Übung an der Müllverbrennungsanlage Fünf Verletzte, ein Brand, 100 Einsatzkräfte

Großeinsatz an der Müllverbrennungsanlage in Zella-Mehlis. Zwei Mitarbeiter müssen aus 27 Metern Höhe gerettet werden. Und: Ein Müllfahrzeug ist in der Anlieferungshalle in Brand geraten. Zwei herausfordernde Szenarien für eine Übung, an der 100 Einsatzkräfte beteiligt sind.

Samstagmorgen, 9 Uhr. Die Feuerwehrleute rücken von ihren Standorten in Richtung Restabfallbehandlungsanlage (Raba) aus. Auch die Bergwachtler aus Zella-Mehlis und Oberhof sind alarmiert. In der Raba ist ein Arbeitsunfall in 27 Metern Höhe passiert. Zwei Mitarbeiter sind auf dem Kranausleger über dem Müllbunker zugange, bekommen aber gesundheitliche Probleme und können den Weg zurück nicht mehr aus eigener Kraft schaffen. In solch einer Höhe stoßen auch die Feuerwehrleute an ihre Grenzen. Die Bergwacht muss helfen und die beiden Männer abseilen.

Fast zeitgleich gerät ein Müllfahrzeug während des Abladens in der Anlieferungshalle in Brand. Die Einsatzleitung erhält die Meldung, dass drei Menschen zum Teil schwer verletzt sind und löst gegen 9.30 Uhr die Nachalarmierung aus. Die Brandbekämpfung unter schwerem Atemschutz sowie die Rettung der Verletzten muss zügig und gut koordiniert vonstattengehen. Die Einsatzleitung, die in den Händen der Feuerwehr Zella-Mehlis liegt, hat voll zu tun.

Dummys abgeseilt

„Wir haben es mit fünf Verletzten zu tun und das läuft unter der Kategorie ,Massenanfall von Verletzten’, sodass wir auch den Sanitäts- und Betreuungszug des DRK aus Niederschmalkalden angefordert haben. Die Patienten müssen strukturiert abgelegt und nach Dringlichkeit, die der Notarzt festlegt, abtransportiert werden“, so André Lenk von der Zella-Mehliser Feuerwehr, der die Szenarien für diese Übung entworfen hat. Ein Mann, der etliche Brandverletzungen erlitten hat, muss mit dem Rettungshubschrauber in die Spezialklinik nach Halle. Das wird allerdings nur simuliert. Auch die beiden Mitarbeiter, die aus 27 Metern Höhe in Sicherheit gebracht werden müssen, sind nicht echt. Es sind Dummys, die von den Bergwachtlern abgeseilt und zur weiteren Versorgung an den Sammelplatz für die Verletzten gebracht werden. Die anderen drei Verletzten haben Darsteller der Schnellen Einsatzgruppe (SEG) aus Niederschmalkalden gegeben.

Fit für den Ernstfall

Gegen 11 Uhr ist der Einsatz beendet. Und mit ihm eine Übung, die ein einmal pro Jahr an der Müllverbrennungsanlage in Zella-Mehlis durchgeführt wird.

„Es hat alles so geklappt, wie es klappen muss, wenn wir mit einem Ernstfall an der Raba zu tun haben“, resümiert André Lenk, der stellvertretende Wehrleiter am Standort Zella-Mehlis. Das Zusammenspiel der etwa 100 Einsatzkräfte, aus Zella-Mehlis, Benshausen, Niederschmalkalden, Schwarza, Christes und Oberhof habe reibungslos funktioniert. Der Raum auf dem Rabe-Gelände sei gut geordnet gewesen und jeder habe seine Aufgabe so erledigt, wie das auch im Ernstfall sein muss. “Die Zusammenarbeit mit der Leitung der Raba läuft hervorragend. Dass wir hier regelmäßig Übungen haben und uns gut kennen, ist für einen reibungslosen Einsatz-Ablauf von großem Vorteil“, sagt Lenk.

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