Simulation in Lauscha Lebensretter im Erlebnisbad

Doris Hein

Die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft hat im Erlebnisbad Lauscha gezeigt, wie man bei Badeunfällen reagiert.

Wer im Schwimmbad als verantwortliche Aufsichtsperson tätig ist, so wie in Lauscha Bäderfachkraft Werner de Buhr, der muss alle zwei Jahr seine Rettungsfähigkeit nachweisen beziehungsweise den entsprechenden Nachweis erneuern. De Buhr tut dies ebenso wie etwa Hans Herold vom Lauschaer Schwimmbadförderverein bei den Mitgliedern des DLRG-Stützpunktes Tettau, der wiederum zum Kreisverband Kronach der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft Bezirk Oberfranken gehört.

Die Tettauer sind im Landkreis Sonneberg nicht nur in der Glasstadt aktiv. In Neuhaus am Rennweg bieten sie beispielsweise Kinder- und Jugendschwimmtraining in der Schwimmhalle im Stadtzentrum an. Allerdings ist dort aktuell Sommerpause, solange das Waldbad Bernhardthal geöffnet hat, sodass auch die Schwimmausbildung gegenwärtig pausieren muss.

Einen Blick aufs Geschehen im Erlebnisbad im Steinachgrund, das am Wochenende „60 Jahre Baderöffnung“ feierte, ließen sich die Tettauer trotzdem nicht entgehen. Am späten Nachmittag bekamen sie zudem Unterstützung von ihren Kameraden aus Kronach, die den Badegästen vielerlei Möglichkeiten der Lebensrettung bei einem Badeunfall praktisch vorführten. So hatten sie etwa einen Rettungsgurt dabei, der auch von einem einzelnen Retter leicht zu handhaben ist und mit seinem Auftriebskörper den Verunglückten sicher über Wasser hält. Beim Rettungsbrett braucht man hingegen schon zwei Personen, die den Hilfebedürftigen dann auf dieses Brett ziehen und ihn so zum sicheren Ufer oder Beckenrand transportieren. Drei oder gar vier Helfer sind schließlich beim Kombi-Carrier erforderlich, der sich besonders zur Rettung von Personen mit Wirbelsäulenverletzung eignet.

Diese aufklappbare Trage erlaubt es den Rettern, den Verunglückten quasi „aufzuschaufeln“ und an Land zu bringen, wo er problemlos auf die Trage der Sanitäter oder eine Vakuummatratze abgelegt werden kann, ohne ihn weiter zu bewegen, indem man einfach das Tragegestell wieder zweiteilt. Auch die weiteren Rettungsmaßnahmen an Land – also etwa stabile Seitenlage oder Herz-Lungen-Wiederbelebung – führten die Kronacher Gäste am Beckenrand vor. Und wen’s interessierte, der durfte sogar einen Blick in einen Sanitätsrucksack werfen, dessen umfangreiche Ausstattung im Notfall sogar die Sauerstoffgabe ermöglicht.

Natürlich helfen die Retter gerne, wo immer es geht. Doch weitaus besser ist es, wenn gar nicht erst Situationen eintreten, in denen Hilfe gebraucht wird. Extrem wichtig, so die Lebensretter, sei und bleibe deshalb, dass die Kinder schon in jungen Jahren, am besten im Grundschulalter, das Schwimmabzeichen in Bronze ablegen und sich somit relativ sicher im Wasser bewegen können. Und das sei keineswegs nur Aufgabe der Schulen, sondern hierfür seien vor allem die Eltern gefordert, sich um entsprechende Lehrgänge für ihren Nachwuchs zu kümmern.

Die bekannten Einschränkungen wegen Corona hatten in den vergangenen beiden Jahren auch auf diesem Gebiet äußerst negative Auswirkungen. Bäder blieben geschlossen, der reguläre Schwimmunterricht für die Schüler musste ausfallen. Auch im Freizeitbereich tendierte die Möglichkeit, das Schwimmen zu erlernen oder sein Können zu verbessern, gegen Null. Das hat zu einem enormen Stau bei der Ausbildung geführt. „Bei uns stehen zurzeit rund 250 Kinder auf der Warteliste für einen Kurs“, so die Kronacher.

Im Lauschaer Erlebnisbad versucht man, mit Seepferdchen-Kursen einen Beitrag zum sicheren Aufenthalt im Wasser zu leisten. Am gestrigen Montag startete bereits der zweite derartige Kurs in der laufenden Saison. Damit die Ausbildung möglichst effektiv über die Runden geht, wird hier nur in kleinen Gruppen von fünf bis sieben Kindern gearbeitet, so Fördervereinsvorstand Thomas Ellmer. Sollten sich noch ausreichend Interessenten melden, werde eventuell auch ein dritter Kurs in Angriff genommen.

 

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