Suhl/Zella-Mehlis Testzentrum bleibt vorerst sonntags geöffnet

Fast jeden Tag das gleiche Bild Foto: frankphoto.de

Schlange stehen am Testzentrum. Das kann schon mal passieren. Damit eben diese Schlangen nicht zu lang werden, stoppen die Helfer die Wartezeiten. Und fordern im Bedarfsfall auf dem kurzen Dienstweg schnelle Unterstützung an. Trotzdem: Wer draußen ansteht, dem wird die Zeit schon mal zu lang.

Suhl - Erstmals hat das Suhler Testzentrum an einem Sonntag geöffnet. Auch wenn es diesmal nur 50 Männer und Frauen waren, die das Angebot genutzt haben, versichert Dennis Kummer, Leiter Sachbereich Einsatz in der Suhler Berufsfeuerwehr: „Wir wollen auch künftig an den Sonntagen öffnen. Damit können wir den Montag-Vormittag-Effekt auffangen“. Denn wer ausgerechnet an einem Montag Friseur, Fußpflege, den Tierpark oder gar die Buga besuchen möchte, der braucht ein negatives Testergebnis.

Inzwischen ist bekannt, zu welchen Zeiten der größte Andrang herrscht. Nach wie vor sind es die Dienstagvormittage und Donnerstagnachmittage, die als Stoßzeiten gelten. All das wurde bei den neuen Öffnungszeiten, die seit ein paar Tagen gelten, mit berücksichtigt. „Wir können nicht durchgängig aufmachen. Aber es ist ganz sicher keine Selbstverständlichkeit, dass wir sonntags öffnen“, erklärt Kummer. Genau dafür hatte sich Oberbürgermeister André Knapp deutlich ausgesprochen. „Wir haben die Bedarfe angepasst. In den Zeiten, in denen das Zentrum jetzt nicht geöffnet ist, macht es PCR-Tests für das Gesundheitsamt. Dort gibt es gerade richtig viel zu tun“, sagt Stadtsprecherin Ingrid Pabst.

Das bedeutet aber nicht im Umkehrschluss, dass der normale Bürger warten und ewig anstehen muss, um zu seinem Schnelltest zu kommen. „An sich hat man keine langen Wartezeiten“, versichert Kummer. Das, was er regelmäßig beobachtet, sind die Schlangen, die sich vor den eigentlichen Öffnungszeiten bilden. Viele stehen schon eine halbe Stunde an, bevor die Türen öffnen. Wenn dann die ersten Bürger eingelassen werden, ist es keine Seltenheit, dass dennoch zunächst ein Großteil draußen stehenbleiben muss. Denn mit dem ersten Schwung gelangen höchsten fünf Personen zeitgleich in den Eingangsbereich des Testzentrums.

Hauptbrandmeister Marko Gottschalk hat schon mehrfach die Zeit gestoppt, um ein Gefühl dafür zu bekommen, wie lange es von der Aufnahme bis zur Übergabe des ausgefüllten Laufzettels mit dem Testergebnis dauert. „Im allerschlimmsten Fall ist man nach 35 Minuten wieder weg“, hat er herausgefunden. Das Testen an sich ist nach nur einer Minute erledigt. Die anschließende 15-minütige Wartezeit könne aber auf gar keinen Fall verkürzt werden, sind sich die Einsatzkräfte von Berufsfeuerwehr, ASB, Bundeswehr und Stadtverwaltung einig. Schon mehrfach haben sie erlebt, dass das Testergebnis sich erst nach 13 Minuten abgezeichnet hat. Ein bisschen Zeit muss also jeder einplanen.

Insgesamt wurden am vergangenen Wochenende 120 Tests vorgenommen. Das ist im Vergleich mit den vorherigen Wochen sogar recht wenig. „An normalen Samstagen hatten wir bis jetzt 150 bis 250 Personen hier“, nimmt Dennis Kummer seine Unterlagen unter die Lupe. Warum das so ist, ist auch ihm ein Rätsel. Man wird es beobachten. Denn nicht nur die Gründe der Menschen verändern sich, auch die Verordnungen der Bundes- und Landesregierung.

Neben den Zahlen interessieren sich die Einsatzkräfte auch für die Gründe, warum die Menschen sich testen lassen. Manch einer ist gewissermaßen schon Stammgast. Andere wiederum brauchen den Nachweis für Verwandtenbesuche. Und wieder andere wollen vor einem geplanten Buga-Besuch den Test in Suhl durchführen lassen. Ob manch einer dafür sogar weite Wege in Kauf nimmt, um die langen Wartezeiten in Erfurt zu umgehen, auch dieser Frage gehen die Einsatzkräfte nach. Das Ergebnis: Nur ein einziger Suhler hatte im Vorfeld eines Buga-Abstechers das Suhler Testzentrum am Sonntag aufgesucht.

Bis zu 90 Personen pro Stunde, so rechnet Marko Gottschalk vor, könnten in Suhl durchgetestet werden. Momentan sind es im Schnitt rund 50. Es ist also noch deutlich Platz nach oben. Trotzdem gibt es manchmal Staus, in denen die Bürger empfinden, „...  da drin passiert gerade nichts“. Das hat damit zu tun, dass sich in den 15-Minuten-Wartebereichen höchsten 30 Personen zeitgleich aufhalten dürfen. Spätestens fünf Minuten später, so rechnet Dennis Kummer, löst sich dann wieder alles auf.

Natürlich kann es in solchen Situationen schon mal passieren, dass sich die Schlange der Wartenden vor dem Haus bis zur CCS-Außentreppe anstaut. Bei unerwartet hohem Andrang sind die Einsatzkräfte auf Zack. Notfalls wird die Besatzung kurzfristig erhöht und eine zusätzliche Teststrecke in Betrieb genommen. „Wenn wir merken sollten, dass der Wartebereich dauerhaft voll ist, dann müssen wir die Entscheidung treffen, mehr Räumlichkeiten zu nutzen oder ein weiteres Testzentrum einzurichten“, erklärt Marko Gottschalk.

Seit Inbetriebnahme des Testzentrums am 13. März sind mit Stand vom vergangenen Sonntag allein im Suhler Testzentrum 5948 Männer und Frauen getestet worden. 58 von ihnen, davon 49 Suhler, haben ein positives Ergebnis erhalten. In diesem Fall werden die Betroffenen gebeten, direkt im Anschluss einen PCR-Test durchführen zu lassen. „Dann gibt es auch mal Tränen“, weiß Dennis Kummer. Bis jetzt habe sich noch keiner der positiv Getesteten geweigert, diesen zweiten Test direkt vor Ort durchführen zu lassen. Innerhalb von 18 Stunden kann das aktuelle Ergebnis abgerufen werden.

Öffnungszeiten:

Montag: 13 bis 18 Uhr; Dienstag: 8 bis 13 Uhr ; Mittwoch: 8 bis 13 Uhr ; Donnerstag: 13 bis 18 Uhr ; Freitag: 8 bis 13 Uhr ; Samstag: 9 bis 12 Uhr; Sonntag: 9 bis 12 Uhr

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