Biathlon-Weltcup Der Feinschliff für Peking beginnt

Thomas Wolfer

Mit den Sprintrennen beginnt am Freitag der Biathlon-Weltcup in Oberhof. Einen Monat vor dem Olympia-Start in China wollen sich die deutschen Skijäger steigern. Eine Medaillen-Hoffnung fehlt dabei.

Oberhof - Auch eine nette Nachfrage an der letzten Absperrung half den härtesten Biathlon-Fans nichts. Selbst beim Training am Tag vor dem Weltcupstart in Oberhof konnten sie keinen Blick auf ihre Helden erhaschen und wurden von den Ordnern abgewiesen. Das zweite Jahr nacheinander bleiben die Tribünen im Thüringer Wald wegen der Corona-Pandemie leer, wenn am Freitag (11.30 Uhr/ARD und Eurosport) mit dem Sprint der Männer etwas verspätet das Olympia-Jahr beginnt. Für die deutschen Skijäger geht es beim Heimspiel am Rennsteig um den Feinschliff für die Winterspiele in knapp einem Monat in Peking.

„Ich versuche einfach, an die guten Leistungen aus dem ersten Trimester anzuknüpfen und fokussiert die Scheiben zu treffen“, sagte Denise Herrmann. Die Sächsin ist nach einer überstandenen Erkältung am Jahresende die aussichtsreichste Kandidatin des Deutschen Skiverbandes für das Podest, da Franziska Preuß wegen einer Fußverletzung weiter fehlt. Die Gesamtweltcup-Dritte der Vorsaison könnte frühestens in der kommenden Woche in Ruhpolding wieder einsteigen. „Ich hoffe, dass ich zu der nötigen Coolness und Entspanntheit am Schießstand zurückfinde“, sagte Herrmann vor ihrem Sprintrennen über 7,5 Kilometer am Freitagnachmittag.

Eben jener Schießstand und die Loipen waren am Donnerstag perfekt präpariert. Danach sah es noch zwei Tage zuvor überhaupt nicht aus. Acht Tage viel zu warme Temperaturen, Dauerregen und Wind hatten den Schnee schmelzen lassen. Nur dank eines Kraftakts der freiwilligen Helfer, Kälte und frischen Schnees gelang es, die Wettkämpfe zu sichern. Der Männer-Sprint war vorsorglich um einen Tag verschoben und der Weltcup so leicht verkürzt worden. „Das war absolut die richtige Entscheidung“, sagte Bundestrainer Mark Kirchner.

In seiner Heimat stand der 51-Jährige beim Abschlusstraining im Sonnenschein, das Wetterbild hatte sich am Donnerstag gewandelt. Den Zuschauern bleibt der Zugang zur nagelneuen Arena trotzdem verwehrt. Ein Jahr vor der WM 2023 fällt die Generalprobe mit Fans aus. Bis zu 27 500 Menschen sollen dann im Februar nächsten Jahres bei den zwölf Entscheidungen dabei sein. Für mehr als 30 Millionen Euro wurde die Anlage grundlegend modernisiert und fit für die Zukunft gemacht. Neue Gebäude, ein neues Tunnelsystem, mehr Plätze im Stadion und ein modernerer Schießstand sind nur einige der Maßnahmen.

Bis 2026 wird es mindestens noch Biathlon-Weltcups in Oberhof geben, der Vertrag wurde erst im Vorjahr verlängert. Die Hoffnungen sind groß, dass es schon bald wieder die typische Party-Atmosphäre geben kann, wenn die Pandemie endet. Dass Corona allgegenwärtig ist, wurde gerade erst wieder klar. Der russische Top-Biathlet Eduard Latypow wurde in Thüringen kurz vor dem Start positiv auf das Coronavirus getestet. „Eduard geht es gut, die Krankheit verläuft asymptomatisch. Wir wünschen ihm baldige Genesung“, teilte der russische Verband mit.

Der 27-Jährige musste sich sofort in Isolation begeben. Derzeit läuft noch die Kontaktnachverfolgung durch die lokalen Gesundheitsbehörden. Insgesamt wurden knapp 250 PCR-Tests bei nicht geimpften Teammitgliedern und Akkreditierten oder Personen mit Corona-Symptomen durchgeführt. Weitere positive Ergebnisse gab es bislang nicht. Auch alle 550 PCR-Tests, die zum Eintritt in die Event-Blase am Rennsteig nötig waren, fielen negativ aus. Insgesamt rund 75 Prozent der Teammitglieder im Biathlon-Weltcup gelten in Deutschland als geimpft oder genesen. Der Weltverband IBU hatte die Hygiene-Maßnahmen aufgrund der Omikron-Variante gerade erst wieder verschärft.

Zeitplan

Freitag, 7. Januar

11.30 Uhr: Sprint Männer

14.15 Uhr: Sprint Frauen

Samstag, 8. Januar

12.15 Uhr: Mixed-Staffel

14.45 Uhr: Single-Mixed-Staffel

Sonntag, 9. Januar

12.30 Uhr: Verfolgung Männer

14.45 Uhr: Verfolgung Frauen

 

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