Kaltensundheim. Die Erde tut sich auf und schluckt das Wasser der Felda was wie ein Horrorszenario klingt, ist bei Kaltensundheim wahr geworden. Der Fluss liegt in weiten Teilen trocken.
Wissenschaftler wundern sich darüber nicht, machen doch die hier vorherrschenden geologischen Verhältnisse so etwas durchaus möglich. Schon die Altvorderen berichteten darüber. Ein Kaltensundheimer hatte Anfang der Woche die Verwaltungsgemeinschaft angerufen und mitgeteilt, dass die Felda trocken sei. Zwischen der Ehrenmühle Richtung Reichenhausen und dem Sportplatz Kaltensundheim war das Wasser verschwunden.
Die Verwaltung rief nach der Unteren Wasserbehörde, die sich auch gleich in Bewegung setzte. Am Donnerstag traf die Redaktion neben Mitarbeitern der Unteren Wasserbehörde des Landratsamtes auch Mitarbeiter der Thüringer landesanstalt für Umwelt und Geologie im Feldatal bei Kaltensundheim an. Für die Fachleute war das, was bei den Kaltensundheimern Erstaunen hervorrrief, kein Wunder: Wir haben natürliche Ursachen festgestellt, sagt Jürgen Wunderlich. Der Geologe war mit Rüdiger Lorenz von der Abteilung Wasserwirtschaft der Behörde und seinem Geologen-Kollegen Dr. Sven Schmidt nach Kaltensundheim gekommen.
Versinken in Spalten
Neben Karten hatten sie auch einen Computer mitgebracht, über den geologischen Verhältnisse des Gebietes abgerufen werden konnten. Demnach können die Wissenschaftler erklären, was passiert ist: Tatsächlich hat sich die Erde aufgetan, das Wasser geschluckt. Vor mehreren Wochen schon muss das passiert sein, nur hat es zunächst niemand bemerkt. Von so genannten Versinkungsstellen sprechen die Geologen. Das Wasser versinkt im Untergrund in Spalten, die beim Zusammmentreffen verschiedener Gebirgsarten entstehen können. Röth und Muschelkalk liegen hier, und zum Beispiel durch die Bewegung des Wassers können sich (vorher verstopfte?) Klüfte geöffnet haben. Entstanden sein können diese eventuell durch alte Gebirgsstörungen. Es sind auf jeden Fall mehrere Spalten, die sich aufgetan haben neben denen, die die Fachleute zunächst besichtigten, fanden sie vorgestern noch weitere in Richtung Sportplatz. In der Goetzhöhle gibt es ähnliches, machte einer der Geologen deutlich. Das Gespringegebiet bei Asbach weise solche Erscheinungen auf, und an der Ilm ist dies ebenfalls bekannt.
In Kaltensundheim selbst übrigens führt die Felda wieder Wasser: Der Überlauf einer Quelle führt hier in das Flussbett. Dass die Felda zum Teil trocken liegt, sei nicht dramatisch, meinen die Fachleute: Sie sei schließlich kein Nutzgewässer, in dem unbedingt Wasser stehen muss. Für Angler und Landwirtschaft sei es freilich ärgerlich, wenn das Wasser fehle.
Die Wasserbehörde im Landratsamt sieht jedoch offenbar keinen konkreten Handlungsbedarf. Der Bürgermeister der Gemeinde Kaltensundheim sah diesen und hatte einen Gemeindearbeiter angewiesen, das Loch zuzumachen. Offenbar war da noch nicht bekannt, dass es eine ganze Reihe solcher Versinkungssstellen gibt. Der Arbeiter verwendete Beton, der wie eine Art Plombe in das Loch gesetzt wurde. Die Wasserbehörde war über dieses Vorgehen freilich nicht besonders erbaut. Eberhard Kühn und Andreas Schneider stellten zudem fest, dass diese Plombe ja gar nichts genützt hatte: Das Wasser versinkt nun an anderer Stelle.
Die Mitarbeiter der Landesanstalt für Umwelt und Geologie verzeichneten die Erscheinungen in ihren Karten. Wir vermerken das, dann kann man bei ähnlichen Dingen Parallelen ziehen, hieß es.
Vermerkt hatten übrigens schon die Altvorderen, dass es solche Erscheinungen an der Felda gab. Zum Glück sind viele der alten Unterlagen auch über Behördenstrukturreformen noch erhalten geblieben, und so konnte man gestern Karl-Friedrich Abe vom Biosphärenreservat Rhön den Jahresbericht der Thüringischen Landesanstalt für Gewässerkunde aus dem Jahr 1925 präsentieren. Spurensuche Hier heißt es: Der obere Buntsandstein oder Röt bildet die Sohle des Feldatales von Dermbach bis oberhalb Fischbach; er ist ferner bei Kaltennordheim und schließlich im Quellgebiet bei Reichenhausen angeschnitten ... Der Muschelkalk nimmt die Talsohle oberhalb Fischbach und ferner von Kaltennordheim bis Reichenhausen ein ... Die Gesteine sind wasserdurchlässig und geben in der Regel zu Versickerungen Anlass. Die Erscheinungen sind für Karl-Friedrich Abe ein interessantes Phänomen, dem er gern noch weiter auf die Spur kommen möchte. Gestern war er erneut an der Felda unterwegs und überlegt, wie man die Wege des Wassers unterirdisch weiterverfolgen könnte.
Wissenschaftler wundern sich darüber nicht, machen doch die hier vorherrschenden geologischen Verhältnisse so etwas durchaus möglich. Schon die Altvorderen berichteten darüber. Ein Kaltensundheimer hatte Anfang der Woche die Verwaltungsgemeinschaft angerufen und mitgeteilt, dass die Felda trocken sei. Zwischen der Ehrenmühle Richtung Reichenhausen und dem Sportplatz Kaltensundheim war das Wasser verschwunden.
Die Verwaltung rief nach der Unteren Wasserbehörde, die sich auch gleich in Bewegung setzte. Am Donnerstag traf die Redaktion neben Mitarbeitern der Unteren Wasserbehörde des Landratsamtes auch Mitarbeiter der Thüringer landesanstalt für Umwelt und Geologie im Feldatal bei Kaltensundheim an. Für die Fachleute war das, was bei den Kaltensundheimern Erstaunen hervorrrief, kein Wunder: Wir haben natürliche Ursachen festgestellt, sagt Jürgen Wunderlich. Der Geologe war mit Rüdiger Lorenz von der Abteilung Wasserwirtschaft der Behörde und seinem Geologen-Kollegen Dr. Sven Schmidt nach Kaltensundheim gekommen.
Versinken in Spalten
Neben Karten hatten sie auch einen Computer mitgebracht, über den geologischen Verhältnisse des Gebietes abgerufen werden konnten. Demnach können die Wissenschaftler erklären, was passiert ist: Tatsächlich hat sich die Erde aufgetan, das Wasser geschluckt. Vor mehreren Wochen schon muss das passiert sein, nur hat es zunächst niemand bemerkt. Von so genannten Versinkungsstellen sprechen die Geologen. Das Wasser versinkt im Untergrund in Spalten, die beim Zusammmentreffen verschiedener Gebirgsarten entstehen können. Röth und Muschelkalk liegen hier, und zum Beispiel durch die Bewegung des Wassers können sich (vorher verstopfte?) Klüfte geöffnet haben. Entstanden sein können diese eventuell durch alte Gebirgsstörungen. Es sind auf jeden Fall mehrere Spalten, die sich aufgetan haben neben denen, die die Fachleute zunächst besichtigten, fanden sie vorgestern noch weitere in Richtung Sportplatz. In der Goetzhöhle gibt es ähnliches, machte einer der Geologen deutlich. Das Gespringegebiet bei Asbach weise solche Erscheinungen auf, und an der Ilm ist dies ebenfalls bekannt.
In Kaltensundheim selbst übrigens führt die Felda wieder Wasser: Der Überlauf einer Quelle führt hier in das Flussbett. Dass die Felda zum Teil trocken liegt, sei nicht dramatisch, meinen die Fachleute: Sie sei schließlich kein Nutzgewässer, in dem unbedingt Wasser stehen muss. Für Angler und Landwirtschaft sei es freilich ärgerlich, wenn das Wasser fehle.
Die Wasserbehörde im Landratsamt sieht jedoch offenbar keinen konkreten Handlungsbedarf. Der Bürgermeister der Gemeinde Kaltensundheim sah diesen und hatte einen Gemeindearbeiter angewiesen, das Loch zuzumachen. Offenbar war da noch nicht bekannt, dass es eine ganze Reihe solcher Versinkungssstellen gibt. Der Arbeiter verwendete Beton, der wie eine Art Plombe in das Loch gesetzt wurde. Die Wasserbehörde war über dieses Vorgehen freilich nicht besonders erbaut. Eberhard Kühn und Andreas Schneider stellten zudem fest, dass diese Plombe ja gar nichts genützt hatte: Das Wasser versinkt nun an anderer Stelle.
Die Mitarbeiter der Landesanstalt für Umwelt und Geologie verzeichneten die Erscheinungen in ihren Karten. Wir vermerken das, dann kann man bei ähnlichen Dingen Parallelen ziehen, hieß es.
Vermerkt hatten übrigens schon die Altvorderen, dass es solche Erscheinungen an der Felda gab. Zum Glück sind viele der alten Unterlagen auch über Behördenstrukturreformen noch erhalten geblieben, und so konnte man gestern Karl-Friedrich Abe vom Biosphärenreservat Rhön den Jahresbericht der Thüringischen Landesanstalt für Gewässerkunde aus dem Jahr 1925 präsentieren. Spurensuche Hier heißt es: Der obere Buntsandstein oder Röt bildet die Sohle des Feldatales von Dermbach bis oberhalb Fischbach; er ist ferner bei Kaltennordheim und schließlich im Quellgebiet bei Reichenhausen angeschnitten ... Der Muschelkalk nimmt die Talsohle oberhalb Fischbach und ferner von Kaltennordheim bis Reichenhausen ein ... Die Gesteine sind wasserdurchlässig und geben in der Regel zu Versickerungen Anlass. Die Erscheinungen sind für Karl-Friedrich Abe ein interessantes Phänomen, dem er gern noch weiter auf die Spur kommen möchte. Gestern war er erneut an der Felda unterwegs und überlegt, wie man die Wege des Wassers unterirdisch weiterverfolgen könnte.