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Verzichten, um anderen zu helfen

Mit einem Appell an die Vernunft wendet sich Ingo Jendrusiak, Bürgermeister der Krayenberggemeinde, an die Bürger.



Auch in der Krayenberggemeinde sind alle Spielplätze geschlossen. Aber einige Bürger halten sich nicht an die Verbote. Deshalb bittet Bürgermeister Jendrusiak um Vernunft und Einhaltung der behördlichen Auflagen.	Foto: Heiko Matz
Auch in der Krayenberggemeinde sind alle Spielplätze geschlossen. Aber einige Bürger halten sich nicht an die Verbote. Deshalb bittet Bürgermeister Jendrusiak um Vernunft und Einhaltung der behördlichen Auflagen. Foto: Heiko Matz   » zu den Bildern

Dorndorf - Verantwortungsbewusstsein und Vernunft fordert der Bürgermeister der Krayenberggemeinde Ingo Jendrusiak (parteilos) in einem Brief an die Bürger. Er schreibt: "Ich wende mich heute an Sie, weil ich mir große Sorgen mache. Wir alle, oder zumindest die meisten von uns, verfolgen Tag für Tag die neuen Erkenntnisse über die rasant schnelle Ausbreitung des neuen Corona-Virus. Die Lage ist nicht nur ernst, sie ist sehr ernst!"

Weiter formuliert Jendrusiak: "Die Älteren beherrschen noch die Kunst, sich einzuschränken, sie kennen auch leere Regale aus früheren Zeiten, wissen, auch ohne Hamsterkäufe, gut über die Runden zu kommen." Jüngere Menschen, so der Bürgermeister, müssten leider nun erst einmal lernen, mit Einschränkungen umzugehen.

Weil er dafür Verständnis habe, aber auch gleichzeitig eine Gefahr sehe,gelte sein Appell vor allem den jüngeren Bürgern. "Liebe Teenager, ihr seid jung und gesund und richtig stark! Ihr seid euch dessen bewusst, euch tut die Krankheit am wenigsten weh. Was kann schon passieren, schlimmstenfalls ein Husten. Na und? Das war früher auch okay."

Aber jetzt gehe es um Covid 19. Und leider sei das "Na und" heute immer noch oft zu hören, doch jetzt sei es verantwortungslos. "Ich freue mich, dass ihr jung und gesund seid. Doch Fakt ist, dass ihr gerade darum eine größere Verantwortung tragt, als euch vielleicht lieb und bewusst ist."

Selbst wenn jungen Menschen eine Infektion nur wenig anhaben könne, so seien sie doch im Falle einer Ansteckung ein unbewusster Überträger. Deshalb seien die Verfügungen der Behörden nicht witzig. Sie dienten dazu, die wahrscheinlich unvermeidliche Übertragung des Virus einzuschränken. Sie dienten dazu, so Jendrusiak, den Eltern, Großeltern und guten Freunden, die nicht so gesund sind, eine Betreuung in den Krankenhäusern zu sichern.

"Und genau darum sind Corona-Partys, auch keine Witze. Sie sind nichts, als Macho-Gehabe. Sie sind egoistisch, unverantwortlich und sind wie derzeit alle Partys verboten", betont der Bürgermeister.

In diesem Zusammenhang müsse er darauf hinweisen, dass die Missachtung der gültigen, behördlichen Verfügungen als eine Straftat geahndet werden könne.

An die älteren Bürger gewandt, bittet der Bürgermeister der Krayenberggemeinde: "Bitte bleiben auch Sie zu Hause und zögern Sie nicht, sich mit ihren jüngeren Familienmitgliedern, Nachbarn, Freunden und Bekannten in Verbindung zu setzen, und diese um Hilfe bei der Versorgung mit Lebensmitteln und Dingen des täglichen Bedarfs zu bitten."

Zusammenfassend fordert Jendrusiak die Bürger auf, die Auflagen zu achten, weil sie für manche Mitbürger lebenswichtig seien. Jeder Bürger sollte nicht nur sich selbst schützen, sondern auch andere und besonders Ältere und Kranke. Jeder sollte zwei Meter Abstand zum Gegenüber halten und soziale Kontakte auf das Notwendigste beschränken

Jeder sollte Maß beim Einkaufen halten, denn auch andere müssten sich versorgen. Und jeder sollte Zivilcourage zeigen und Ignoranten auf die Verantwortung hinweisen.

"Wir müssen derzeit verzichten, um anderen zu helfen. Ich wünsche allen Bürgern Gesundheit und alles Gute", so Jendrusiak abschließend.

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Veröffentlicht am:
20. 03. 2020
18:00 Uhr

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20. 03. 2020
18:00 Uhr



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