Rennsteig Rollskilauf Attacke am Schlussanstieg

Uwe Jentzsch

Routinier Thomas Bing stürmt am Sonntag zum avisierten Sieg beim Rennsteig Rollskilauf von Gräfenroda nach Oberhof. Paul Gräf macht den Thüringer Doppelsieg perfekt.

Mit einem nie gefährdeten Sieg beim Rennsteig Rollskilauf über 17 Kilometer von Gräfenroda nach Oberhof hat Thomas Bing vom Rhöner WSV Dermbach für den Höhepunkt am Schlusstag der traditionellen Herbst-Leistungskontrolle (ZLK) der deutschen Skilangläufer gesorgt. Der 32 Jahre alte Zollwachtmeister aus der Trainingsgruppe von Cuno Schreyl absolvierte die Laufstrecke fast eine Minute schneller als bei seinem Sieg 2021. Er sprengte mit einer energischen Attacke zu Beginn des Schlussanstiegs die Spitzengruppe und hatte im Ziel sieben Sekunden Vorsprung vor dem zweitplatzierten Paul Gräf vom WSV Asbach.

Bing bejubelte seinen Erfolg beim Zieleinlauf. „Beim Einstieg in die letzte Steigung habe ich das Tempo erhöht. Nachdem es vorher auf der flacheren Strecke nicht geklappt hat, war die Taktik genau richtig“, stellte er zufrieden fest. Langlauf-Teamchef Peter Schlickenrieder war beeindruckt: „Einen Thomas Bing in Bestform können wir im Winter gut brauchen.“ Allerdings legte er sich noch nicht fest, wie es für den Rhöner in den kommenden Wochen weitergehen wird. „Nach ein paar Tagen aktiver Erholung wird unsere Lehrgangsgruppe 1a im österreichischen Ramsau ihr Trainings-Quartier beziehen. Dort hat es in den vergangenen Tagen den erhofften Schneefall gegeben“, berichtete Schlickenrieder.

Den frühen Winter-Einbruch in den Alpen wollen auch Bing und Trainer Cuno Schreyl nutzen. „Nach jetziger Planung werden wir vom Training in Ramsau nach Livigno umsetzen und den ersten Saison-Wettkampf dann beim Italien-Cup in Santa Catarina absolvieren“, erklärt Bing.

Ab 30. Oktober steht für die Elite-Trainingsgruppe des Deutschen Skiverbandes (DSV) um die Olympiasiegerinnen Victoria Carl (Zella-Mehlis) und Katharina Hennig (Oberwiesenthal) der Schnee-Lehrgang im finnischen Muonio an. Da wäre Thomas Bing gern mit dabei gewesen. Fast drei Jahre nach seinem Schien- und Wadenbeinbruch 2019 hat Bing im Sommer intensiv trainiert, auch wenn sein linkes Bein noch nicht wieder voll belastbar ist. Deshalb hat er auch den Crosslauf am Samstag ausgelassen. „Die Weltmeisterschaften in Planica im Februar und März 2023 sind mein Ziel“, bekräftigt Thomas Bing seine Pläne.

Neben dem Routinier und Paul Gräf überzeugten auch weitere Thüringer Skilangläufer. Jan-Friedrich Doerks (Zella-Mehlis) lief auf dem fünften Platz ins Ziel. Junior Tom-Emilio Wagner (Goldlauter) war als 17. der Gesamtwertung Sieger seiner Altersklasse. Bei den Juniorinnen setzte sich die Bad Lobensteinerin Alexandra Otto durch. Platz fünf in der Altersklasse ging an Luise Gräf (Asbach). Bestplatzierte Thüringer Frau in der Gesamtwertung wurde als Sechste die Oberhoferin Helen Hoffmann. Nicht am Start waren Victoria Carl und und die Staffel-Olympiazweite Katherine Sauerbrey (Steinbach-Hallenberg). Sie reisten am Samstag wie alle erfolgreichen deutschen Olympia-Medaillengewinner der vergangenen Saison zur von der Deutschen Sporthilfe in Kalabrien organisierten Auszeichnungs-Reise im „Club der Besten“ im Aldiana-Club.

Dickes Lob von Schlickenrieder

Teamchef Peter Schlickenrieder überschlug sich zum Abschluss der Skilanglauf-Woche mit Tests auf dem Laufband, den deutschen Meisterschaften im Sprint in der Skisporthalle sowie den Crossläufen auf der Traditionsstrecke auf dem Teller oberhalb des Grenzadlers und dem Rollski-Lauf am Sonntag zum Abschluss förmlich mit Komplimenten für die Gastgeber. „Oberhof ist der perfekte Ort für die Herbst-Überprüfungen. Herzlichen Dank an die beteiligten Vereine um Erik Schneider für die Organisation“, erklärte Schlickenrieder.

 

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