Gesundheit Wie man das Immunsystem im Herbst stärken kann

Eva Dangelmaier
Erkältungen in der Herbstzeit sind keine Seltenheit. Zur Stärkung des Immunsystems gibt es verschiedene Tipps. Foto: IMAGO//Daniel Ingold

Mit der dunkleren Jahreszeit setzt auch die Erkältungssaison ein. Wie man sich vor Infekten schützen und sein Immunsystem stärken kann, lesen Sie hier.

Der Herbst bringt nicht nur Kürbisse, bunte Blätter und Halloween, sondern auch die Erkältungssaison mit sich. In der regnerischen Jahreszeit ist der Körper anfälliger für Viren, Bakterien und Infekten. Mit verschiedenen, einfachen Tipps kann das Immunsystem jedoch gestärkt werden.

Wie funktioniert das Immunsystem überhaupt?

„Grob gesagt besteht das Immunsystem aus Zellen, Lymphozyten und dem lymphatischen Gewebe“, erklärt Sabine Knapstein, Fachärztin und Psychotherapeutin bei der AOK Baden-Württemberg. Die Lymphozyten hätten eine Abwehrfunktion. Zum schützenden lymphatischen Gewebe gehören wiederum Organe, wie beispielsweise das Knochenmark. „Eigentlich hat der ganze Körper, wie auch die Haut, so eine Abwehr- und Schutzfunktion“, meint Knapstein.

Sinken im Herbst die Temperaturen, vermehren sich Erkältungsviren und breiten sich so aus. „Wenn dann durch viele enge menschliche Kontakte die Viruslast hoch wird, die wir über die Atmung weitergeben und übertragen, kann das Immunsystem nicht schnell genug reagieren. Dann verbreiten sich Atemwegsinfekte durch Erkältungsviren“,sagt Knapstein. Um dem zu entgehen, ist es sinnvoll, das Immunsystem durch den eigenen Lebensstil zu stärken.

Erholsamer Schlaf

Die Stärkung des Immunsystems beginnt bereits im Bett. Durch einen Mangel an Schlaf wird die Funktion von Botenstoffen im Rahmen von Immunantworten beeinträchtigt. Erholsamer und vor allem ausreichender Schlaf aktivieren hingegen wichtige regenerative Prozesse. Die AOK Heilbronn-Franken empfiehlt dafür etwa sieben bis acht Stunden Schlaf.

Aber auch eine gesunde, ausgewogene Ernährung und genügend Flüssigkeitszufuhr sind unerlässlich. Wer ausreichend trinkt, sorgt dafür, dass die Schleimhäute und Mund und Nase feucht gehalten werden. So können Krankheitserreger leichter abtransportiert werden. Experten empfehlen rund 1,5 Liter Flüssigkeit täglich, möglichst ungezuckert.

Obst und Gemüse

Zitronen, Weintrauben oder Kohl – entscheidend ist auch die Zufuhr von Nährstoffen. Ohne die Zufuhr derer leidet der Stoffwechsel und damit auch das Immunsystem. Wichtig sind hier vor allem Gemüse und Obst, da diese Vitamine und Mineralstoffe liefern. Die AOK Heilbronn-Franken rät zu täglich zwei Portionen Obst, also rund 250 Gramm, und drei Portionen Gemüse, also 400 Gramm. 25 Gramm Nüsse können dabei eine Obstportion ersetzen.

Für die Stärkung des Immunsystems ist zusätzlich auch Bewegung förderlich. „Körperliche Aktivität ist wichtig im Alltag für die Durchblutung der Organe, die Saustoffaufnahme und damit auch die Unterstützung gesunder Zellproduktion im Körper“, sagt Sabine Knapstein. Sport im Freien ist besonders ratsam, die wechselnden Temperaturen trainieren die Abwehrkräfte zusätzlich.

Händewaschen ist essenziell

Auch wenn es durch die Corona-Pandemie jedem bekannt sein sollte: Das Vorbeugen von Infektionen durch Handhygiene ist essenziell, zumal die eigenen Hände häufig der Überträger von Krankheitserregern sind. Deshalb ist es wichtig, sich regelmäßig gründlich die Hände zu waschen und sich möglichst nicht ins Gesicht zu fassen.

Übrigens: Vermieden werden sollte wenn möglich auch das Rauchen. Es schädigt das Immunsystem gleich auf mehrere Weisen.

Nicht nur äußerliche, sondern auch innerliche Faktoren sind bei der Stärkung der Abwehrkräfte von Bedeutung. Stress hat einen wesentlichen Einfluss auf unser Immunsystem. Demnach gilt es diesen, wenn möglich, zu vermeiden.

Expertin rät zum Impfen

Nicht zuletzt, so Sabine Knapstein, sei es sehr wichtig, das Immunsystem durch Trainingssysteme wie Impfungen zu unterstützen. Diese würden die Abwehrzellen fördern und sie auf bisher unbekannte gefährliche Eindringlinge vorbereiten. Das sei besonders wichtig für Kinder, ältere Menschen, vor Schwangerschaften oder bei chronischen Krankheiten, da das Immunsystem sich ständig wandle und Unterstützung benötige.

 

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