milzer Karnevalsvereins war und einer derjenigen ist, die ihm in dieser Notlage zur Seite stehen.

"Nur das hier ist übrig geblieben", sagt Silvio Supp und weist mit seiner verbundenen Hand erst auf die Decken und dann auf vier Stühle - alles verkohlt. "Die beiden Etagen sind sicher nicht mehr bewohnbar. Allenfalls vom Kellerbereich, in dem unserer Tochter ihre Wohnung hat, könnte noch etwas zu retten sein. Wir müssen sehen, welche Schäden durch das Löschwasser entstanden sind", sagt Supp, der das Haus gemeinsam mit seinem Vater Manfred, seinen Brüdern und weiteren Verwandten gebaut hat und 1991 eingezogen ist. Bad und Wohnzimmer hatte der gelernte Landmaschinenschlosser und handwerklich allgemein sehr begabte Hausherr erst kürzlich renoviert. Obwohl nahezu alles zerstört ist, hat er bereits wieder Mut geschöpft und sagt: "Da steckt viel Herzblut drin. Aber was will man tun? Es muss vorwärts gehen. Auch wenn hier viel verbrannt und schwarz ist, sehe ich nicht schwarz!"

Gegenwärtig wohnt die Familie bei Silvio Supps Eltern in unmittelbarer Nähe. "Wer aber meinen Eifer kennt, der weiß, dass hier so schnell wie möglich wieder ein Haus stehen soll, in das wir einziehen können", sagt Silvio Supp. Zunächst aber müssen die Kriminalpolizei, die am Mittwoch vor Ort war, und der Gutachter der Versicherung ihre Ergebnisse bekannt geben. Die Supps hoffen nach dem schlimmen Silvesterabend auf positive Resultate.

Der Verein "Freies Wort hilft - Miteinander Füreinander", das gemeinnützige Hilfswerk der drei Südthüringer Tageszeitungen, nimmt ab sofort Spenden für Familie Supp unter der Bankverbindung Rhön-Rennsteig-Sparkasse IBAN: DE 39 8405 0000 1705 017 017 an. Bitte notieren Sie dazu bei Ihrer Überweisung als Verwendungszweck "Großbrand Milz". Die Spenden sind steuerlich absetzbar.

Autor

Jan-Thomas Markert
Kontakt zum Autor

Veröffentlicht am:
02. 01. 2019
22:16 Uhr

Aktualisiert am:
04. 01. 2019
09:46 Uhr

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Jan-Thomas Markert

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Veröffentlicht am:
02. 01. 2019
22:16 Uhr

Aktualisiert am:
04. 01. 2019
09:46 Uhr



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