Suhl - Noch ist es ein Dummy, der von dem neuen Linearbeschleuniger umkreist wird. Erstaunlich, wie beweglich und geschmeidig sich der etwa sechs Tonnen schwere Koloss, der in Fachkreisen auch als Mimöschen bezeichnet wird, wenn er nicht fachgerecht bedient wird, präsentiert. Hinter dem schlichten Gehäuse verbirgt sich hochsensible Technik, die Elektronen bis auf nahezu Lichtgeschwindigkeit beschleunigen kann. Was die neue Generation der Linearbeschleuniger ausmacht, ist die hochpräzise Behandlung von beinahe allen Arten bösartiger Tumoren und gutartiger Erkrankungen, wie Gelenkentzündungen oder Fersensporne. Durch die Kombination aus Bestrahlungsenergie, Bewegung und genauer Form des Strahls kann der Tumor in seiner dreidimensionalen Gestalt ideal adaptiert und mit hoher Dosis behandelt werden. "Durch die exakte Bestrahlung der Tumoren können die gesunden Organe und Gewebe bestmöglich geschont werden", hebt Privatdozent Dr. Jürgen Füller, Chefarzt der Strahlenklinik am Suhler SRH-Zentralklinikum, einen entscheidenden Vorteil der modernen Technik heraus. In der Strahlenklinik werden jährlich bis zu 450 Tumorpatienten behandelt, die zwei bis acht Wochen lang beinahe täglich bestrahlt werden. Hinzu kommen etwa 1500 Patienten mit gutartigen Erkrankungen - vorwiegend an den Gelenken. Etwa 80 Prozent der Patienten werden ambulant versorgt, 20 Prozent stationär.