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Und zwar vor Ort erzeugt !

Der WSV Schmiedefeld schafft es, als aktuell einziger Thüringer Wintersportverein seine Schanzen sprungfähig zu bekommen.



Alles weiß beim Skispringen in Schmiedefeld: Am Dienstagnachmittag wurde auf den präparierten Schanzen wieder intensiv trainiert. Foto: Jennifer Brüsch
Alles weiß beim Skispringen in Schmiedefeld: Am Dienstagnachmittag wurde auf den präparierten Schanzen wieder intensiv trainiert. Foto: Jennifer Brüsch  

Schmiedefeld - Während die Wettkampfmacher beim Biathlon-Weltcup von Oberhof mit großem Aufwand mehrere Lkw-Ladungen "Schalke-Schnee" herbeiholen können, um ihre Strecken zu präparieren (das dann allerdings in vorzüglicher Qualität, wie man von ersten "Testfahrern" hörte), so müssen sich die Vereine an den "normalen" Thüringer Wintersport-Standorten nach der Methode "Do it yourself - selbst ist der Mann!" behelfen, wenn es um das Präparieren ihrer Wettkampfanlagen geht. Und diesbezüglich ist dem WSV Schmiedefeld über den Jahreswechsel mal wieder ein ziemlicher Coup gelungen, denn er schaffte es, die Richard-Möller-Schanzenanlage so mit Kunstschnee zu belegen, dass nun darauf trainiert werden kann - sofern es die sonstigen Witterungsbedingungen zulassen. Und wohlgemerkt: Mit vor Ort produziertem Kunstschnee! Damit ist die Richard-Möller-Anlage aktuell die einzige "sprungfähige" Thüringer Schanze, auf der richtiges Winter-Skispringen betrieben werden kann.

"Wir haben um den Jahreswechsel herum drei Tage lang gekämpft, um das zu schaffen", berichtet der WSV-Vereinsvorsitzende und Trainer Jörg Brömel und ergänzt: "Besser gesagt: Drei Nächte lang." Die Frostgrade nutzend wurde die Schneekanone in Betrieb gesetzt und musste dann alle zwei Stunden neu positioniert werden, was durchaus einigen Aufwand erfordert, etwa beim jeweiligen Neu-Verlegen der Zuleitungen. Zusammen mit Jörg Brömel hatten hier Norbert Meisch, Rainer Annemüller und Roger Lisso diesen "Kanonendienst" versehen, "wobei ich dann immer die Nachtschicht ab halb eins übernommen habe, denn die anderen drei haben tagsüber ja auch noch was anderes zu tun", so Brömel.

Ein bisschen Naturschnee

In der Nacht vom Samstag zum Sonntag kamen dann - man sollte es ja kaum für möglich halten! - noch ein paar Zentimeterchen Naturschnee hinzu, der mit eingearbeitet wurde, sodass nun auf allen drei Schanzen eine Schneeauflage von durchschnittlich zehn bis 20 Zentimetern entstanden ist. "Das reicht, um darauf zu trainieren", meinte Jörg Brömel - und das taten dann auch am vergangenen Freitag rund 50 junge Skispringer aus nahezu allen Thüringer Vereinen den ganzen Tag über. Auch am (gestrigen) Dienstag war eine Trainingseinheit, u. a. für die Sportgymnasiasten aus Oberhof, angesetzt.

Einige Widrigkeiten

"Wenn diese Schneeauflage von Petrus die Chance bekommt, richtig festzufrieren, dann könnte man auch Wettkämpfe darauf austragen", konstruiert Brömel den Idealfall und hat dafür schon im Blick, dass für den 18. Januar am Lauschauer Marktiegel ein Thüringer Schülercup angesetzt ist, den die Schmiedefelder womöglich übernehmen könnten, wenn es auch dann im Thüringer Schiefergebirge noch Schnee-Probleme geben sollte. Regulär wäre der WSV Schmiedefeld erst am 7. März mit dem Ausrichten eines Thüringer Schülercups für Skispringer und Nordische Kombinierer an der Reihe.

Aber was sich hier so einfach hinschreibt, ist für die WSV-Verantwortlichen oft ein Kampf mit einigen Widrigkeiten. Da ist beispielsweise das Wasserdargebot an der Schanze, das schon im letzten Winter, wegen der Trockenheit übers Jahr zuvor, nicht gereicht hatte und auch in diesem Winter wieder "aufgestockt" werden musste: Knapp 30 Prozent des Kunstschnees dort wurden mit solchem "Zusatzwasser" erzeugt. Und um da etwa eine Menge von sechs Kubikmetern davon an die Kanone zu bringen, waren zuvor Anfragen plus Genehmigungen bei vier unterschiedlichen Institutionen notwendig ...

Die Idee, dieses Problem künftig über einen Synergieeffekt mit dem geplanten Bau der Rennsteig-Halle zu lösen, nämlich mit einer Drei-Zisternen-Variante dort, ließ sich leider nicht verwirklichen, da das vorgesehene Finanzierungsmodell nicht zu realisieren war. Nun muss man sich wohl, so blickt Jörg Brömel voraus, auf einen Beschneiungsteich im Auslauf konzentrieren. Aber bei dieser Variante wäre wieder zusätzliche Elektroenergie fürs Pumpen nötig - und das wäre dann noch ein Grund mehr für eine dringend nötige neue und leistungsfähigere Elektroleitung zur Schanze ...

Es ist also einiges zu tun, damit an Schmiedefelds Schanze auch künftig wenigstens die Kunstschnee-Sicherheit erhalten bleibt, wenn schon dort die "normale" Schneesicherheit immer öfter zum Problem wird. rab

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Veröffentlicht am:
08. 01. 2020
00:00 Uhr

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08. 01. 2020
00:00 Uhr



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