Meiningen Thüringer Jugendfeuerwehr gibt Ausbildungszentrum auf

Das Ausbildungs- und Begegnungszentrum der Thüringer Jugendfeuerwehr in der Vorderrhön stellt seine Tätigkeit ein. Das aufwendig sanierte Schloss Sinnershausen, welches als Tagungsstätte und Feierlokation beliebt war, schließt damit nach zwei Jahrzehnten.

Hümpfershausen - Für die vier Mitarbeiter von Schloss Sinnershausen, dass zum Wasunger Ortsteil Hümpfershausen gehört, war der Start in die neue Woche kein guter. Alexander Blasczyk, Geschäftsführer des Thüringer Feuerwehrverbandes, eröffnete ihnen am Montag vor Ort, dass der Betrieb des Hauses eingestellt und ihnen gekündigt wird, beides mit sofortiger Wirkung. Das Arbeitsverhältnis für drei Personen endet im August, eine vierter fest angestellter Mitarbeiter geht aufgrund des längeren Beschäftigungsverhältnisses ein paar Monate später. Das Ausbildungs- und Begegnungszentrum der Thüringer Jugendfeuerwehr soll bis zum Herbstanfang gewissermaßen abgewickelt werden. Es hatte am 16. März wegen der Corona-Pandemie geschlossen. Nun steht auch fest, dass es nicht noch einmal öffnen wird.

Wie ein Lauffeuer sprach sich die Hiobsbotschaft herum. Ortsbürgermeister Manfred Kümpel und Stadtoberhaupt Thomas Kästner verständigten sich am Dienstag und äußerten ihr Bedauern über die wegfallenden Arbeitsplätze. Sehr besorgt zeigten sich beide aber auch über die Zukunft des historischen Jagdschlosses. Fällt es in einen Dornröschenschlaf, dann wäre dies ein Verlust für die Region. Sie fragen sich natürlich, was aus dem Denkmal mit der schönen Parkanlage wird, sollte es ab Herbst leer und ungenutzt dastehen. "Da müssen wir sofort die Köpfe zusammenstecken und überlegen, was wir tun können", sieht Kästner dringenden Redebedarf.

Verpachtung oder Verkauf

Kümpel wäre eine schnelle Lösung anstatt eines langwierigen Übergangs willkommen. Aber er sieht sie erst einmal nicht, gleichwohl sich das Schloss nach seiner Kenntnis in einem guten Allgemeinzustand befindet. Gemunkelt werde, dass die Thüringer Jugendfeuerwehr das Objekt wieder an das Land abgebe und dann möglicherweise nach einem Pächter gesucht oder aber das Schloss ganz und gar zum Verkauf angeboten wird. Wie schnell dabei aus Sicht der Bürger und Kommune etwas schiefgehen kann, zeigt das an chinesische Investoren verkaufte Schloss Landsberg in Meiningen.

"Wir stehen noch unter Schock", sagt Objektleiterin Sabine Schmuck. Ihr sei zwar bekannt gewesen, dass die Auslastung zuletzt immer schlechter wurde, aber nach einer Talfahrt ginge es bekanntlich auch wieder bergauf. "Die Nachfrage war und ist gerade wieder groß", weiß sie. Doch nun sei es zu spät. Statt Buchungen entgegenzunehmen, fällt ihr jetzt die Aufgabe zu, die Schließung zu vollenden. "Alle Reservierungen werden abgesagt. Ende August ist Schluss." Was dann aus dem Anwesen wird, weiß sie nicht.

Und der, der es wissen könnte, der Geschäftsführer des Thüringer Feuerwehrverbandes , hält sich zurück, will sich auch zur Schließung des Schlosses noch nicht äußern. Eine Medieninformation gebe es Ende der Woche. "Wir wollen am Donnerstag unsere Mitglieder, die Kreis- und Stadtfeuerwehrverbände, in Kenntnis setzen, bevor wir an die Öffentlichkeit gehen", so Blasczyk am Dienstag auf Nachfrage. ob

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