Wohnungsbrand Tragischer Tod im Schlafzimmer

Tragisches Geschehen bei einem nächtlichen Wohnungsbrand in der Hohen Röder: Eine 68-jährige Frau kommt in ihrem Schlafzimmer im Erdgeschoss ums Leben, zwei Bewohner der oberen Etage kommen ins Klinikum.

Suhl - Als die ersten Suhler Feuerwehren am Dienstag kurz vor 5 Uhr vor dem Zweifamilienhaus Hohe Röder 32 eintreffen, dringt schon dichter und heißer Brandrauch aus allen Öffnungen des Erdgeschosses. Hinter einem fenster flackert Feuerschein. Sofort rücken die Einsatzkräfte unter Atemschutz in das Haus vor, durchsuchen die Räume. Eile ist geboten, denn die Bewohnerin der Erdgeschosswohnung ist noch im Haus. Es ist die Oma der jungen Familie, die in der oberen Etage wohnt. Die schlimmen Befürchtungen bewahrheiten sich: In einem völlig verrauchten Zimmer im Erdgeschoss ertasten die Kameraden eines Angriffstrupps eine leblose Person. Sie bringen die Frau nach wenigen Minuten ins Freie. Doch es ist zu spät: Der mit dem Rettungsdienst vor Ort gerufene Notarzt kann nur noch den Tod der 68-jährigen Frau feststellen.

Die junge Familie aus dem Obergeschoss, darunter das 13-jährige Enkelkind der Verstorbenen, wird ebenfalls ins Freie gebracht. Sie waren durch den ausgelösten Heimrauchmelder aus dem schlaf gerissen und gewarnt worden. Weil sie dennoch etwas Rauch eingeatmet haben, kommen sie vorsorglich mit dem Rettungswagen ins SRH-Zentralklinikum Suhl, um dort eine Rauchgasvergiftung auszuschließen. Am Nachmittag können sie das Krankenhaus aber bereits wieder verlassen.

„Mit drei Angriffstrupps konnten wir das Feuer nach etwa 45 Minuten löschen. Der Schaden durch Feuer, Rauch und Wasser in der Brandwohnung ist aber immens. Sie ist vorläufig unbewohnbar“, berichtet Feuerwehrsprecher Daniel Wiegmann unserer Zeitung.

Gegen 7 Uhr können seine mit acht Fahrzeugen angerückten Kollegen – 25 Kameraden der Berufsfeuerwehr und der Freiwilligen Feuerwehr Suhl-Zentrum – den Brandort wieder verlassen und das Haus für die Brandursachenermittler der Kriminalpolizei freigeben.

Diese kamen am Nachmittag nach Mitteilung von Polizeisprecherin Julia Kohl zu der Erkenntnis, dass es keine Einwirkung von außen gegeben hat und somit eine vorsätzliche Brandstiftung ausgeschlossen werden kann. „Mit hoher Wahrscheinlichkeit war der unsachgemäße Umgang mit offenem Feuer, wie zum Beispiel Kerzenlicht, oder mit sogenannten nachglühenden Stoffen, wie beispielsweise eine nicht ausgedrückte Zigarette, brandursächlich“, teilt Kohl mit.

Nach Informationen dieser Zeitung soll indes alles darauf hinweisen, dass die Frau im Bett geraucht oder eine Zigarette nicht richtig gelöscht hat. Wie aus ihrem Umkreis zu erfahren war, soll sie wegen eines chronischen Lungenleidens beatmungspflichtig gewesen sein und zu Hause ein Sauerstoffgerät genutzt haben. Ob ein solches im Brandzimmer gefunden wurde, wollte die Polizei weder bestätigen noch dementieren. Da reiner Sauerstoff nur wenig schwerer als Luft ist, breitet er sich beim Ausströmen direkt über dem Bett aus und würde beim Kontakt mit Zigarettenglut sofort stark brandfördernd wirken. Das würde die schnelle Ausbreitung des Feuers in dem betroffenen Zimmer der Wohnung erklären.

Zur Höhe des entstandenen Sachschadens an der betroffenen Wohnung konnte die Polizei am Dienstag noch keine genauen Angaben machen.

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