Meiningen - Dienstagmorgen, bei Lenz & Wilhelm in der Georgstraße herrscht Gewimmel. Etliche Besucher kommen die schmale Wendeltreppe hinauf ins Versicherungsbüro. Einige Frauen und Männer tragen weiße T-Shirts mit der Elisabethenburg und einer klaren Botschaft als Aufdruck: "Nein zum Geothermie-Kraftwerk in Meiningen". Sie wollen verhindern, dass bis zu 5000 Meter tiefe Löcher ins Erdreich gebohrt werden, um an die Hitze im Untergrund zu gelangen. Zu groß erscheint ihnen das Risiko, zu unberechenbar die Gefahren. Deshalb kämpfen sie gegen das geplante erste Tiefengeothermie-Kraftwerk in Thüringen. Und zwar mit Mitteln der direkten Demokratie: Das Meininger Wahlvolk soll entscheiden. Nachrichten von beschädigten Häusern, ob in Basel, Landau oder Staufen, haben die Technologie in Verruf gebracht. Die Gegner trauen dem "vorgesehenen Experiment" in der Werrastadt nicht übern Weg. Volker Heineck, Sprecher der Bürgerinitiative gegen Tiefengeothermie, hält eine Zeitungsseite in der Hand. Eine Frau hat sie mitgebracht. Darin geht es um Böblingen in Baden-Württemberg und um Risse in dortigen Häusern - durch Geothermie.