Imker setzt auf Bienenfleiß der Bürgermeister Die fürs Oberzentrum schwärmen

Vier Bienenbeuten, die mit vier Rathäusern verziert sind, vier Stadtoberhäupter und ganz viel Hintersinn. Für den Imker Ekkehard Kümpel sind die Bienen Synonym für perfekte Zusammenarbeit. Und das hat ihn auf eine außergewöhnliche Idee gebracht.

Dass ein Imker vier Stadtoberhäupter zu sich nach Hause einlädt, das kommt nicht alle Tage vor. Ekkehard Kümpel hat dafür einen guten Grund. Er findet es richtig gut, wie Thomas Schulz (Oberhof), André Henneberg (Schleusingen), André Knapp (Suhl) und Richard Rossel (Zella-Mehlis) zusammenarbeiten, für ein Oberzentrum Südthüringen zusammenstehen und so die Region nach vorn bringen wollen. „Das machen sie emsig und mit viel Fleiß. So wie meine Bienen. Und das hat mich auf die Idee gebracht, für jeden von ihnen eine Bienenbeute zu besorgen und sie mit allen vier Rathäusern und dem Logo des Oberzentrums zu verzieren.“ Aber das ist noch nicht der ganze Hintersinn, der Ekkehard Kümpel zu dieser nicht eben gewöhnlichen Einladung von vier Bürgermeistern am Abend vor Himmelfahrt getrieben hat.

Das wird spätestens klar, wenn man ihn, der seit über 30 Jahren imkert, über die Bienen reden hört. Sie seien das vollkommene Volk mit einer sehr gut funktionierenden Kommunikation und das Synonym für die perfekte Zusammenarbeit. „Nur wenn es den Bienen gut geht, können wir einen Ertrag für uns abschöpfen. Sie brauchen Nahrung, Arbeit und ausreichend Platz, wenn sie nicht wegfliegen sollen. Und jede Biene führt ihr Leben für das ganze Volk.“

Ekkehard Kümpel lässt sein Wissen über die Bienen sprudeln und findet immer wieder den Faden zur Zusammenarbeit, zu dem Fleiß, zu den Regeln, ohne die es auch im Bienenvolk nicht geht, zu all dem, was ein gedeihliches Zusammenleben ausmacht. Genau daran sollen die vier Stadtoberhäupter immer wieder erinnert werden.

Deswegen die Bienenbeuten mit den vier Rathäusern der Städte Oberhof, Schleusingen, Suhl und Zella-Mehlis. Deswegen der Exkurs in die Imkerei und in die Welt der Bienen-Völker, dem die Bürgermeister mit vielen Nachfragen gern gefolgt sind.

Deswegen auch eine Kostprobe direkt aus den Waben. So soll der Honig am besten schmecken. Macht er. „Weil’s dem Volk gut geht“, nennt Ekkehard Kümpel das Rezept, das so einfach klingt. So einfach, wie sich viele sicher auch die doch sehr sperrigen und komplizierten Wortgebilde wünschen würden, die „Oberzentrum“ meinen. Oder „Kommunale Arbeitsgemeinschaft“. Oder, oder oder ... Denkstoff haben die vier Stadtoberhäupter sicher aus dem Exkurs gesaugt – so wie den Honig aus den Waben.

Auf ihrem Heimweg werden sie begleitet von ihren Bienenbeuten. André Knapp wird seine im Suhler Tierpark aufstellen und mit Bienen bevölkern lassen. André Henneberg hat zwei Optionen. „Entweder geht die Bienenbeute in die Kita Schleuseknirpse, die ein Bienenprojekt hat, oder sie geht an die Grundschule Erlau, die kürzlich nachhaltige Schule geworden ist.“ Richard Rossel wird seine Bienenbeute Frank Eiselt überlassen, der am Denkmal auf dem Zella-Mehliser Lerchenberg imkert. Und für Thomas Schulz gibt es keine ander Wahl, als den Weg zur Belegstelle Oberhof zu nehmen, in der seit 1950 dafür gesorgt wird, dass immer erstklassige Gene über die Drohnenvölker verbreitet werden.

Und wer weiß, vielleicht klappt die Zusammenarbeit der vier Städte ja so gut, dass Richard Rossels Idee wahr wird und es künftig einen exklusiven KAG-Honig geben wir, der aus den Ergebnissen der Arbeit von Bienenvölkern aus dem gesamten Gebiet des geplanten Oberzentrums produziert wird. Allerdings dürfte dann ein blumigerer Name fällig werden als KAG, was für Kommunale Arbeitsgemeinschaft steht.

Ekkehard Kümpel serviert selbst gemachten Apfelsaft und selbst gebrautes Bier während im Hintergrund seine Hühner gackern. Er hat seine Idee an den Mann gebracht und gleichzeitig die Bienen, die Imker und letztendlich all die Produkte, die die Region bietet, in das Licht gesetzt, das ihnen zusteht.

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