Fußball-Kreisoberliga Tabors Tag

Goldlauterer Geflüster: „Mach’ mal einen wie im Training!“, flüstert Jens Kühnstein Robin Tabor ins Ohr. Der führt den Auftrag aus. Foto: frankphoto.de/Bastian Frank

Der Ausflug nach Goldlauter bereitet Schwallungen gleich doppelt Kummer: Nach dem 1:4 am Sonntag rutschen die Werrataler in der Kreisoberliga auf einen Abstiegsrang. Die eigentliche Hiobsbotschaft ist aber etwas anderes.

Goldlauter-Heidersbach - Wie einfach wäre Fußball, wenn all die Dinge, die im Training so leicht von der Hand gehen, im Spiel genauso geschmeidig funktionieren würden. Robin Tabor könnte seit diesem Sonntag für alle der passende Ansprechpartner sein, denen genau das bislang noch nicht so recht glückt. „Mach’ mal einen wie im Training!“, flüstert ihm Jens Kühnstein in der 19. Minute am Kreisoberliga-Sonntag ins rechte Ohr. Beide stehen gut 25 Meter vor dem Tor von Schwallungens Torwart Benjamin Carl.

Freistoß für Goldlauter. Normalerweise ein Fall für Kühnstein, den Routinier. Doch der 38-Jährige verzichtet, denn er hat Tabor zuletzt im Training beobachtet. Und dort Gefallen an seinen neuen Schussqualitäten gefunden. Also darf der 23-Jährige sein Glück nun auch im Ernstfall versuchen. Und Tabor liefert ab. Flach ins linke untere Eck. „Wie ein Maulwurf“ habe sich der Schuss seinen Weg gebahnt, flachst Co-Trainer Reiner Müller nach der 1:0-Führung der Wopper.

Bis dahin lieferten sich beide Mannschaften einen schnellen, offenen Schlagabtausch. Schwallungens Problem: Sie spielen durchaus gefällig, kommen aber zu selten vor das Tor des Gegners. Goldlauter produziert die klareren Chancen: Logan Klingelstein dribbelt sich in der 41. Minute durch die gesamte FCS-Abwehr, schießt jedoch daneben. Eine Minute später lässt auch Martin Paul eine Riesengelegenheit aus.

Dafür glänzt der Wopper-Kapitän uneigennützig mit der Vorlage zum 2:0. Zwei Minuten nach der Halbzeitpause schickt Paul Robin Tabor per Steilpass. Der muss den Ball nur noch an Schlussmann Carl vorbeischieben. Für Tabor ist es der erste Doppelpack seit Jahren. Seit drei Spieltagen läuft der 23-jährige Flügelspieler in der Sturmspitze auf und scheint Gefallen an der neuen Position gefunden zu haben. „Ich spiele da, wo der Trainer mich aufstellt“, meinte Tabor nach Abpfiff nur.

Noch wollte der Gast Goldlauter aber nicht feiern lassen. Sebastian Reinisch ist nach einem mit dem Kopf verlängerten Freistoß frei vor Wopper-Torwart Paul Völker und erzielt den 1:2-Anschluss (72.). Nur ein paar Minuten später blicken erneut alle auf Schwallungens Mittelfeldspieler, jedoch aus einem tragischen Grund. Ohne Einwirkung des Gegners reißt Reinischs Achillessehne. Minutenlang ist die Partie unterbrochen. Reinisch muss mit der Trage vom Feld gebracht werden. Kurz vor Spielende fährt ein Rettungswagen vor und bringt den 33-Jährigen später ins Krankenhaus.

Nach einer knappen Viertelstunde Unterbrechung wird die Begegnung fortgesetzt. Schwallungen wirft nun alles nach vorne, will den Ausgleich jetzt noch umso mehr, wird aber zweimal durch schnelle Gegenzüge bestraft. Erst holt Torwart Carl Goldlauter-Joker Hans Schade von den Beinen, was der Gefoulte mit dem 3:1 vom Punkt beantwortet (90.+1). Dann sieht Abwehrmann Dominik Wadasz den allein gelassenen Louis Exner und flankt den Ball über den halben Platz in die Spitze, sodass Exner kaum Mühe mit dem nächsten Treffer hat (90.+12).

Das 1:4 ist Schwallungens fünfte Niederlage in Folge. Nach dem famosen Saisonstart stehen die Werrataler nun zum ersten Mal in dieser Saison auf einem Abstiegsplatz. Trainer Andy Möller wollte den Absturz nach Abpfiff nicht kommentieren. Auch Kapitän Roy Kirchner winkte enttäuscht ab.

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