Gotha - "Es ist uns ein besonderes menschliches Bedürfnis, dem Kind eine Identität zu geben . . ." - Kriminalhauptkommissar Jens Büchner muss tief Luft holen, als er redet. Der Kommissariatsleiter der Gothaer Kriminalpolizei ist am späten Freitagvormittag mit der Aufgabe betraut, die Öffentlichkeit über den aktuellen Stand der Ermittlungen im Fall des am Karsamstag in einem Waldstück zwischen der Autobahn 71 und dem Gewerbegebiet Geschwenda (Ilm-Kreis) tot aufgefundenen Babys zu informieren. Er bittet die Bevölkerung um Mithilfe. Die Mutter des toten Mädchens ist der Schlüssel zur Lösung des Falls, der ein Verbrechen sein könnte - aber nicht zwingend sein muss. Eine Tragödie ist das Geschehene in jedem Falle. Dem Kommissar zur Seite sitzen der Erfurter Oberstaatsanwalt Hannes Grünseisen, der stellvertretende Inspektionschef Matthias Bollenbach und Kriminalhauptkommissar Silko Aßmann. Alle vier sind mit dem Fall vertraut, der seit dem Osterwochenende die ganze Region tief bewegt. Sie haben sich Stunden, Tage und Nächte um die Ohren geschlagen. Dass der Fall den Ermittlern, die schon viel gesehen haben, nahe geht, ist im Raum geradezu greifbar.