Werrabahn Coburg–Eisfeld: Kreistag sagt Nein

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Der Landkreis Coburg rückt vom IHK-Positionspapier mit dem Wunsch nach einer „Reaktivierung“ der Bahnstrecke Eisfeld–Coburg ab. Trotzdem keimt neue Hoffnung für den Werrabahn-Lückenschluss, und zwar über die Alternativvariante Bad Rodach.

Coburg - Ein weiterer Rückschlag für den Werrabahn-Lückenschluss zwischen Eisfeld und Coburg, aber zugleich mehr Chancen für eine Alternativtrasse über Bad Rodach: Diese Botschaft sendet der Coburger Kreistag aus. Mit denkbar knapper Mehrheit lehnte das Gremium am Donnerstag eine Resolution „für den Schienenlückenschluss über die ehemalige Werrabahn“ (also via Lautertal) ab. Zugleich beschloss der Kreistag mit ebenfalls hauchdünner Mehrheit den Beitritt des Landkreises zur geplanten Interessengemeinschaft (IG) „Schienenlückenschlusses Coburg – Südthüringen“, bei der auch die Stadt Coburg mitmacht. Die IG soll die Freistaaten Bayern und Thüringen dazu bringen, ein Raumordnungsverfahren einzuleiten, um eine geeignete Trasse zu ermitteln.

Eine mögliche Reaktivierung der inzwischen teils überbauten alten Werrabahntrasse durchs Lautertal stößt im Coburger Land auf massive Vorbehalte. Daher werden einer alternativen Anbindung der Werrabahn ab Hildburghausen an die existierende Strecke Bad Rodach – Coburg höhere Chancen eingeräumt. Allerdings wäre diese wahrscheinlich teurer.

Für jeglichen Lückenschluss müssen beide Länder ins Boot geholt werden, wobei Bayern derzeit keine Anstalten zeigt, aktiv zu werden und Thüringen zunächst auf Bayern wartet. Nun soll die IG unter der Federführung der IHKen Südthüringen und Coburg nochmals Druck machen und mit einer Wirtschaftlichkeits- und Potenzialanalyse Argumente nach München liefern. Die Strecke Eisfeld–Coburg steht im Zielfahrplan „Deutschlandtakt 2030“ des Bundes, allerdings mit der Maßgabe, dass Bayern den Bau befürwortet und mitfinanziert. er

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