Grundschule Gräfenroda Unbekannte beschmierten Grundschule

Schmierereien an der Grundschule versetzen Schüler und Lehrer in Angst. Für die Schulelternsprecherin ist diese Aktion der falsche Weg, seinem Unmut Luft zu machen.

Gräfenroda - Mit Entsetzen und ungläubigem Kopfschütteln mussten am Montagmorgen Kinder, Eltern und Lehrer feststellen, dass Unbekannte ihre Grundschule in Gräfenroda beschmiert hatten. Böse Begriffe zierten das Schulgebäude, das inzwischen wieder gereinigt wurde. Es wurde Anzeige bei der Polizei erstattet.

Schulleiterin Beate Laße verurteilt die Schmierereien aufs schärfste. „Das macht unseren Kindern Angst“, sagt sie auf Anfrage dieser Zeitung. Viel könne sie derzeit dazu noch nicht sagen, da die Ermittlungen der Polizei andauern. Aber sie mache sich natürlich ihre eigenen Gedanken. Die größeren Kinder, die bereits mehr mitbekommen, machen sich große Sorgen um die Zukunft, sie mutmaßen sogar, was nun weiter mit ihrer Schule, mit den Kindern und den Lehrern passieren werde. „Sie haben sehr große Angst.“

Unbekannte waren in der Zeit von Sonntagnachmittag bis Montagmorgen in das Schulgelände eingedrungen und hatten die Schule mit den Worten „Kinderschänder“, „schuldig“ und einer Fratze mit Maske beschmiert. Außerdem wurden Türschlösser beschädigt.

Die Schulelternsprecherin der Grundschule Gräfenroda, Anke Schwarplies, sagte auf Anfrage dieser Zeitung, dass derartige Aktionen Angst und wütend machen. „Keiner kann verstehen, wie man Kindern so etwas antun kann. Wir Eltern und auch unsere Kinder haben dafür kein Verständnis“, sagt sie. Es gäbe viele Eltern, die mit den aktuellen Corona-Maßnahmen nicht einverstanden seien, die sie nicht nachvollziehen können und nicht verstehen, warum es keine eindeutigen Regeln für alle gibt, wie beispielsweise eine Testpflicht in der Grundschule, aber nicht für den Besuch im Kindergarten, den teilweise Geschwisterkinder besuchen. Das ist niemandem zu erklären, sagt sie. Aber mit einer solchen Aktion wollen die Eltern nichts zu tun haben. „Das ist der falsche Weg! Man kann seinen Protest auf andere, legale Weise kundtun.“

Am heitigen Donnerstagabend wollen sich die Elternsprecher der Schule darüber verständigen, was man tun könne und wie man auf diese Schmierereien richtig reagiere. Schon seit geraumer Zeit kursieren in Gräfenroda Briefe unter der Elternschaft und den Lehrern, die gegen Maskenpflicht, Abstände und die Hygienemaßnahmen aufhetzen. Die Urheber sind meist anonym und Corona erschwert den Dialog weiter, sagt sie. In den anonymen Briefen wird darauf hingewiesen, dass die Gesetzestexte in den Schulen je nach Laune umgesetzt werden könnten.

„Hier sehe auch ich einen großen Nachholbedarf bei der Politik, die die Gesetzestexte eindeutig formulieren müsste“, merkt sie an, denn auch die vielen vernünftigen Eltern könnten nicht verstehen, dass hier viel Spielraum zur Auslegung gelassen und die Verantwortung auf die Schulen abgeschoben werde. Klare, eindeutige Regeln würden hier Abhilfe schaffen.

„Wir müssen jetzt einen Dialog finden, wie man hier weiter verfahren kann. Denn Angst zu verbreiten, ist der falsche Weg, um seinen Unmut über die Maßnahmen zu äußern.“ kru

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