Energiewende in der Rhön Wird ein Nahwärmenetz auch für Frankenheim interessant?

Vor dem und gleich hinter dem Frankenheimer Ortsschild, von Erbenhausen her, liegen die ersten Interessenten für Nahwärme: die Wurstwarenfabrik, die Hochrhönhalle, die Grundschule. Foto: Iris Friedrich

Auch in Frankenheim hegt man jetzt Gedanken, ein Nahwärmenetz zu errichten, das Gewerbebetriebe, Kommune, Schule und möglicherweise private Interessenten effizient mit Wärme versorgt.

Die gegenwärtige Situation macht es überdeutlich: Energie und die Preise dafür werden zu einem entscheidenden Faktor – sowohl für Private wie auch Firmen und Kommunen. Insofern könnte ein Anstoß von der Bäuerlichen Erzeugergemeinschaft Schwäbisch Hall – den Betreibern der „Wurstfabrik“ am Rande von Frankenheim – für mehrere Partner interessant sein. „Die verbrauchen jede Menge Öl und suchen Verbündete für eine Hackschnitzelheizung“, sagte Frankenheims Bürgermeister Alexander Schmitt jetzt im Gemeinderat. Er informierte seine durchaus interessierten Ratsmitglieder kurz über erste Schritte zu einer möglichen Zusammenarbeit.

Zugrunde liegt zum einen die Überlegung der Gemeinde, dass eine zukunftsfähige Heizung für die Hochrhönhalle im Sinne minimierter Kosten sicher nicht die schlechteste Idee wäre. Zum anderen gibt es mit dem Multifunktionsgebäude ein kommunales Haus, das strombeheizt – und damit auch nicht gerade günstig – ist. Der Landkreis als Betreiber der Grundschule sei auch interessiert an einer neuen Versorgungs-Lösung, hieß es. Es gab dazu bereits ein erstes Rundtischgespräch. Festgetackert wurde da natürlich noch nichts. „Man ist nicht auf Hackschnitzel als Energieträger festgelegt, auch nicht auf den Radius dessen, was man anschließen könnte“, sagte der Bürgermeister zum gegenwärtigen Arbeitsstand. Froh war er offenbar, mit der Thüringer Energieberatungsagentur ThEGA einen Partner zu haben, der eine kostenlose Vorplanung erstellen will und auch die möglichen Fördermittel beleuchtet.

Noch sei überhaupt nicht klar, welche Firmen aus dem Gewerbegebiet möglicherweise Interesse an der gemeinsamen Nahwärmeversorgung haben – und auch nicht, ob Bürger sich mit anschließen lassen wollten, sagte Alexander Schmitt. Soweit sei man noch lange nicht. Matthias Friedrich vom Gemeinderat nannte die Idee eine „prima Sache“. Schwierig wird es, wenn man Privatleute mit einbindet, befürchtet er, „das bricht uns das Genick“. Denn Zusagen müssten dann auch zuverlässig sein, abspringen im letzten Moment gehe nicht. Aufgeworfen wurde auch die Frage, ob für das Wärmenetz die Straßen wieder aufgerissen werden müssten. Möglicherweise, so Alexander Schmitt, finde man da eine Möglichkeit der Zusammenarbeit mit der Telekom, die nun Frankenheim im Eigenausbau 2024 mit Glasfaser erschließen will und dazu ebenfalls Leitungen verlegen muss.

An einem Nahwärmenetz mit Hackschnitzelanlage arbeitet derzeit bekanntlich bereits Kaltennordheim – mit einem Millionenenaufwand.

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