Investitionen in Kitas Große Vorhaben und kleine Reserven

Caroline Berthot
Auf dem Außengelände der Kita Albrechtser Waldstrolche wird unter anderem eine Hangentwässerung vorgenommen. Foto: /Karl-Heinz Frank

Mit der Kita-Bedarfsplanung wurden auch die Investitionen in die Suhler Kindergärten für dieses Jahr festgezurrt. Der größte Posten sind die Arbeiten in der Kita Albrechtser Waldstrolche.

Die Zeiten, in denen in Suhler Kindergärten Aus- und Anbauten vorgenommen wurden, um Platz für mehr Kinder zu schaffen, sind lange vorbei. Mehr als 160 freie Plätze gibt es in den Einrichtungen in der Stadt mittlerweile. Natürlich wird dennoch in die Kitas investiert, es werden Anschaffungen getätigt und verschiedene Bauarbeiten durchgeführt. Das umfangreichste Projekt in diesem Jahr läuft dabei im Albrechtser Kindergarten.

Es ist eine lange Liste an geplanten Investitionen, die der aktuellen Kita-Bedarfsplanung anhängt. Insgesamt knapp 865 000 Euro fließen in diesem Jahr in verschiedene Bauvorhaben und Anschaffungen in den Suhler Kindergärten. Rund 520 000 Euro stammen dabei aus dem Haushalt der Stadt Suhl, der Rest verteilt sich auf Fördermittel von Land und Bund.

Teilweise massive Kostensteigerungen

Eine nicht eben geringe Summe, die auch den schwierigen Umständen in der Baubranche geschuldet sei, wie Sabine Schmidt-Koziol, Leiterin des Suhler Jugendamts, sagt. „Einige Projekte haben wir aus den Vorjahren mitgenommen, die mussten verschoben werden, weil wir teilweise keine Firmen gefunden oder keine Angebote erhalten haben. Und in der Zwischenzeit ist auch noch vieles deutlich teurer geworden.“

So wie bei der Gestaltung der Freispielfläche und bei der Hangentwässerung in der Kita Albrechtser Waldstrolche. Bei dem Projekt, das aus dem vergangenen Jahr übertragen wurde, hat es seit der öffentlichen Ausschreibung eine massive Kostensteigerung gegeben. Ursprünglich waren rund 208 000 Euro für die Bauarbeiten bewilligt worden, ist in der Investitionsliste vermerkt. Jetzt liegen die Kosten bei insgesamt 381 000 Euro, von denen 213 000 Euro mit Haushaltsmitteln bestritten werden, der Restbetrag wird über ein Förderprogramm des Bundes finanziert.

Hangentwässerung in Albrechts überfällig

Das seien schon enorme Preissprünge, meint Sabine Schmidt-Koziol und betont, dass es sich jedoch um notwendige Arbeiten auf dem Außengelände der Albrechtser Kita handele. Es gehe um eine Hangentwässerung, um geländeregulierende Arbeiten, das Anlegen von Terrassen und die Gestaltung der Freifläche. „Wir reden hier nicht von einem Luxus-Spielgerät, das wir für die Summe anschaffen“, stellt sie klar.

Und auch die Leiterin der Einrichtung, Laura Rösler, macht deutlich, dass Abwarten, bis die Baupreise eventuell wieder sinken, keine Option für die Albrechtser Kita gewesen wäre. Die Bauarbeiten am Außengelände seien längst überfällig, sie seien immer wieder aufgeschoben worden und nun herrsche Handlungsbedarf, da gerade Starkregen dem unterhalb eines Hangs gelegenen Kindergartengebäude immer mehr zusetze. „Es spült uns mit der Zeit die Fundamente weg“, findet Laura Rösler klare Worte. Dass für die Bauarbeiten der Großteil des Außengeländes des Kindergartens gesperrt ist und die Einrichtung über den Sommer keinen Spielplatz hat, nehme man in Kauf, damit die langfristig wirkenden Maßnahmen umgesetzt werden können, so die Kita-Leiterin.

Notfallgroschen so klein wie nie

Neben den Arbeiten bei den Albrechtser Waldstrolchen finden sich noch weitere große Investitionsposten auf der Liste: So wie die Sanierung der Stützmauer am evangelischen Kindergarten Arche Noah, die mit rund 177 000 Euro zu Buche schlägt, wovon die Stadt jedoch nur etwa 10 000 Euro zahlen muss. Auch die gut 100 000 Euro für die Erneuerung der Entwässerungsanlage im Kindergarten Gehlberg werden dank neunzigprozentiger Förderung kein Loch in die Haushaltskasse reißen.

Das ist auch gut so, denn für Havarien, also für kurzfristig notwendige Anschaffungen oder Ausgaben, stehen laut Planung nur etwa 16 000 Euro zur Verfügung. So wenig habe man noch nie gehabt, sagt Jugendamtsleiterin Sabine Schmidt-Koziol und kann nur darauf hoffen, dass der „Notfallgroschen“ für dieses Jahr reicht.

 

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