Der lange Weg zum Ziel
Mathias Eckardt folgt einem guten Rat von Dr. Horst Edelmann, einem Arzt aus Waldau, und beginnt seine Tätigkeit als Hilfspfleger in einer Kieferchirurgischen Klinik in Erfurt für 350 DDR-Mark im Monat. Seinen Studienplatz gibt er zurück. Während seines Grundwehrdienstes auf Rügen als Sanitäter steuert er erneut sein Ziel an, Zahnmedizin zu studieren. Er hat Glück, der VIII. Parteitag der SED hatte festgestellt: Zahnärzte braucht das Land. Es folgt das Studium in Jena und Erfurt mit dem Abschluss 1979. Der Staat lenkt, und der Dipl.-Stomatologe kommt für eine vierjährige Assistenzzeit an eine Poliklinik in Ilmenau. Noch ist die selbstständige Praxis fern, aber es bietet sich eine Chance in der Außenstelle der Landambulanz Schönbrunn in Waldau und in Merbelsrod. „Hier“, erzählt er, „konnte ich zwar selbstständig arbeiten, aber selbstständig bestellen konnte ich nichts.“ Hartnäckig steuert Eckardt eine Staatspraxis an. Die war schon in vielem eigenständiger, aber nicht einfach zu haben. Erst die politische Veränderung 1989 gibt ihm die Möglichkeit, in eigener Praxis tätig zu sein. 1990 ging es los.