» zur Übersicht Schmalkalden
    
    
Artikel
 
Schrift vergrößern Text    Schrift verkleinern Text   

Christuskirche
Der erste Bau eines Gotteshauses in der DDR ist 50 Jahre her

Kurzer Abriss zur Oberhofer Kirche dessentwegen einstmals zwei hohe Funktionäre des Arbeiter- und Bauern-Staates über Kreuz waren

Oberhof – Heute wird die Christuskirche 50 Jahre alt. Ein Ereignis, das mit einem bebilderten Vortrag (Power Point) um 16 Uhr und mit einem Festgottesdienst am Sonntag um 14 Uhr begangen wird.

  • Kirche Oberhof Die Christuskirche in Oberhof wird am 17. November 50 Jahre alt. Die Gemeinde feiert dieses Wochenende. Foto: frankphoto.de
     
Bild von

Oberhof Heute wird die Christuskirche 50 Jahre alt. Ein Ereignis, das mit einem bebilderten Vortrag (Power Point) um 16 Uhr und mit einem Festgottesdienst am Sonntag um 14 Uhr begangen wird. Hans-Joachim Köhler, Oberpfarrer im Ruhestand, hat sich zu diesem Anlass der Geschichte der Kirche in der Region angenommen und interessante Fakten zusammengetragen, die wir auszugsweise veröffentlichen.

Als Mitglied der Jungen Gemeinde besuchte Köhler als Kind und Jugendlicher das Gotteshaus auf der Höhe. Selbst war der heutige Zella-Mehliser als Pfarrer allerdings später in Ohrdruf und Luisenthal tätig.

 

Zehn Jahre Residenz

Hans-Joachim Köhler schreibt: Als 1642 das Amt Schwarzwald (Käfernburg bei Luisenthal) als eigenes Amt Schwarzwald-Zella St. Blasii durch Ernst den Frommen nach Zella St. Blasii verlegt werden sollte, wurde der Amtmann Johann Hackspan vorerst bis zur Fertigstellung des Amtshauses in Zella St. Blasii in Oberhof untergebracht. Damit war Oberhof für zehn Jahre Residenz des Amtmannes, der wohl im neuerbauten Geleitshof wohnte. In diesem Geleitshof wurde nun auch Gottesdienst gehalten und Ernst der Fromme stiftete dazu 2 Glocken ... 1704 wurde ein neuer Schulbau errichtet, der im oberen Geschoss auch den Kirchsaal beherbergte.

Als die Schule später baufällig wurde, entschloss sich das Konsistorium zu einem Neubau einer Kirche, die 1783 ohne große Feierlichkeiten eingeweiht wurde. Nun hatte die kleine Gemeinde Oberhof ein eigenes Gotteshaus, das bis 1957 an der Stelle stand, die heute als Parkplatz gegenüber dem „Oberen Hof“ genutzt wird. Die alte Schule steht heute noch als ältestes Haus in Oberhof.

1927 bekam Oberhof mit Pfarrer Georg Traue seinen ersten eigenständigen Pfarrer, der in Oberhof wohnte und sich um die Geschichte des Ortes mit seinen Zeitungsartikeln „Oberhofer Sonntagsplauderei“ besonders verdient machte.

1937 kam durch Pfarrer H. Teuber der Gedanke auf, in der größer und bedeutender gewordenen Gemeinde Oberhof eine größere und repräsentativere Kirche zu bauen. Dieser Plan wurde durch den Ausbruch des Zweiten Weltkrieges vorerst aufgegeben. Aber schon 1950, nachdem in Oberhof 48 Familien, also etwa 170 Menschen ausgewiesen wurden, um die Häuser für den Feriendienst bereitzustellen, fasste der Gemeindekirchenrat den Entschluss, den Neubau einer Kirche zu wagen. Dieser Entschluss wurde von Landesbischof Dr. Moritz Mitzenheim unterstützt. Die Christuskirche wurde somit die erste neugebaute Kirche in der neugegründeten Deutschen Demokratischen Republik. Das war ein besonderes Politikum in dieser aufgewühlten Zeit.

Ulbricht contra Grotewohl

Sogar Walter Ulbricht und Otto Grotewohl schalteten sich mit ein. Wolfgang Lerch besitzt die Ablichtung eines Protokolls einer Auseinandersetzung der beiden Repräsentanten der DDR, in der Otto Grotewohl sich für den Bau und Walter Ulbricht vehement dagegen aussprach. Sicherlich, weil Oberhof als „Kurort der Werktätigen“ immer mehr an Bedeutung gewann, wurde der Bau schließlich genehmigt.

Am 29. November 1951 kam der Landesbischof selbst und wählte den Platz aus, auf dem die heutige Christuskirche steht.

Die Schwierigkeit des Erwerbes lag darin, dass der Boden Staatseigentum war. Der Landeskirchenrat verhandelte mit der damaligen Regierung des Landes Thüringen. Ein Ringtausch wurde in die Wege geleitet: Kirchlicher Grundbesitz, auf dem der Staat bereits Arbeiterwohnungen und Kulturhäuser errichtet hatte, sollte gegen staatlichen, auf dem die Kirche bauen wollte, getauscht werden. In diesen Ringtausch wurde Oberhof einbezogen.

Die Auflösung der Länderregierungen bildete in der Folgezeit bis zum Baubeginn nur eine von vielen Schwierigkeiten. Erst im Frühjahr 1953 konnte Grundsteinlegung gefeiert werden.

Am 1. Advent 1956 war das Fest der Glockeneinholung gefeiert worden. Die drei Glocken mit der Inschrift: Seid fröhlich in Hoffnung, geduldig in Trübsal, haltet an am Gebet! sind auf die Töne g.b.c. gestimmt und wurden bei Schilling in Apolda gegossen und gestiftet von Geheimrat Elschner in Eisenach, dem einst eine Villa in Oberhof gehörte…

Am 17. November 1957 formierte sich ein Zug von der alten zur neuen Oberhofer Kirche. Er wurde so lang, dass die ersten längst vor der neuen Kirche Aufstellung nahmen, als die letzten die alte Kirche verließen. ski

    
    

Diesen Artikel

  • Teilen:
  •  
  • Facebook
  •  
  • Twitter
  •  
  •  
Bewertung: 
  •  
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
0 Bewertungen (Sie müssen angemeldet sein)
    
    

Die neuesten Kommentare

Es wurden noch keine Kommentare geschrieben...
Zum Kommentar abschicken bitte vorher einloggen
Benutzername
Passwort
 
     
Sie sind noch kein Mitglied auf insuedthueringen.de? Dann jetzt gleich »hier registrieren
    
    

Ȇbersicht Schmalkalden

bezahlter Premium-Artikel
Premium-Artikel

Wärmender Tee beim Hofgeflüster war heiß begehrt

Man durfte auch laut sein beim Hofgeflüster. So mancher Besucher aber staunte in den Innenhöfen nicht schlecht. Schmalkalden hat eben einiges zu bieten. »mehr
    
    

bezahlter Premium-Artikel
Premium-Artikel
"Ich bin zufrieden und viele andere sind es auch"

Mitte September eröffnete Kati Wilhelm ihr Café Heimatlon in Steinbach-Hallenberg. Ob sich eine Routine entwickelt hat u... »mehr
    
 
    

bezahlter Premium-Artikel
Premium-Artikel
Andrang auf dem grünen Sofa in Schmalkalden

13 junge Frauen wurden vom Unternehmen Thüringer Waldquell aus über 100 Bewerberinnen für eine werbewirksame Plakatkampa... »mehr
    
 
    

bezahlter Premium-Artikel
Premium-Artikel
Ein bewegtes Jahr in Regelschule

In der Regelschule Breitungen geht ein bewegtes Jahr zu Ende. Seit dem Frühjahr kämpften die derzeit 334 Schüler um den ... »mehr
    
    

Das könnte Sie auch interessieren 

    
    
    
    

Die neuesten Bilderserien

    
    

Prospekte aus der Region

Leserreisen 2015
    
Anzeige
    

Magazine

Weihnachtsglückwünsche Neuhaus
Fachhochschule Schmalkalden Dezember 2014
Wintersport Oberhof
Wir heiraten
Inklusion und Integration Suedthueringen Dezember 2014
Meininger Weihnacht
Advents Shopping Suhl und Umgebung
25 Jahre Mauerfall
Ehrenamt Hildburghausen
Trauerratgeber 2014
Pflege und Gesundheitsmagazin 2014/2015
Leben im Osten
IHK Ratgeber Berufswahl 2014
Anpfiff Fußballbeilage BASA 2014/2015
Anpfiff Fußballbeilage SON 2014/2015
Anpfiff Fußballbeilage HBN 2014/2015
Gesunheitsführer Ilmenau 2014
A bis Z für Suhler Hausbesitzer 2014
Gesundheitsführer Meiningen 2014
Thüringen im Blick 2014
Leserreisen 2014
    
Anzeige
    

Umfrage

Lade TED
 
Die Umfrage wird geladen, bitte warten...
 

    
    
Zur Kinderzeitung

Kinder ohne Geburtstag und ohne eigene Schuhe

Die Brüder Sameer und Sahil wissen nicht, wann sie Geburtstag haben. «Unsere Eltern können nicht lesen und schreiben, deswegen haben sie es nicht aufgeschrieben», sagt Sahil. »mehr
    
    

Webcams aus der Region 

Eine Vielzahl von Webcams, die von Firmen, öffentlichen Einrichtungen oder Privatpersonen installiert wurden, zeigen aktuelle Bilder aus der Region. »mehr
    
    

Blende 2014: Vom Leser lernen 

Ein bisschen wie Weihnachten ist es schon, wenn sich alle Jahre wieder im November die "Blende"-Jury trifft. Neugierig darauf, wovon sich die Leser das Jahr über ein Bild gemacht haben. Jetzt war es wieder soweit. »mehr
    
    

Unsere professionellen Fotopartner 

    
    

Börseninformationen