Obst zu Saft Ein irrer Duft von frischen Äpfeln

Thomas Linde ist mit seiner Mosterei, die es inzwischen 13 Jahre gibt, von Dietzhausen nach Heinrichs gezogen. Dort werden in diesen Tagen Äpfel, Quitten und Birnen zu Saft verarbeitet. Foto: frankphoto.de

Naturschutz und Nachhaltigkeit können auch gut schmecken. Den praktischen Beweis dafür liefert die Mosterei Linde, die im Simson-Gewerbepark aus heimischen Äpfeln hochwertigen Saft presst.

Heinrichs - Es ist Obst-Saison. Die Apfelernte läuft auf Hochtouren und auch die Streuobstwiesen geben nun ihre leckeren Früchte her. Es wäre mehr als schade, sie vergammeln zu lassen. Entsprechend gefragt sind landauf, landab die Termine bei den Lohnmostereien. Sie pressen beispielsweise aus Äpfeln, Quitten und Birnen hochwertigen Saft.

Seit nunmehr 13 Jahren hat die Mosterei Linde einen guten Namen. Aus Dietzhausen ist der Betrieb nun nach Heinrichs umgezogen, genauer gesagt in den Simson-Gewerbepark. Zu dritt sind die Leute von der Mosterei in diesen Herbsttagen im Einsatz für den guten Geschmack: Neben dem Chef Thomas Linde arbeiten seine Frau und der Schwiegervater mit.

Ein bisschen versteckt, hinter der früheren Simson-Poliklinik nahe des oberen Werkstores ist der irre Duft frischer Äpfel in diesen Tagen unverkennbar. In Kunststoffboxen und Holzkisten stapeln sich Äpfel verschiedener Sorten und auch einige golden leuchtende Quitten. Sie harren ihrer Verarbeitung. Immer wieder kommen Leute vorbei, um sich zu erkundigen. Andere haben bereits einen Termin gemacht und bringen ihr Saftobst säckeweise oder in Kisten verpackt vorbei, um es pressen zu lassen. Die meisten bleiben gleich dabei und sehen zu, wie das ganze vonstatten geht.

„Die Leute müssen einen Termin machen, damit alles reibungslos klappt“, sagt Thomas Linde. Wer mindestens 80 Kilogramm des heimischen Obstes abliefert, der kann sich darauf verlassen, den Saft seiner eigenen Früchte mit nach Hause nehmen zu können. „Im Moment haben wir bei den Terminen so ungefähr eine Woche Vorlaufzeit“, verrät er.

Mehr Platz am neuen Ort

Erstmals ist in diesem Jahr und am neuen Standort die neue mobile Saftpresse der Familie Linde im Einsatz. Während der Schwiegervater scherzt, dass er wohl in einem Saftladen arbeite, berichtet Inhaber Thomas Linde, dass praktische Erwägungen den Ausschlag zum Umzug gegeben haben: „Wir haben hier einfach deutlich mehr Platz und sind für viele Kunden einfacher zu erreichen.“ Und tatsächlich können die Mosterei-Nutzer mit dem Wagen bis an die Presse fahren. Direkter geht es einfach nicht. „Etwa 20 bis 30 Minuten dauert es, bis der Saft fertig ist“, verrät Thomas Linde. Er sagt: „In diesem Jahr gibt es auch ausrechend Obst, damit sich das Saftmachen lohnt.“ Seit Mitte September sind es vor allem Äpfel, die durch die Presse gehen. Quitten werden in diesen Tagen ebenso verarbeitet. „Aber mit den Birnen dauert es noch ein paar Tage“, weiß der Chef.

Und so entsteht durch die Arbeit der Drei von der Fruchtpresse noch bis Mitte November Obstsaft, von dem man weiß, woher er wirklich kommt. Denn so wie die Äpfel schmecken, so mundet letztendlich auch der Saft.

Für die Saftproduktion wird das Obst gewaschen, zerkleinert, gepresst, pasteurisiert und schließlich abgefüllt. Entweder kommt es in mitgebrachte Gefäße oder aber – besonders praktisch und lange haltbar – in Kartons mit integriertem Kunststofffolienbeuteln samt Zapfhahn. Wer möchte, kann natürlich auch auf das Pasteurisieren verzichten, muss den Frischsaft dann allerdings zügig verbrauchen oder weiterverarbeiten.

Und wer so viel Obst hat, dass er es gar nicht selbst verbrauchen kann, der kann es bei der Mosterei Linde selbstverständlich auch abliefern und verrechnen beziehungsweise auszahlen lassen. So können auch jene, die kein eigenes Obst haben, in den Genuss regionaler Produkte kommen, die nachhaltig produziert und wegen eingesparter Transportwege und des Erhalts der Streuobstwiesen auch ökologisch und ressourcenschonend hergestellten Saftes kommen.

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