Eine Schau für „O Tannenbaum“ Schwung für schier Unmögliches zum 200.

Goldlauter-Heidersbach hat Großes vor. Zu Ehren des 200. Geburtstages des berühmten Liedes „O Tannenbaum“ soll eine Briefmarke auf den Markt kommen. Anlauf auf das nicht eben leichte Unterfangen ist am Samstag mit einer Ausstellung genommen worden.

„Das Unmögliche ist oft das, was noch niemand versucht hat.“ Mit diesem Spruch, den Herr Geheimrat Johann Wolfgang Goethe ersonnen haben soll, eröffnet Matthias Gering, Ortsteilbürgermeister von Goldlauter-Heidersbach, eine Ausstellung, die den nötigen Schwung für ein schier unmögliches Unterfangen geben soll. „Versuchen wir das Unmögliche und bringen wir eine Briefmarke zum 200. Geburtstag des berühmten Liedes „O Tannenbaum, der für 2024 im Kalender steht, auf den Markt“, so der Ortschef.

Genau für diesen Schwung haben sich die Goldlauterer, Heidersbacher und etliche andere Engagierte mächtig ins Zeug gelegt. Und das nicht erst mit der Ausstellung, die Georg Schalling vom Thüringer Briefmarkensammlerverein Suhl 1927 mit seinem Exponat über Ernst Anschütz und dessen Lieder besorgt hat. Im Ort selbst ist bereits ein Liederwanderweg zu Ehren des berühmten Sohnes entstanden. Zudem gibt es eine Ehrentafel, einen Gedenkstein, ein Relief und auch eine Straße wurde nach ihm benannt. Nun also diese großartige Schau, die leider nur einen Tag lang zu sehen war. Als Gründe für die kurze Ausstellungszeit nennt Matthias Gering die begrenzte Raumnutzungsdauer sowie den Aspekt der Sicherheit, die für diese gesammelten Werte gewährleistet werden müsse.

Bereits vor Jahren hat Georg Schalling diese Schau zusammengestellt und stetig vervollständigt. Hierfür bekam er im In- und Ausland ehrende Auszeichnungen. Nun endlich kann er dieses detailreiche Exponat in dem Geburtsort des großartigen Musikers und Lehrers zeigen. Die Schau bietet reichlich Ansatzpunkte für intensive Gespräche zwischen Georg Schalling und den Besuchern, speziell auch mit den Nachfahren, die ihre Bewunderung für dies enorme Fleißarbeit zeigen. Auf die Frage von Martina Anschütz, wie er denn dazu kam, solch ein Exponat zu erstellen, antwortet er: „Der Gedanke kam mir eines Tages im Bett. Ich dachte, dass das doch ein tolles Thema ist und ein schönes Anliegen, die Leistungen von Ernst Anschütz zu würdigen – auch in Form von Briefmarken.“

Weitere Ausstellungsstücke hat der Fremdenverkehrsverein Goldlauter-Heidersbach zusammengestellt und auch die Chronik-AG hat einiges Material zur beigesteuert. Die Summe all dessen lässt erkennen, welch ein Star „O Tannenbaum“ doch ist. Und das längst nicht nur in Deutschland. Auf der Melodie des weltberühmten Liedes basieren sogar Hymnen der US-amerikanischen Bundesstaaten Maryland, Florida oder Iowa. Auch der Fan-Song „We’ll keep the blue flag flying high“ des englischen Fußballvereins FC Chelsea wird zu dieser Melodie gesungen. Wenn das keine Ausstellung wert ist, was dann?

Doch ehe sich die Türen für diese Schau öffnen, muss erst einmal eine Hürde aus Holz und Nadeln überwunden werden – ein Tannenbaum eben. Für Nachfahrinnen des Ernst Anschütz – Renate und Martina Anschütz – sowie für Bürgermeister Jan Turczynski ist es diesmal nicht damit getan, ein Bändchen durchzuschneiden und die Sache für eröffnet zu erklären. Wenn schon der Tannenbaum im Mittelpunkt des Samstags steht, dann müssen sich die Ehrengäste auch mit einer Astschere durch einen Tannenbaum arbeiten. Wenn man so will, ist auch das Sinnbild dafür, dass der Suhler Ortsteil und all die Engagierten vor einem nicht eben leichten Weg zur „O Tannenbaum“-Briefmarke stehen.

Einen Nadelbaum als Eröffnungszeremonie zu zerschneiden, das dürfte Einmaligkeitscharakter haben. Was wäre eine Veranstaltung zu Ehren des Liedes „O Tannenbaum“ ohne es auch zu singen? Auch das wäre ein Ding der Unmöglichkeit. Also geben sich die Sänger der Suhler Singakademie die Ehre und lassen „O Tannenbaum“ erklingen. Und das unter dem Dirigat der Nachfahrinnen Renate und Martina Anschütz. Schlussendlich klingt die Veranstaltung nach. Unter anderem mit Ideen für die kleine Suhler Reihe, für eine Ausstellung vielleicht im Haus der Geschichte und freilich für Aktionen, mit denen um Unterstützung für die Briefmarke für 200 Jahre „O Tannenbaum“ geworben werden soll.

Der Tannenbaum, mit dem die Schau eröffnet wurde, steht nun vor der Verwaltungsstelle – quasi als Erinnerungsbaum dafür, dass sich möglichst viele Menschen für die Briefmarke stark und das Unmögliche möglich machen.

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