Hochschulnachrichten 25 Deutschlandstipendien vergeben

Susann Eberlein

Die Hochschule Schmalkalden hat 25 neue Deutschlandstipendien vergeben. Mit den zur Hälfte vom Bund und zur Hälfte von Privatförderern finanzierten Stipendien werden Studierende geehrt, die mit hervorragenden Leistungen überzeugen und sich außerdem ehrenamtlich engagieren.

Schmalkalden - Der Tag von Jonas Andrée ist mehr als gut gefüllt. Er studiert Maschinenbau im berufsausbildungsintegrierenden Bachelorstudium (BISS), besucht dazu Vorlesungen an der Hochschule Schmalkalden, absolviert parallel eine Ausbildung zum Werkzeugmechaniker bei der Firma Rennsteig Werkzeuge in Viernau, die er im Februar 2022 abschließen will, und hält den Kontakt zur Berufsschule.

Um das unter einen Hut zu bekommen, ist Eigeninitiative und Selbstdisziplin gefragt. Und trotzdem schafft es der 21-Jährige, sich in seiner Freizeit im Metallhandwerksmuseum seiner Heimatstadt Steinbach-Hallenberg zu engagieren, wo er sich um die technische Erhaltung der Anlagen und Maschinen kümmert, einer der Ansprechpartner für Gäste und Touristen ist und Kindern und Jugendlichen das fast verloren gegangene Handwerk erklärt. Zuvor war er über zehn Jahre lang aktiver Skilangläufer, hat erfolgreich an Wettbewerben teilgenommen und sich mit seinem früheren Trainer für Jungathleten eingesetzt.

Ein Rekordjahr

Für all diese Leistungen ist der Steinbach-Hallenberger nun mit dem Deutschlandstipendium ausgezeichnet worden. „Ich bin superglücklich darüber. Es ist eine große Ehre und bestätigt, was man im Semester und in der Schule macht. Die Leistungen kommen nicht von ungefähr, da steckt viel Zeit drin“, sagt er. Die Finanzspritze von 300 Euro pro Monat wird zur Hälfte vom Bund und zur Hälfte von einem Förderer finanziert. Im konkreten Fall von Jonas Andrée fungiert die e-proPlast GmbH, ein Kunststoffhersteller aus Schmalkalden, als Unterstützer. Geschäftsführer Modesto M. Pesavento gratulierte ihm vor Ort.

Jonas Andrée ist einer von insgesamt 25 Studierenden, denen das Deutschlandstipendium am Mittwochabend verliehen wurde. Die meisten erhalten das Stipendium zum ersten Mal, einige setzen es fort. „Das ist eine unglaublich große Zahl und ein Rekordjahr“, sagte der Präsident der Hochschule Schmalkalden, Gundolf Baier, während der Feierstunde im Audimax. Wegen der Infektionslage stand sie auf wackeligen Beinen. „Corona hat uns wieder fest im Griff. Wir haben lange mit uns gerungen, ob wir an der Veranstaltung festhalten sollen und uns unter den Möglichkeiten, die wir haben, dazu entschieden“, sagte er.

Die diesjährigen Deutschlandstipendien werden von insgesamt 16 Stiftern gestiftet, die junge Menschen auf ihren Bildungsweg begleiten wollen. Fünf Stifter – die August Storck KG, die Carl-Zeiss-Stiftung, der Landkreis Schmalkalden-Meinigen, die TEAG Thüringer Energie AG und Thüringer Waldquell – sind neu im Netzwerk dabei. Einige Stifter haben gleich mehrere Förderungen übernommen, darunter die Carl-Zeiss-Stiftung mit fünf Stipendien sowie die Frank Hirschvogel Stiftung und die Thüringer Energie AG mit jeweils drei Stipendien.

Wichtige Voraussetzung für ein Stipendium sind herausragende schulische bzw. akademische Leistungen. Hinzu kommt ehrenamtliches Engagement auf und über den Campus hinzu, also zum Beispiel in der Fachschaft der Fakultät oder der Kirchgemeinde, ob als Nachhilfelehrer oder Trainer im Sportverein. „Sie sind das eine Prozent unter den Studierenden, das den ganz besonderen Unterschied macht. Sehen Sie die Auszeichnung als Ansporn, um im Hörsaal und in den Prüfungen, aber auch in Ihrem Engagement weiterzumachen“, betonte Gundolf Baier. Mit Hilfe des Stipendiums sollen sich die Studierenden auf ihre Arbeit an der Hochschule und das Ehrenamt konzentrieren können und nicht von einem Nebenjob abhängig sein.

142 Geförderte

Mit der Feierstunde ist das Deutschlandstipendium an der Hochschule Schmalkalden ins elfte Jahr gegangen. Im vergangenen Jahrzehnt sind 142 Studierende gefördert worden. Pro Jahr haben sich zehn bis 19 Stifter engagiert. „Wir brauchen sie und sind sehr dankbar, dass sie uns seit teilweise Stifter der ersten Stunde oder neu dazugekommen sind. Wir bewegen uns seit über eineinhalb Jahren unter Corona-Bedingungen, was unsere Partner nicht unbeeinflusst lässt. Die Stifter haben vielfach ganz andere Sorgen und halten uns trotzdem die Treue. Das ist beeindruckend“, betonte Gundolf Baier. Dank der Partnerschaft aus Bund und Stifter sind in all den Jahren 516.000 Euro zusammengekommen, von denen die Stipendiaten profitierten.

Seit Frühjahr 2021 wird die Organisation des Deutschlandstipendiums an der Hochschule Schmalkalden von Kristin Obst, der ehemaligen CDU-Landtagsabgeordneten, übernommen. Sie würdigte die einzelnen Stipendiaten und stellte gemeinsame Ausflüge und Treffen in Aussicht, sobald sich die Corona-Situation verbessert hat.

Für die musikalische Umrahmung der Feierstunde sorgten die Sängerinnen Annemarie Endter und Lena-Michelle Müller und die erst achtjährige Sophie Queck am Cello unter Begleitung des Leiters der Musikschule Schmalkalden, Johannes Eberlein, am Keyboard.

Stifter und Stipendiaten
3plusplus GmbH: Jasmin Linse; August Storck KG: Emily Fischer; Carl-Zeiss-Stiftung: Felix Adloff, Guevy Franck Cheugui Donwoung, Markus Diegel, Julia Mayr-Kießling und Vanessa Prehn; E-proPlast GmbH: Jonas Andrée; Ernst-Abbe-Stiftung: Ipsita Roy und Emely Weber; Finanz-DATA GmbH: Alena Yermakovich; Gesellschaft der Freunde & Förderer der Hochschule Schmalkalden: Paul Kluth; Frank Hirschvogel Stiftung: Emely Hoffmann, Elias Mendel und Isabell Wenk; IHK Südthüringen: Alexander Wagner; Landkreis Schmalkalden-Meiningen: Laura Reglin; Lapp Holding AG: Laurien Bordan; Rhön-Rennsteig-Sparkasse: Alicia-Marie Otto; Sandvik Tooling Supply Schmalkalden: Thomas Balko; Stadt Schmalkalden: Anika Lintz; TEAG Thüringer Energie AG: Obai Jamaaa, Flauriane Ngoda und Johannes Repp; Thüringer Waldquell: Anna-Lena Abel
 

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