Brief an Müller Transparenz geht anders

Herr Müller bekommt täglich Post aus der Lokalredaktion. Foto: Freies Wort

Danny Scheler-Stöhr schreibt an Herrn Müller und macht sich Gedanken zur Transparenz in der Ilmenauer Stadtverwaltung.

Natürlich haben Sie Recht, lieber Herr Müller, ... ... Transparenz ist ein Wort, das in der jetzigen Zeit sehr häufig, ja fast schon inflationär verwendet wird. Auch Daniel Schultheiß hatte sich die Transparenz groß auf die Fahnen geschrieben, als es vor gut vier Jahren darum ging, den Chefsessel im Ilmenauer Rathaus zu erobern. Mittlerweile ist er Oberbürgermeister, aber das mit der Transparenz in der Verwaltung will noch nicht in allen Bereichen so gut funktionieren. Erst vor wenigen Wochen, als das Integrierte Stadtentwicklungskonzept diskutiert wurde, musste sich die Verwaltung den Vorwurf gefallen lassen, Stadträte und Bürger nicht ausreichend vorab informiert zu haben. Da war auch die Antwort, „Es stand doch auf der Internetseite“, nicht sonderlich hilfreich.

Dass es mit der Transparenz offenbar nicht so einfach ist, mussten nun auch die neuen Betreiber des Campingplatzes im Meyersgrund erfahren. Seit Mitte Mai liegt ein Antrag von ihnen im Bauamt. Seitdem: eine allgemein gehaltene Eingangsbestätigung und dann: Schweigen. Als das zu Wochenbeginn im Bauausschuss zur Sprache kam, gab es – verkürzt geschildert – eine lapidare Antwort seitens des Bauamtes: „Wenn wir ein Ergebnis gehabt hätten, hätten wir Sie informiert.“ Dass man so mit Geschäftsleuten, die viel Geld in der Region investieren und viele Menschen in die Gegend holen wollen, nicht unbedingt umgehen sollte, schien erst ganz am Ende der Diskussion und auch nur Zähne knirschend verstanden worden zu sein.

Dabei profitieren doch alle davon, wenn es einen offeneren Umgang miteinander gibt. So könnte das Verständnis füreinander und für die Arbeit des anderen noch mal deutlich gesteigert werden.

Mit freundlichen Grüßen

Danny Scheler-Stöhr

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