Gern hätte Ortsteilbürgermeister Detlef Nicolmann bei der Einwohnerversammlung am Dienstagabend im Kultursaal mit den Oberkätzern seine Idee diskutiert, den Weideabtrieb – wenn auch mit Schafen und nur eventuell ein paar Kühen im Gatter – wieder am 3. Oktober stattfinden zu lassen. Doch fast niemand schien interessiert zu sein – gekommen waren nur vier Bürger und zwei vom Ortsteilrat, der damit auch nicht vollständig war. Trotzdem entspann sich eine Diskussion. Und an deren Endpunkt stand fest: Einen Weideabtrieb wie früher wird es nicht geben, auch wenn laut Detlef Nicolmann der Landschaftspflegeverband und der Bauernverband zumindest verbal schon Unterstützung zugesagt hätten. Das Dorf kann eine solche Veranstaltung nicht mehr schultern, die früher Aktiven sind in die Jahre gekommen. Und auch das Umfeld hat sich verändert: Frei laufende Kühe, die man von der Wiese treiben könnte, gibt es nicht mehr im Dorf. „Aber genau das wünschen doch die Zuschauer“, sagte Frank Pichl, der jahrelang den Weideabtrieb organisiert hatte, „und wenn es das nicht mehr gibt, muss man’s sein lassen.“ Klar könnte man für Geld zwei geschmückte Kühe „einkaufen“, die dann Schaulaufen machen – „aber ist es das wirklich?“ Ziemlich deutlich machte er seine Position mit den Worten „Man darf die Fürze nicht größer lassen, als das Loch ist.“ Sich lieber etwas Neues einfallen lassen, das war sein Rat – und er schlug vor, am 20. September zum Kindertag – ein Feiertag in Thüringen – eine kleinere Veranstaltung am Katzbachhaus zu etablieren. Das sei auch wettertechnisch sicherer als Anfang Oktober, wo man stets bis zur letzten Minute gebangt hatte, wie Sabine Leutbecher erinnerte. „Eine ordentliche Kapelle, was zu essen und zu trinken, was für Familien“, das hatte sich ein älterer Oberkätzer gewünscht, mit dem Frank Pichl jüngst gesprochen hatte. In der Versammlung brachte Lothar Wagner ähnliches zum Ausdruck. Stefan Wagner fand die Idee mit dem Fokus auf Familie und Kinder gut. Früher, so meinte er, sei der Weideabtrieb ein Fest vor allem für Fremde gewesen, das Dorf dagegen war eingebunden und konnte selbst nicht feiern. Andreas Hupel vom Ortsteilrat gestand, er habe sich vollständig aus dem Dorfleben zurückgezogen und nicht so recht eine Meinung zum Weideabtrieb – aber „großartig etwas aufzuziehen“, das sei es „wohl eher nicht.“ Etwas für Kinder könne er sich vorstellen – freilich gebe es davon nicht viele im Dorf.