Lange Nacht der Fledermaus Fledermausfreundlich? So geht’s!

Fliegenden Säugetieren war ein spannender Abend im Museum Kloster Veßra gewidmet: Den Fledermäusen.

Kloster Veßra - Noch viel mehr Menschen hätten sich sicherlich eingefunden zur diesjährigen langen Nacht der Fledermaus in Kloster Veßra. Die alle zwei Jahre im Hennebergischen Museum stattfindende Veranstaltung war nämlich schon Tage zuvor „ausverkauft“, weil pandemiebedingt die Besucherzahl begrenzt war. Umso glücklicher waren diejenigen, die einen der Plätze bei den insgesamt vier Expertenführungen für je 15 Personen von Wigbert Schorcht und Klaus-Peter Welscher gattern konnten.

Durch Keller und Gewölbe der Museumsgebäude führten die ehrenamtlichen Experten die Gäste und machten sich mit ihnen zusammen auf die Suche. Aber wonach eigentlich? Fledermäuse? Noch nicht. zunächst begaben sich die Teilnehmer auf die Suche nach Spuren der Fledermäuse. Aber Spuren im Sinne von „Fußabdrücken“ hinterlassen die fliegenden Säugetiere nicht. Ihre Hinterlassenschaften sind – eben ihre Hinterlassenschaften: Fledermauskot.

So erfuhren die Besucher nach und nach viel Wissenswertes über die geselligen Tiere, von denen einige im Kloster Veßra zu Hause sind. Hier gibt es beispielsweise eine Wochenstube von Wasserfledermäusen, die ungefähr 91 Tier umfasst. In sogenannten Wochenstuben finden sich die Fledermaus-Weibchen in den Sommerquartieren zusammen, um die Jungtiere zur Welt zu bringen und sie gemeinsam aufzuziehen. Diese Wochenstuben finden sich alljährlich wieder zusammen. Auch eine Wochenstube von Großen Bartfledermäusen aus etwa 60 Tieren ist im Hennbergischen Museum heimisch. Hinzu kommen weitere, verschiedene Arten im Sommer und Winter: Bechsteinfledermäuse, Breitflügelfledermäuse, braune Langohrenfledermaus, Zwergfledermäuse, Wasserfledermäuse.

Dieser Fledermausreichtum hat dem Hennebergischen Museum auch die Plakette „Fledermausfreundlich“ des Thüringer Ministeriums für Umwelt, Energie und Naturschutz und der Stiftung Fledermaus eingebracht, die am Freitagabend verliehen wurde. Die Plakette übergab Sabine Becker vom Amt für Umwelt und Abfallwirtschaft im Landratsamt Hildburghausen an Museumsdirektorin Claudia Krahnert. 1325 dieser Plaketten gibt es thüringenweit im Landkreis Hildburghausen 67 Stück. Das Museum Kloster Veßra ist der zweite Empfänger einer solchen Plakette in diesem Jahr. Und so war die Fledermausnacht vor allem auch ein Appell an alle Gäste, den Schutz der Fledermäuse zu unterstützen – also selbst fledermausfreundlich zu sein und beispielsweise selbst Fledermausquartiere am Haus bereitzustellen oder Quartiere zu erhalten. Quartiere können auch selbst gefertigt werden. Baupläne dafür gibt es bei der Behörde im Landratsamt oder bei der Stiftung Fledermaus.

Schließlich der Höhepunkt des Abends, worauf alle Gäste gewartet haben: Der Ausflug der Fledermäuse in der Westklausur des Klosters. 91 Fledermäuse sind ausgeflogen, vor zwei Jahren waren es noch 68. Die Experten spannten ein Netz auf der Flugbahn und fingen so Fledermäuse ein, die dann ganz aus der Nähe betrachtet werden konnten. Der Ausflug wurde mit Infrarotkamera aufgenommen und den Besuchern auf der Leinwand gezeigt. hk

 

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