Sprichwörter oder auch Redewendungen sind seltsame Wort-Gebilde. Ein jeder nimmt sie hin und wieder in den Mund - die Älteren freilich eher als die Jüngeren. Die allerwenigsten aber wissen, was es mit ihnen im ursprünglichsten Wortsinn auf sich hat. Sollten sie also einmal die Nachbarsfrau "splitternackt" im Garten sehen, den Ehegatten als "auf den Hund gekommen" apostrophieren, beim geizigen Bruder eine Menge Geld "auf der hohen Kante" vermuten, für die Tochter jederzeit "eine Lanze brechen" oder beim lieben Sohn die Neigung bemerken, "mit dem Kopf durch die Wand" zu wollen - keine Sorge: Sie sind sprachlich in guter Gesellschaft. All diese sprichwörtlichen Redewendungen sind nämlich keineswegs neu, im Gegenteil. Viele haben ihren Ursprung bereits im fernen Mittelalter, und das ist auch der Grund, warum Direktorin Adina Rösch und Björn Cilian am vergangenen Samstag im Deutschen Burgenmuseum auf der Veste Heldburg ihren mit illustren Wort-Gebilden gespickten Parcours durch die Dauerausstellung eröffnet haben.