Simson-Sandhasen-Treffen Eine wie keine

Simson-Zweiräder und andere Ostfahrzeuge in schier unglaublicher Anzahl und Vielfalt dominierten das Festplatzgelände in Walldorf am Sonntag. Neben Präsentation und Benzingesprächen lockte die Rhön-Rundfahrt am Nachmittag mehrere Hundert Mopeds und Motorräder gemeinsam im Konvoi auf die Straßen Südthüringens.

Simson – eine Kultmarke aus dem Osten, der offensichtlich Besitzer und Fans von Jahr zu Jahr mehr Tribut zollen. Denn das, was am Sonntag auf und neben dem Festplatzgelände in Walldorf zu sehen, zu hören und zu riechen war, sprach Bände. Aus dem gesamten Freistaat und teilweise weit darüber hinaus hatten sich Fahrer von Schwalbe, Star, S51, S 53, SR 2, Spatz, Sperber, Habicht, Duo, aber auch Fans von MZ, Jawa, Trabant, Wartburg, Barkas, Skoda, Lada und Saporoshez auf den Weg in den Meininger Ortsteil gemacht, um am 6. Simson-Sandhasen-Treffen teilzunehmen. Hier standen die Zweiräder, die meisten 30, 40 oder gar 50 Jahre alt, dicht beieinander, ihre Fahrer oft nur halb so alt. Nicht nur auf dem Platz selbst, auch auf der angrenzenden Bahnhofsstraße waren die Legenden auf zwei, drei oder vier Rädern aus früherer Ostproduktion zu finden. Gehegt und gepflegt, im Originalzustand oder extrem getunt – kein Exemplar glich dem anderen. Viele kannten sich von vorangegangenen Treffen und kamen ins Fachsimpeln – neben guten Ratschlägen wechselte das eine oder andere Ersatzteil den Besitzer oder es wurden kleine Verbesserungen und Reparaturen an Ort und Stelle durchgeführt.

Das Wetter war auch am Sonntag ideal, um luftig gekleidet anzureisen und die Atmosphäre von Zweitaktgemisch, Bratwurstgeruch und Partymusik zu genießen. Was gab es nicht alles zu sehen: Ronny Greifelt aus Hermannsfeld war mit einer verlängerten Schwalbe angereist: „Tiefer, schneller, lauter kann jeder – ich wollte länger.“ Fast 1000 Stunden gingen für den Umbau drauf – ein echter Hingucker. „Aus Spaß an der Freude, Simson ist einfach Kult.“ Aus Dorndorf kamen Jeremy Hagner und Tobias Mummert – mit dabei Star und Schwalbe, beide extrem tiefergelegt. „Wir wollten einfach das maximal Mögliche in Sachen Tieferlegung erreichen.“ Nicht mehr für die Straße, sondern für Show & Shine – fahrbar sind die beiden Untersätze dennoch. Aus Plauen im Vogtland war Johannes Sadewasser gekommen – der Maschinenbauer ging mit einem selbst getunten Star bei den Beschleunigungsrennen am Samstag an den Start. Mehr als 20 PS hatte sein Gefährt, das reichte für einen der vorderen Plätze.

Ansonsten sorgten die Simson-Sandhasen mit Vereinschef Philipp Vonderlind dafür, dass sich niemand langweilte. Beim Gewinnspiel ging es darum, das Gewicht eines selbstgebauten Trabant-Buggys zu schätzen, für die schönsten, ältesten und am weitesten angereisten Fahrzeuge gab es ebenfalls Preise. Body-Painting-Modell Vanessa hatte gut zu tun, als Fotomotiv mit Fahrzeug und Fahrer für ein Erinnerungsfoto zu posieren. Prüfstand-Thomas aus Dornheim gönnte sich kaum eine Pause – viele wollten die genaue Leistung ihres Schätzchens schwarz auf weiß ermittelt wissen. Abschließender Höhepunkt war wie gewohnt die Ausfahrt:  Mehrere Hundert Simson und MZ stellten sich auf und starteten in einem mehr als einen Kilometer langen Konvoi – überall am Straßenrand hatten sich Zuschauer ein Plätzchen gesucht und jubelten den Ostfahrzeug-Enthusiasten zu. Die Erinnerung an dieses Treffen bleibt – ob es eine 7. Auflage gibt, lassen die Simson-Sandhasen derzeit noch offen. Am kommenden Wochenende stehen übrigens erneut Simson und Co. Im Mittelpunkt: In Suhl wird vom 1. bis 3. Juli zum „Kommt nach Hause“ Treffen auf den Flugplatz Goldlauter eingeladen.

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