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Bob-Olympiasiegerin Jamanka noch nicht gesetzt

Die Bob-Olympiasiegerin aus Oberhof muss in die Ausscheidung um die Weltcup-Startplätze. Top-Anschieberin Annika Drazek soll wieder den Schlitten flott machen.



Thüringer Bob-Sternstunde: Mariama Jamanka (links) vom BRC Thüringen gewinnt im Februar olympisches Gold mit Anschieberin Lisa Buckwitz.	Foto: Tobias Hase/dpa
Thüringer Bob-Sternstunde: Mariama Jamanka (links) vom BRC Thüringen gewinnt im Februar olympisches Gold mit Anschieberin Lisa Buckwitz. Foto: Tobias Hase/dpa  

Oberhof - Die größten Thüringer Bob-Hoffnungen für den nacholympischen Winter tragen weiblich Namen und heißen Mariama Jamanka vom BRC Thüringen aus Oberhof und Christin Senkel vom ESC Erfurt. "Ich gehe davon aus, dass sich unsere beiden Top-Pilotinnen für die Weltcups und die Weltmeisterschaften in Whistler qualifizieren", sagte Matthias Höpfner, der Oberhofer Bundesstützpunkt-Trainer. Zuvor müssen die 28 Jahre Olympiasiegerin und die drei Jahre ältere deutsche Olympia-Reservistin bei den beiden nationalen Selektions-Rennen am 27./28. Oktober in Winterberg (gleichzeitig deutsche Meisterschaften) und in der zweiten Dezember-Woche in Altenberg ihre gute Verfassung nachweisen.

Dabei kann Jamanka nicht mehr auf ihre Olympia-Anschieberin Lisa-Marie Buckwitz zurückgreifen. Die 23-jährige Potsdamerin will von der Bremse im Bob nach vorn rücken und in Zukunft selbst die Lenkseile in die Hände nehmen. Dafür soll Top-Anschieberin Annika Drazek wieder den Jamanka-Schlitten künftig auf Tempo bringen. "Unsere beiden Ausscheidungen sind entscheidend für die Weltcup-Nominierung. Fix ist nur, dass Doppel-Olympiasieger Francesco Friedrich zum Weltcup-Team gehören wird", legte Bundestrainer René Spies die Linie fest.

Die Fraktion der Thüringer Bob-Pilotinnen wird ab dieser Saison auch Landespolizistin Anne Lobenstein vergrößern. Für die frühere Anschieberin wäre ein Start bei den Junioren-Weltmeisterschaften ein großer Erfolg. Noch offen ist, wie sich die Entwicklung in der neuen olympischen Disziplin Frauen-Monobob bis zu den Winterspielen 2022 in Peking vollziehen wird.

Urgestein Rödiger

Noch gibt es vom internationalen Verband kein offizielles Reglement. "Wir wollen uns auf jeden Fall voll engagieren", kündigte der mächtigste Mann im BSD, der Vorstandsvorsitzende, Generalsekretär und Sportdirektor Thomas Schwab, an. Durchaus möglich erscheint, dass startschnelle Pilotinnen der aktuellen Weltspitze wie Elena Meyers (USA) und Kaillie Humphries (Kanada) oder die ehemalige Thüringerin Stephanie Schneider (Oberbärenburg), die Olympia-Vierte dieses Jahres, den Monobob als zweite olympische Medaillenchance sehen und doppelgleisig fahren. Wahrscheinlich ist aber auch, dass junge Pilotinnen sich voll auf das neue Wettkampfgerät konzentrieren.

Auch die derzeit besten Thüringer Piloten Jonas Jannusch (20 Jahre/RRV Sonneberg-Schalkau), Hans-Peter Hannighofer (21) und Philipp Zielasko (22/beide BRC Thüringen) gehören noch zum Nachwuchs. Das Ziel von Jannusch, dem Jugend-Olympiasieger 2016 im Monobob, ist die erfolgreiche Teilnahme an den Junioren-Welttitelkämpfen. Im letzten Winter war er Dritter in der Altersklasse U23 mit dem Zweier bei der JWM. Er hat von den "jungen Wilden" die meiste Bahnerfahrung.

Für das aus Arnstadt stammende Kraftpaket Hannighofer, der erst die zweite Saison an den Lenkseilen sitzt, wäre die Qualifikation für die Europacup-Serie ein Erfolg. Ähnlich sieht es für Zielasko aus. Der startschnelle Weimarer war während seines Bundeswehr-Dienstes in Berchtesgaden mit Bobsport in Beziehung gekommen und gehört seit Frühjahr der Oberhofer Bundeswehr-Sportfördergruppe an.

Mit Alexander Rödiger (33) trainiert in Oberhof aber auch ein Anschieber-Routinier. "Rödi" mischt seit zwölf Jahren erfolgreich im internationalen Geschäft mit. Der mehrfache Europa- und Weltmeister in den Bobs von André Lange und Maximilian Arndt saß in Pyeongchang im Silber-Vierer des Sachsen Nico Walther. Auch in der neuen Saison gehört er dessen Crew an. Rödiger gilt als absoluter Team-Player, ist Bob-Athletensprecher im BSD und sollte einen Stammplatz auf Position drei im Walther-Vierer besetzen.

Als Bremser der Walther-Schlitten hat sich der für den Mitteldeutschen SC Magdeburg startende Nordthüringer Paul Krenz aus Heringen ins Gespräch gebracht Der 26 Jahre alte ehemalige Judoka gehörte bereits im Februar als Anschieber-Ersatzmann dem deutschen Olympia-Aufgebot in Südkorea an. In den vergangenen Wochen glänzte er mit tollen Start-Leistungen. "Paul ist in einer sehr guten Verfassung. Ich gehe davon aus, dass er im Winter Stammbremser bei Nico Walther sein wird", schätzte der Bundestrainer ein.

Krenz erlernte vor vier Jahren in Oberhof das Einmaleins des Bobsports. "Er galt damals schon als Anschieber mit Weltcup-Niveau, zeigte große Veranlagung, doch war Paul zur falschen Zeit am falschen Ort. Wir hatten damals in Thüringen keinen Weltspitzen-Piloten für ihn", erinnert sich Stützpunkttrainer Höpfner.

Grotheer im Top-Kader

Neu gemischt werden die Karten für den bevorstehenden Winter auch für die Skeleton-Piloten. Mit Christopher Grotheer (BRC) gehört nur ein Thüringer Skeleton-Pilot dem Top-Kader an. Sophia Griebel (RT Suhl) ist ebenso wie Michael Zachrau (WSV Oberhof) Perspektivkader. Hoffnungen setzt Stützpunktrainer Christian Baude auch auf den 21-jährigen Nachwuchsfahrer Fabian Küchler (RT Suhl). "Er ist noch drei Jahre Junior, könnte aber von unserem Nachwuchs der nächste im Weltcup-Team werden", meint Baude. Bei den Skeletoni werden alle Weltcup-Startplätze ab Mitte Oktober in Winterberg, Königssee und Altenberg ausgefahren.

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Uwe Jentzsch
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Veröffentlicht am:
11. 10. 2018
11:51 Uhr

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11. 10. 2018
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