Nein, die gefälligen Frauen sind ihre Sache nicht. Nicht auf der Bühne. Nicht im Film. Und wohl auch im Leben ist Corinna Harfouch kein Mensch, der seine weichen, zarten, empfindlichen Seiten gerne und bereitwillig zeigt. Kantig und spröde wirken ihre Figuren. Manchmal hart, manchmal verstörend. Sie wollen aufgeschlossen sein. Sie fordern Kraft, Einlassung, Hinwendung, Protest, Standhaftigkeit. Das macht die Schauspielerin so interessant und ihr Spiel so vielseitig. In unzähligen Rollen hat Corinna Harfouch diese Frauen geformt, die allesamt irgendwie selbst vom Leben zurechtgebogen schienen. Sei es Mutter Kröger im "Doppelten Lottchen" (1996), sei es Magda Goebbels in "Der Untergang" (2004), oder sei es eben Irina in Tschechows "Möwe", mit dem sie im Ensemble des Deutschen Theaters erst letzten Sommer zu Gast in Meiningen war.
Feuilleton Von der "Zauberwelt" verzaubert
Von Peter Lauterbach 24.01.2015 - 00:00 Uhr