Topthemen: GebietsreformThüringer helfenNSU-ProzessSerie: Alles geregelt?Fußball-Tabellen

Thüringen

Poppenhäger für höhere Geldbußen bei blockierten Rettungsgassen

Autofahrer, die bei Unfällen auf der Autobahn im Stau keine Rettungsgasse bilden, sollen nach Vorstellungen von Innenminister Holger Poppenhäger (SPD) dafür höhere Bußgelder bezahlen. Bisher würden sie mit 20 Euro zur Kasse gebeten.



Wo bitte geht's denn hier zur Rettungsgasse? Situation am Mittwochnachmittag auf der A5, im Hintergrund ein Feuerwehrauto. Bild   Foto: Feuerwehr Mörfelden


Erfurt -  Das sagte Poppenhäger am Montag bei der Vorstellung der neuen Verkehrsunfallstatistik. «Das ist nach meinem Dafürhalten zu wenig.» Helfer von Rettungsdienst, Polizei und Feuerwehr kämen bei versperrten Rettungswegen oft nur schwer an die Unfallstelle heran. Die Polizei beklagt, dass Einsatzkräfte nach Unfällen oftmals nur schwer an die Verunglückten herankommen, weil andere Autofahrer keine Rettungsgasse bilden.
2016 ereigneten sich in Thüringen rund 3700 der insgesamt erfassten knapp 57 000 Unfälle auf Autobahnen.

Denkbar seien nach der Einkommenshöhe gestaffelte Bußgelder, sagte der Minister. Die SPD-Innenminister der Bundesländer plädierten bei schweren Verkehrsverstößen für eine solche Regelung nach dem Vorbild des Strafrechts. Dass Rettungsgassen blockiert werden, «könnte so ein Fall sein», so Poppenhäger. Gerade auf Autobahnen verliefen Unfälle häufig schwerwiegend und hätten hohen Sachschaden zur Folge. 13 Menschen kamen im vergangenen Jahr auf Autobahnen ums Leben, vor allem auf der A4. Bei der jüngsten Sitzung hatten sich die Innenminister der Länder und des Bundes auf eine Überprüfung der Sanktionen verständigt.

Auch die Thüringer Polizei sieht Handlungsbedarf. Neben höheren Bußgeldern sei vor allem mehr Aufklärungsarbeit nötig, sagte der Präsident der Landespolizeidirektion, Uwe Brunnengräber. Schließlich könne jeder nach einem Verkehrsunfall auf schnelle Hilfe angewiesen sein.

Insgesamt starben im vergangenen Jahr in Thüringen 104 Menschen im Straßenverkehr, das ist laut Innenministerium der niedrigste Stand seit 25 Jahren. Etwa 2000 Menschen wurden schwer verletzt und rund 6600 leicht. Verdoppelt im Vergleich zu 2015 hat sich die Zahl der tödlich verunglückten jungen Fahrer. Zehn junge Menschen im Alter von 18 bis 25 Jahren starben am Steuer. Der Anteil dieser Altersgruppe an Verkehrsunfällen insgesamt liegt bei 12 Prozent - er ist mehr als doppelt so hoch wie ihr Bevölkerungsanteil (5 Prozent). Hauptunfallursache bleibt überhöhte Geschwindigkeit - nicht nur auf Autobahnen. dpa

Lade TED
 
Ted wird geladen, bitte warten...
 



Lesen Sie dazu auch:
Autor

Redaktion
Kontakt zum Autor

Veröffentlicht am:
20. 03. 2017
13:53 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen
Autobahnen Autofahrer Bußgelder Deutsche Presseagentur Holger Poppenhäger Innenminister Polizei SPD Statistisches Bundesamt Verkehrsstaus
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
geisterfahrer a71

25.04.2017

Geisterfahrer in Rettungsgasse - Polizei veröffentlicht Video

Ilmenau - Die Thüringer Polizei sucht weiter nach Zeugen, die durch einen Geisterfahrer in einer Rettungsgasse auf der Autobahn 71 bei Ilmenau gefährdet wurden. Nach dem Kennzeichen des Autos stammt er aus dem Landkreis ... » mehr

Videoüberwachung auf Plätzen - Datenschützer bekommt Nachfragen

16.04.2017

Werden Thüringer bald auf Schritt und Tritt überwacht?

Künftig soll es in Thüringen einfacher werden, Kameras zur Überwachung anzubringen. Der Innenminister beruhigt: Es gibt keine Generalerlaubnis. Datenschützer sind dennoch beunruhigt. » mehr

08.04.2017

Thüringen will sich am länderübergreifenden Abhörzentrum beteiligen

Thüringen will zusammen mit vier Bundesländern ab 2019 ein gemeinsames Zentrum für Telekommunikationsüberwachung betreiben. Schwere Straftaten sollen schneller aufgeklärt werden. » mehr

Dirk Adams. Foto: ari

11.03.2017

Grüne attackieren Koalitionspartner SPD

Die Grünen wollten sich auf die Schulter für ihre Regierungsarbeit in Thüringen klopfen. In der Aussprache bei einem Parteitag wurde deutlich, dass es viel Frust mit dem Koalitionspartner SPD gibt. » mehr

Dieter Lauinger.

10.03.2017

"Härtere Strafen lösen Gewaltproblem nicht"

Rot-Rot-Grün in Thüringen ist sich uneins über die Notwendigkeit von härteren Strafen bei Angriffen auf Polizisten. » mehr

Aufkleber zur Gebietsreform

01.05.2017

Kritik an Gebietsreform - SPD-Chef schließt Rückzug aus Koalition aus

In der SPD rumort es wegen der Gebietsreform. Der Neuzuschnitt von Kreisen und Gemeinden wird gern als ein zentrales Reformprojekt bezeichnet. Fällt das den Sozialdemokraten nun auf die Füße? » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Radsonntag

Radsonntag in Schmalkalden | 28.05.2017 Schmalkalden
» 49 Bilder ansehen

Tunneluebung Eichelberg

Übung A71-Tunnel Eichelberg | 28.05.2017 Meiningen
» 18 Bilder ansehen

Gregorian Schmalkalden

Gregorianische Gesänge in Schmalkalden | 28.05.2017 Schmalkalden
» 33 Bilder ansehen

Autor

Redaktion

Kontakt zum Autor

Veröffentlicht am:
20. 03. 2017
13:53 Uhr



^