zuletzt bearbeitet: 13.08.2008 23:33 Uhr
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Zwillinge lassen die Sonne aufgehen
Projekt „Enterprise“ unterstützte Katja und Sandra Lutzien bei der Gründung eines Kosmetikstudios
Breitungen – Das Thüringer Projekt „Enterprise“ hilft jungen Menschen auf dem Weg in die wirtschaftliche Selbstständigkeit. Als jüngstes Beispiel für eine erfolgreiche Unterstützung und Beratung gilt die Existenzgründung der Zwillinge Katja und Sandra Lutzien. „Enterprise Thüringen“ ist mit seinen nunmehr vier Beratungsstellen Anlaufstelle für junge, arbeitslose Gründungswillige, die sich individuelle und professionelle Starthilfe holen möchten.
Die Wernshäuser Schwestern sind „Staatlich anerkannte Kosmetikerin“ von Beruf. Die eine erlernte ihn am SBBZ Rudolstadt, die andere am BTZ Rohr. Bereits in der Ausbildungszeit träumten sie vom eigenen Kosmetik- und Fußpflegestudio. „Da kann man eigene Ideen verwirklichen und man sieht sofort was man geleistet hat“, umschreibt Sandra Lutzien den Wunsch der Schwestern, sich auf eigene – unternehmerische – Beine zu stellen.
In der Region eine Festanstellung als Kosmetikerin zu bekommen, ist fast aussichtslos und so griffen die beiden die Alternative der Selbstständigkeit auf. Doch so einfach geht das nicht, wenn es von dauerhaften Erfolg gekrönt sein soll. Und so gilt es, den Markt zu analysieren, ein Unternehmenskonzept und einen Business-Plan zu erstellen und Finanzpartner zu finden. Nebenher sind rechtliche Fragen zu klären. Geeignete Räumlichkeiten müssen gefunden werden und vieles mehr.
Zusammen mit einem erfahrenen Partner lassen sich viele auf dem Weg auftauchende Hürden einfacher überwinden. In ihrem Fall fanden Katja und Sandra Lutzien durch den Tipp einer Bekannten zu „Enterprise Thüringen“. Seit einiger Zeit gibt es auch eine Beratungs-Station in Suhl.
In Rotterode halfen die Enterprise-Mitstreiter um Andrea Biering bereits dem Rotteroder Andi Danz und dem Suhler Rene Fleischmann in die wirtschaftliche Selbstständigkeit. Auch die Lutzien-Schwestern erhielten Hilfe.
„Dabei begleiten wir beratend, entscheiden müssen die Existenzgründer selbst“, erklärte Andrea Biering zur Eröffnung des Beautystudios „Sunrise“ in der Breitunger Schafwerra. So bot „Enterprise“ erst einmal persönliche Gespräche und weiterbildende Seminare zu betriebswirtschaftlichen, rechtlichen und Unternehmensfragen an. „Das ist alles kostenlos“, unterstrich Andrea Biering.
Einzige Bedingung: Die Gründungswilligen müssen aus der Arbeitslosigkeit kommen. Ist das der Fall, kann das mit Geldern des Europäischen Sozialfonds (ESF) finanzierte Projekt Hilfe leisten. Am Samstag schaute sich nun die Beraterin neugierig in den ehemaligen AOK-Räumen um. Diese haben Katja und Sandra Lutzien aufgepeppt und einen neuen Zuschnitt geschaffen. So gibt es einen separaten Raum für die Fußpflege, einen neu geschaffenen Raum für entspannende Massagen und neben dem Empfang schließlich den zentralen Kosmetikraum. Das gesamte Studio ist in angenehmen Farben gehalten und freundlich gestaltet.
Sandra Lutzien wird sich künftig vor allem der Fußpflege widmen, Katja bedient vorrangig Kundinnen im Kosmetikbereich. Beruhigend ist für die Zwillinge, dass jede jederzeit den Part der anderen übernehmen kann, denn fachlich sind sie in beiden Bereichen fit.
Als schwierigsten Aspekt der Unternehmensgründung bezeichneten die Schwestern die finanzielle Ausstattung des Studios. Schließlich verfügen junge Menschen in der Regel nicht über das nötige Startkapital. Auch wenn die Summe überschaubar ist, die Geldbeschaffung war eine Herausforderung. Am Ende erklärte sich die Rhön-Rennsteig-Sparkasse bereit, die Unternehmensgründung zu finanzieren.
Auch mit den Volks- und Raiffeisenbanken der Region habe man bereits gute Erfahrungen gesammelt, berichtet Andrea Biering über bisherige Enterprise-Aktivitäten.
Nachdem die Finanzen für das „Sunrise“ geklärt waren, konnten die Lutzien-Schwestern jedenfalls ihre Pläne in die Tat umsetzen. Jetzt erfolgte die offizielle Einweihung des Beauty-Studios in Breitungen. Als Vertreter des Bürgermeisters gratulierte Beigeordneter Jochen Pfannstiel den beiden Existenzgründerinnen und schaute sich wie viele andere Eröffnungsgäste in den Räumlichkeiten um. Enterprise-Beraterin Andrea Biering sicherte den jungen Selbstständigen weitere Unterstützung zu. eh
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