Wohngebietsprojekt Workshop für Stadtteilzeitung über Suhl-Nord startet

red
Für die geplante Open-Air-Ausstellung Foto: Müller

Im Workshop für eine Stadtteilzeitung über Suhl-Nord sind noch Plätze frei. Er findet an vier Wochenenden im September, Oktober und November statt.

Am 23. Juli startete das Projekt „Suhl-Nord – Wieder im Gespräch“ des Fotografie-Vereins unofficial.pictures mit einem Straßenfest. Dabei wurden bereits viele Fotos für eine geplante Open-Air-Ausstellung abgegeben. „Ab 3. September soll nun an vier Wochenenden eine Stadtteilzeitung erarbeitet werden. Hierfür werden noch Interessierte gesucht, die sich mit Fotografien und Texten mit dem Viertel beschäftigen wollen“, ermuntert Rafael Brix, Vorsitzender des Vereins, sich zu melden.

Viele ehemalige und aktuelle Bewohner kamen nach dem Fest in den Vereinsraum neben der Apotheke, um Fotos abzugeben, die sie aus ihren Alben oder ihren Festplatten herausgesucht hatten – und zu denen es die eine oder andere Anekdote zu erzählen gab.

„Mit den gesammelten Fotos soll eine große Open-Air-Ausstellung entstehen, die das frühere und heutige Leben in Suhl-Nord aus vielfältigen persönlichen Perspektiven zeigt. So soll einerseits ein Dialog über verschiedene Wahrnehmungen entstehen, aber auch eine Möglichkeit geschaffen werden, die Erinnerung an das Viertel gemeinsam zu gestalten“, kündigt Rafael Brix an. Nach einer temporären Ausstellung in der Innenstadt sei geplant, diese dauerhaft in Suhl-Nord zu präsentieren. So hätten Menschen, deren ehemalige Wohnungen inzwischen abgerissen wurden, eine Anlaufstelle, wenn sie in das Viertel zurückkommen und sich erinnern möchten. Derzeit fehlten beispielsweise noch Fotografien von Geschäften und Arbeitern, von häuslicher Pflege und privaten Festen, von Delegationen und Demonstrationen, Kellern, Küchen und Schlafzimmern, vom Mittagsschlaf und Abendessen, von Bussen und Bushaltestellen, sowie den Wohngebietszentren. Getreu dem Vereinsnamen interessieren dabei besonders „inoffizielle Bilder“, die etwas abseits der offiziellen Darstellung erzählen.

Das Kernstück des vom Fonds Soziokultur und der Heidehof-Stiftung geförderten Suhl-Nord-Projekts bildet aber ein Zeitungsworkshop, der am 3. September starten und über vier Wochenenden bis in den November laufen soll. Zu den Treffen in Suhl-Nord können weitere Fotos mitgebracht werden – dann geht es vor allem darum, ein Thema darin zu finden und zu schauen, in welcher Reihenfolge die Bilder welche Geschichte erzählen. Außerdem können dazu noch Gedichte, Interviews oder andere Texte entstehen. Es ist aber auch möglich, sich im Workshop ein Thema zu suchen und dann mit Hilfe der fachkundigen Anleitung der drei Fotografen neue Bilder aufzunehmen.

An den Terminen 3. und 4. sowie 17.und 18. September, 8. und 9. Oktober sowie 5. und 6. November entsteht schließlich eine Stadtteilzeitung, die 1500-mal gedruckt und an alle Haushalte im Viertel verteilt werden soll. Für die Treffen sind inzwischen die ersten Anmeldungen eingetrudelt, doch es werden laut Verein noch weitere Menschen unterschiedlichen Alters und Hintergrunds gesucht, die mit Fotografie, Text oder anderen Medien eine mit Suhl-Nord verbundene Geschichte erzählen wollen. Auf der Internetseite finden sich detaillierte Informationen in neun Sprachen und das Anmeldeformular. Für alle Fragen oder die telefonische Anmeldung steht der Verein auch per Mail unter info@suhl-nord.de und telefonisch unter (0 36 81) 4 66 29 36 zur Verfügung.

www.suhl-nord.de

 

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