Waldau - Es ist kalt im alten Gemäuer. Sogar den eigenen Atem kann man in der Waldauer Kirche sehen. Das ist Rolf Möllers Arbeitsplatz - alles andere als gemütlich. Und doch liebt er das, was er tut. Der Restaurator lächelt. "Es ist etwas ganz Besonderes, das, was jahrhundertelang niemand zu Gesicht bekommen hat, als erster zu sehen", versucht er den Reiz in Worte zu fassen. In solchen Momenten vergisst er, dass es um ihn herum alles andere als wohlig warm ist. Obwohl, er hat sich eingerichtet, ein Gerüst in die Kirche gebaut, ihm einen Mantel aus Planen umgehängt. Zwei Heizkörper sorgen in seiner Arbeits-Etage für etwas Wärme. Eine gewisse Temperatur braucht er, um arbeiten zu können. Etwas Wärme brauchen auch der Knochenleim, die Farbe und der Abbeizer, den er zum Freilegen benötigt. Und dennoch ist Möller eingemummelt, trägt Mütze, Jacke, oft auch Handschuhe, aus denen die Fingerkuppen herauslugen. Eben, um das Gefühl für die filigrane Arbeit zu haben. Rolf Möller restauriert zurzeit die nächsten anderthalb Bilder an der ersten Empore der Waldauer Kirche.