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Special Cross: Der Rennsteiglauf öffnet alle Schranken

Der Rennsteiglauf geht neue Wege. Den Special Cross für Menschen mit Behinderung wird es in der bisherigen Form nicht mehr geben.



Einmalige Atmosphäre: Start des Rennsteiglauf-Marathons in Neuhaus.	Foto/Archiv: Gerhard König
Einmalige Atmosphäre: Start des Rennsteiglauf-Marathons in Neuhaus. Foto/Archiv: Gerhard König  

Neuhaus - Die schlechte Nachricht zuerst: Eine Ehrung der Besten wird es nicht mehr geben beim Special Cross für Menschen mit Behinderung. Die gute, nach Meinung der Macher aber wesentlich bessere Nachricht kommt jetzt: Aus dem Special Cross wird ab der kommenden Auflage des Rennsteiglaufes der Mini-Marathon. Und an jenem können alle teilnehmen, ob mit oder ohne Handicap, trainierte und untrainierte Läuferinnen und Läufer, blutige Anfänger oder langjährige Lauf-Hasen. Einzige Voraussetzung ist der Teamgedanke, ab zwei Teilnehmern darf gelaufen werden.

"Unser Mini-Marathon soll Inklusion pur werden", sagte Katrin Welke, Geschäftsführerin der Rennsteig-Werkstätten Neuhaus, und erklärte auch gleich warum: "Bisher ist es uns durch die Regularien von Special Olympics nicht möglich gewesen, auch Menschen ohne Behinderung bei uns mitlaufen zu lassen." Genau das aber seien die Zeichen der Zeit, weg vom Etikett "spezial" und "extra", dafür hin zur Normalität.

Diese Normalität soll ein besonderes Miteinander schaffen, ein Miteinander von Menschen mit und ohne Einschränkungen. "Deshalb ist der neue Mini-Marathon auch perfekt als Schnupperangebot, aber etwa auch als Firmenlauf geeignet", meinte Marcus Clauder, Geschäftsführer der Rennsteiglauf-GmbH und Gesamtleiter des Rennsteiglaufes. Gerichtet an die Zweifler des Konzepts, das beim 48. Rennsteiglauf am 16. Mai 2020 seine Premiere feiert, meinte er: "Diejenigen, die es stört, am Start einen Menschen mit Behinderung neben sich stehen zu haben, sind ohnehin fehl am Platz."

Gerecht, gleichberechtigt

Die Strecke des Mini-Marathons misst mit 4,2 Kilometern ein Zehntel des "normalen" Marathons, beim Special Cross waren bisher 3,7 km zu bewältigen. Im Ziel gibt es für jeden Teilnehmer eine Urkunde und eine Finishermedaille. Letzteres ist vor allem wichtig mit Blick auf die behinderten Läuferinnen und Läufer, die sich im Ziel immer so schön freuten, wenn sie im Rahmen der Special-Olympics-Regularien wieder eine Top-Platzierung erzielt hatten. Laut Special Olympics, also den Olympischen Spielen für Menschen mit geistiger und/oder mehrfacher körperlicher Behinderung, waren die Teilnehmer des Rennsteiglauf-Special Cross entsprechend ihrem Grad der Behinderung und ihres Alters in bestimmte Kategorien eingeteilt worden. "Bei diesem Prozedere ist es sicher zu der einen oder anderen Ungerechtigkeit gekommen", sagte Katrin Welke. Zu mehr gesellschaftlicher Gleichberechtigung soll sich mit dem Mini-Marathon also auch mehr Gerechtigkeit gesellen.

Gerechtigkeit - auch, was die Länge der einzelnen Strecken des Rennsteiglaufes betrifft, fehlten doch solch kurze Abschnitte bisher im Angebot. Gerechtigkeit aber auch bezüglich der Altersstruktur der Rennsteigläufer. "Wir brauchen auch Angebote für Läufer, die ihre persönliche Tradition fortsetzen wollen - das neue Format lässt sich also auch als Reaktion auf die demografische Entwicklung unserer Gesellschaft erklären", fasste es Sieghard Zitzmann, Mitarbeiter Öffentlichkeitsarbeit und Marketing der Rennsteiglauf GmbH, zusammen. Man stelle sich vor, ein Rennsteigläufer steht kurz vor seiner 30. oder 40. Teilnahme, körperliche Befindlichkeiten oder das Alter lassen einen Halbmarathon oder eine lange Wanderung nicht mehr zu. Da kommt doch der neue Mini-Marathon gerade recht. Oder ?

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Claudia Fehse
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Veröffentlicht am:
01. 10. 2019
14:15 Uhr

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Autor

Claudia Fehse

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Veröffentlicht am:
01. 10. 2019
14:15 Uhr



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